Über die Liebe zur Musik…

Im Plattenschrank
gekramt: The Menzingers

Vor 2 Monaten gepostet,von Ara

Zugegeben, ich bin nie der größte The Menzingers Fan gewesen – die Band hat mich nicht über Jahre oder gar ein Jahrzehnt begleitet. Tatsächlich entdeckte ich sie erst vor drei Jahren, als ihr letztes Album „Rented World“ pünktlich zu meinem Umzug nach Berlin erschien und ich sie dann in kürzester Zeit mehrmals live erlebte. Es wurde zu einem Album, das immer für mich da, aber selten omnipräsent war.the menzingers - rented world

 

Nun erschien vor wenigen Wochen das neuste Werk „After The Party“, das mit „Tellin’ Lies“ nicht nur einen Kracher-Song zur Eröffnung liefert, sondern auch die Frage stellt, wie es denn nun weiter geht, jetzt wo man die Schwelle zu den 30ern überschritten hat. Während meine soziale Blase nun damit begann genau dieses Album abzufeiern, wurde stattdessen „Rented World“ wieder interessant für mich. Und ich stellte mir die Frage, ob es okay ist, über ein Album zu schreiben, dass vor drei Jahren erschienen ist. Aber hey, immerhin das hier ja ein Blog und kein Musikmagazin und wir können schreiben über was wir schreiben möchten.

 

Der Eröffnungstrack „I Don’t Wanna Be An Asshole Anymore“ war quasi einer meiner persönlichen Umzugtracks des Jahres 2014. Neue Stadt, neuer Job, neuer Lebensabschnitt – die Möglichkeit endlich neu zu starten und alles irgendwie besser zu machen. Und gleichzeitig der ziemlich perfekte Start für eine Menzingers Platte:

 

„Yeah somewhere along the way I found wine
Feels damn good just to bleed sometimes
All I ever wanted was to make things right
Usual vital, missing spite
I push my emotions off a bridge,
I’ve been taking them hostage with a shotgun
Now we’re somewhere treading water,
Somewhere lost inside the the man that I’m not
But I don’t wanna be an asshole anymore.“

– I don’t wanna be an asshole anymore

 

Tatsächlich bin ich 2014 durch tumblr ziemlich unverhofft auf die Menzingers, den Song „Rodent“ und die zugehörigen Zeilen „I tried running, I tried hiding. I tried everything but dying, Damn the days we took for granted. Never again will I let anyone close to me.“Zack! Kennt ihr dieses Gefühl, wenn euch ein Song gleich vom ersten Ton an packt und nicht mehr loslässt? Liebe auf den ersten Ton und auch nachdem ich das gesamte Album mehrmals im Stream gehört habe, ist „Rodent“ auch noch jetzt der absolute Favorit. Für mich kommt aber nicht nur „Rodent“, sondern die gesamte „Rented World“ gerade zum richtigen Zeitpunkt – zwischen Apologies, I Have None und Red City Radio räume ich den Menzingers gerne einen Platz in meiner Musiksammlung frei!

 

 

Melodiöser Punkrock, zweistimmiger Gesang und thematisch zwischen Umbruch, Gefühlschaos und Veränderung. Zugegeben, eine ziemlich berechenbare Zusammenstellung, aber dennoch das richtige Material um den persönlichen Soundtrack zum eigenen Umzug vom Dorf in die Stadt zu bieten.

„So burn the fucker down, I don’t care anymore
I’ll let it all go
Cause if this is what you want, I understand
Good luck with the guilt left on your hands

I’ve tried running, I’ve tried hiding
I’ve tried everything but dying
Damn the days we took for granted
Never again will I let anyone close to me“

– Rodent

Manchmal ist es wirklich mehr als nur schwierig in Worte zu fassen, warum einem genau dieses eine Album so gut gefällt. Die Melodien sind eingängig, es sind Wortfetzen aus dem Geflecht von Texten, die einem irgendwie im Kopf bleiben und in den unmöglichsten Situationen wieder einfallen. Es sind eingängige Gitarrenriffs und Oho-Chöre, die man in Zusammenhang mit anderen Platten vielleicht besonders nervig finden könnte. Aber irgendwie machen sie „Rented World“ zu einem Album, das seltsamerweise in Erinnerung bleibt und zu etwas ganz Besonderem geworden ist und das ich seither phasenweise immer sehr sehr gerne höre.

 

Übrigens habe ich ziemlich viele enttäuschende Rezensionen über dieses Album gelesen, in denen hauptsächlich steht, dass „Rented World“ nicht mit seinen Vorgängern mithalten kann – vielleicht ist es nun für mich an der Zeit, mich einmal mit eben diesen Alben zu beschäftigen.

 

Im April kommen die Menzingers übrigens zusammen mit den Flatliners und The Dirty Nil für drei ausgewählte Termine nach Deutschland, die ihr nicht verpassen solltet:

 

26.04.2017 – Köln, Underground
27.04.2017 – Berlin, Musik und Frieden
28.04.2017 – Münster, Skaters Palace, Uncle M Fest

 

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...