Über die Liebe zur Musik…

Kaptain
Kaizen – Einatmen, Ausatmen

Vor 2 Jahren gepostet,von Ling

Nachdem Kaptain Kaizen vor fast genau zwei Jahren die vergriffene EP mit dem schönen Titel „Ausgeliehen für immer” veröffentlicht haben, erscheint am 13. Mai 2016 nun endlich ihr Debut „Einatmen, Ausatmen“. Käuflich zu erwerben ist dieses bei Tante Guerilla, FLIGHT 13, den Konzerten der Band und natürlich digital.

Das Album beginnt, wie man es auch erwartet, mit den Punk-Klängen, die so typisch für aktuelle Bands in diesem Genre sind. Doch mit dem Einsatz eines eher gesprochenen Gesanges wird der Wiedererkennungswert hergestellt. Die einzelnen Lieder bedienen sich am Post- und Indie-Punk, enthalten aber beispielsweise auch Rock’n’Roll Elemente.

An Titeln wie „Love me Tinder“, „Im Westen nur Neues“ oder „42“ ist bereits erkennbar, dass das Album thematisch weit gefächert und gleichzeitig im aktuellen Geschehen verankert ist. Diese Erwartungshaltung wird eingehalten, wenngleich die einzelnen Stücke durchaus Raum für Interpretation lassen. Leitende Motive sind Krieg, Macht und der Missbrauch dieser oder das Beklagen von Situationen, ohne etwas an ihnen zu ändern. Beim Zuhören fühlt man sich ein bisschen wie ein Beobachter, der mal mehr und mal weniger in den Vordergrund tritt und gleich im ersten Stück „Aderlass“ auffordert:

„Und jetzt räum deine Trümmer auf.“

Recht schnell wird deutlich, dass es sich um das erste Album einer Band handelt, die gerade am Anfang steht, wenngleich Kaptain Kaizen schon seit 2013 zusammen Musik machen. Stellenweise klingt das Album etwas rau. In erster Linie heißt das aber, dass da Raum für Entwicklung ist. Das Debut findet sich im Genre deutscher Punkmusik wunderbar ein und hat vermutlich den Grundstein für eine Kurve nach oben gelegt. Wer allerdings auf harten Punkrock hofft wird an diesem Album vermutlich keine Freude haben.

Da „Einatmen, Ausatmen“ nicht auf Vinyl zu kaufen ist, könnte dies dazu verleiten, dass es an vielen vorbeigeht. Das wäre aber definitiv ein Verlust, denn von Kaptain Kaizen kann noch Großes erwartet werden. Einen Einblick bietet das Musikvideo zu „Love me Tinder“:

 

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Auf Tour:

13.05. Karlsruhe – Alte Hackerei
14.05. Nürnberg – Artischocken
15.05. Saarbrücken – Nilles
16.05. Frankfurt – Klapperfeld Ex-Gefängnis
21.05. Karlsruhe – new.bands.festival
08.07. Mannheim – Altes Volksbad
09.07. Landauer Sommer – Rote Kaserne

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"Ich will das Lied nur noch zu Ende hören."