Über die Liebe zur Musik…

Royal
Republic Fürth

Vor 5 Monaten gepostet,von Yase

Einen Steinwurf vom Ufer der Rednitz liegt ganz unscheinbar die Stadthalle Fürth. In dem modernen Bau vermutet man überwiegend Veranstaltungen wie Kongresse und Messen. Am vergangenen Donnerstag fand jedoch eines der raren Konzerte dort statt. An diesem Abend luden Royal Republic, die im Vorprogramm durch The Wholls und Tim Vantol unterstützt wurden.

 

Der Konzertraum war auch während dem Opener The Wholls gut gefüllt. Etwas verhalten aber angetan ließ sich das Publikum von dem britischen Quartett berieseln. „Felt from the heart and shot from the hip“, beschreiben sie ihren Stil. Der Großteil der Anwesenden ließ sich bei dem soliden Alternative Rock auch zu etwas Bewegung hinreißen. Selbst in den hinteren Reihen traf man auf anerkennendes, tacktsicheres Kopfnicken.

 

Nach einer kurzen Umbaupause trat Tim Vantol in das Schweinwerferlicht. Vom Geheimtipp hat er sich in den vergangenen Jahren in bestimmten Kreisen einen Namen gemacht. Eins ist jedoch klar: In Sachen Bekanntheitsgrad ist definitiv noch Luft nach oben! Teilen des Publikums schien er auf jeden Fall ein Begriff zu sein, was sich durch deren Textsicherheit zeigte. Der Singer Songwriter braucht nicht viel. Mit seiner Gitarre im Anschlag und seiner charismatischen Art schürte er die Neugier der Anwesenden. Seine Songs sind ehrlich, bodenständig und schaffen so die perfekte Grundlage für seine kantige, markante Stimme ohne dabei banal zu wirken. An diesem Abend ist er sich nicht zu schade auch auf der Bühne Stellung zu weltweiten Missständen zu beziehen. Ohne Zeigefinger. Einfach weil es Ihm ein Anliegen war. Treffend lapidar formuliert, was die Anwesenden mit zustimmendem Beifall quittierten. Tim Vantol ist alles in allem in harmonisches Gesamtpaket aus seiner Erscheinung und Musik. Wenn Tim Vantol über seine Musik und sein neues Album (Burning Desires VÖ 21. April 2017) spricht, dann strahlt er, ist nicht aufdringlich sondern lebt und genießt das, was er tut. Genau das ließ er die Zuschauer spüren.

 

Nach einer weiteren Umbaupause war es schließlich soweit. Royal Republic betrat laut bejubelt die Bühne. Eine Welle der Euphorie schwappte merklich durch das Publikum und der Lautstärkepegel erhöhte sich.

 

Der Location entsprechend hatten Sie sich in Schale geworfen, versicherten sie. Wer die Band kennt, weiß jedoch, dass das weiße Hemd, die perfekt sitzende Frisur und der Smoking nicht nur an diesem Abend aufgetragen wurden. Der Ruf ihrer live Performance eilt Ihnen voraus, doch an diesem Abend brauchte die Band nicht lange um selbigem gerecht zu werden. Das Fürther Publikum gab sich hemmungslos und eröffnete innerhalb der ersten Minuten mehrere Circle pits. Mit Songs wie Tommy-Gun, Addictive, Full Steam Spacemachine und When I see you dance with another gaben die vier Schweden einen gelungenen Querschnitt durch Ihre vier Veröffentlichungen zum Besten.

 

In den Ansagen fand sich mitunter eine Geschichte zu einem Rock im Park Auftritt der bereits einige Jahre zurücklag. Long story short: Ein Kuss zwischen Sänger Adam und Gitarrist Hannes auf dem besagten RiP war ein gefundenes Fressen für die rund 1000 Zuschauer, die an diesem Abend auf eine Wiederholung aus waren. Dies führte zu mehreren langwierigen, aber durchaus belustigenden Band-Publikums Interaktionen.

 

Neben einem lautstarken Geburtstagsständchen für Bassist Jonas an dem sich alle Anwesenden beteiligten, gab die Band mitunter ein musikalisches Potpourri von Iron Maiden bis Motörhead zum Besten. Ein rundum gelungener Abend, der dem Publikum wie auch der Band viel Freude bereitet hat.

 

Wer sich von den Livequalitäten der genannten Bands selbst überzeugen möchte, hat am 10. März in Bremen noch einmal die Gelegenheit dazu.

 

Fotos: Yasemin Ikibas | YIART Photography