Über die Liebe zur Musik…

Dave Hause
No. 3 – Die Tiefe fehlt

Vor 7 Monaten gepostet,von Ara

Dave Hause ist zurück – Album Nummer drei erschien Anfang des letzten Monats unter der Titel „Burry Me In Philly“. Und wieder einmal das altbekannte Phänomen: Mir wollte die Platte einfach nicht gefallen und dass, obwohl ich mich so sehr auf das Konzert im Berliner Gretchen freute. Zugegeben, die beiden Vorgänger „Devour“ und „Resolutions“ hatten die Messlatte für Album Nummer drei aber auch ziemlich hoch angesetzt.

 

Ehrlich gesagt, hatte ich keine besonders große Lust auf ein Bandkonzert. Ich finde es immer ein wenig befremdlich, wenn anstatt des bisherigen Solo-Acts plötzlich eine ganze Band auf der Bühne steht. Klar, der Künstler kann ganz anders auftreten,, die Musik ganz anders transportieren aber ich sehe auch einen Tim Vantol oder Matze Rossi lieber im Soloformat. Ist eben so eine Eigenheit meinerseits. Und so dauerte es auch einige Lieder, ehe ich während dem Konzert die neue Klanggewalt, mögen und schätzen lernte. Ja, am Ende war ich sowohl von den Mermaids, als auch von den neuen Songs ganz angetan.

 

Dennoch fehlt mir auf „Burry Me In Philly“ die Tiefe seiner beiden Vorgänger. Die aufbauenden Worte von „C’mon Kid“ und „Time Will Tell“, den Frühlingssong „Melanin“. Mir fehlt die Schwere von „Before“, „Bricks“ und „The Shine“. Die aktuelle Platte ist solide, sie ist tanzbar, sie macht live und in der Anlage Spaß – keine Frage, aber mehr ist da in meinen Augen und Ohren nicht. Ja, „With You“, „The Flinch“ oder auch „Dirty Fucker“ haben Ohrwurm-Potenzial, aber die Zufriedenheit bleibt an meinem Ende aus. Besonders enttäuschend, wo man doch mehr als drei Jahre auf neues Material gewartet hat.

 

Ja, ich bin mir bewusst, dass sich Musiker weiter entwickeln, dass sie nicht weiter über die immer gleichen Themen schreiben können, dass sie nicht permanent in Aufbruchstimmung oder depressiv sind und dies in ihrer Musik zum Ausdruck bringen können und wollen. Aber auf der anderen Seite ist es für mich als Fan schwer, mich mit einem Album zu identifizieren, das an genau dem Charme verloren hatte, der Jahre zuvor dafür sorgte, mich in die Musik zu verlieben.

 

 

Wer also eine solide Rockplatte hören möchte, den wird „Burry Me In Philly“ begeistern – wer den Fortsetzung von „Resolutions“ und „Devour“ sucht, wird vermutlich enttäuscht werden.

 

Foto: Archiv // Dave Hause in Schweinfurt 2014.

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...