Über die Liebe zur Musik…

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Schreng Schreng
& La La – Echtholzstandby

Vor 2 Jahren gepostet,von Eileen

Ein weises Sprichwort besagt „Sechs Ohren hören besser als zwei“ (oder so ähnlich). Aus diesem Grund gibt es zum neuen Schreng Schreng & La La Album nicht eine, auch nicht zwei sondern satte DREI Meinungen aus dem Hause Lieblingstape zu lesen. 

Eileen:

Wirklich nur einen ganz kurzen Moment bevor ich tatsächlich von der klimpernden Spieluhr  eingenickt bin, endet das Intro mit dem Arbeitstitel „Punk“ des neuen Albums „Echtholzstandby“ von Schreng Schreng &  La La.

Die vertraute Stimme von Jörkk Mechenbier setzt ein, in Begleitung einer einzigen Gitarrenmelodie, die  von den  schnellen Fingern des Lasse Paulus erzeugt werden. Dieser teils ruhige, teils lautere aber ungewohnt minimalistische Singer/Songwriter/Akustikpunk-Mix zieht sich durch die komplette Platte.

 

„Und du weinst weil Xavier Naidoo jetzt dein bester Freund ist.“

Mir kommen auch fast die Tränen  als der erste Song  „Plastik fressen“  das Major-Musikbusiness so grauenhaft thematisiert. Das Duo geht aber im weiteren Verlauf von „Echtholzstandby“ viel mehr auf Schnaps, Meerjungfrauen,  Hass und Homophobie, aber auch auf  die Liebe ein:

„Ich bin ein vollgedeckter Tisch und du bist auf Diät,

du bist die Spotschau in HD und ich bin querschnittsgelähmt.“

Wie gewohnt brettert Jörkk stilsicher wunderbare  Textpassagen raus und beweist, dass   er viel mehr Output fabriziert, als   Love A  verbraten  könnten. Ein Glück!

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Ling:

Dass ein Album einer Punk Band mit einem Lullaby beginnt ist denkbar unerwartet, doch vielleicht wollten Schreng Schreng & La La genau deshalb ihr Album „Echtholzstandby“ so einleiten. Es irritiert und weckt damit auf, was der gegenteilige Effekt eines Schlafliedes ist und gleichzeitig der Haupttenor der Platte – wachrütteln. Und neben geschrammelten Stücken gibt es richtig poppige Lieder, welche leicht befremdlich wirken und damit den zu transportierenden Text unterstützen.

Die aus Love A bekannte Stimme von Sänger Jörkk Mechenbier bringt nach dem Intro etwas Vertrautes, Warmes mit sich, sodass man sich gleich irgendwie „zu Hause“ fühlt. Das Album von Schreng Schreng & La La sollte aber natürlich als etwas Eigenes wahrgenommen und verstanden werden, das sich losgelöst von anderen Projekten der beiden Musiker bewegt.

Es behandelt spaßige, romantische Themen und ebenso Einsamkeit, Selbstzweifel, Druck von außen, Homophobie und Fremdenhass. Vor allem der politische Schwerpunkt war mein Anspruch an das Album, nachdem ich mit Begeisterung das Video zur ersten Auskopplung „Ekel und Abscheu“ gesehen habe.

Man muss sich aber darauf einlassen, Punk („Ist das noch Punk?“) mit nur einer Stimme und Gitarre zu hören. Das ist einfach anders, meinetwegen auch seichter. Ich glaube, es ist von Vorteil, wenn man Singer Songwriter mag. So machen beispielsweise die Chanson-ähnlichen Titel gute Laune und andere Lieder überzeugen vor allem durch die Texte, die einem mit Wahrheit ins Gesicht schlagen.

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Joscha:

Mit unbegründeter Skepsis habe ich die CD von Schreng Schreng & La La eingelegt und mir zu Gemüte geführt. Wieder so ein Seitenprojekt wo Songs verwurstet werden, die zu schlecht für das erste musikalische Projekt waren. Die Recycling-Anlage für Lieder-Zombies. Dieses bitterböse Bild in meinem Kopf ist glücklicherweise noch bevor der letzte Track der Platte vorbei war in lodernden Flammen zusammengebrochen.

„Mir ist immer alles scheißegal aber diese Menschen hass‘ ich wohl.“ – Ekel und Abscheu

Wie man es von Jörkk kennt geht es in den Texten um Einzelschicksale und Arschlöcher die einen wütend machen. Die markante Stimme wird von Lasse’s wunderbarem Gitarrenspiel untermalt. Besonders „Ekel und Abscheu“ sticht mit seinem emotionalen Text und der melancholischen Melodie heraus. „Natalie“ ist für mich das freundlicher formulierte Pendent zu Frau Potz‘ „Von Anfang an“ und zählt damit auch zu meinem Highlight auf dem Album.

Ich wünschte jedes Album was ich mit Skepsis begutachte würde zu so einem positiven Wohlbefinden führen wie „Echtholzstandby“ es bei mir tat. Am 22.04.2016 steht das Album beim Plattenladen eures Vertrauens. Naja, zumindest auf CD. Die Vinyl ist schon längst ausverkauft.

Auf Tour:

22.04.2016: Köln – Limes (mit Jawknee Music)

23.04.2016: Trier – Miss Marples

29.04.2016: Berlin – Monarch (mit Dave & Mighty)

30.04.2016: Hamburg – Hasenschaukel

24.06.2016: Saarbrücken – Theaterschiff Maria-Helena (mit Isolation Berlin)

30.07.2016: Alsfeld – Burg Herzberg Lesezelt

About Eileen

"Eigentlich wollte ich ja nicht mehr über Musik reden... "