Über die Liebe zur Musik…

Knapp am Album
des Jahres vorbei: Annenmaykantereit!

Vor 2 Jahren gepostet,von Ara

AnnenMayKantereit - Alles Nix KonkretesDie Nation spaltet sich. Und nein, ich rede hier nicht von der politische Spaltung zwischen AFD-Wählern und Gutmenschen sondern vom am Freitag erschienen Debüt-Album der Band Annenmaykantereit. Die Newcomer des Jahres 2015, oder gar schon 2014? Das Album „Alles Nix Konkretes“ wurde vielerorts freudig erwartet und nun von der hiesigen Musikpresse zerfetzt. Die einen lieben Annenmaykantereit – die anderen wollen nichts von ihnen wissen.

 

Letztes Jahr veröffentliche die Kölner Band, die sich in den ersten Jahren mit Straßenmusik durch schlug, ihre EP „Wird Schon Irgendwie Gehen“ via Universal. Das Ganze geschah über eine Pledge Aktion, vielerorts beschwerte man sich, weil man zu spät darauf aufmerksam wurde. Auf dieser EP befinden sich die Songs „Jeden Morgen“, „21,22, 23“, „3. Stock“, „Nicht Nichts“ und „Oft Gefragt“. Meiner Meinung nach eine perfekte Songauswahl.

 

Drei dieser Songs finden sich nun auch auf dem Debüt-Album. Dazu noch die vorab bekannten Youtube-Hits „Barfuß am Klavier“, „Pocahontas“ sowie „Wohin Du Gehst“. Die Hälfte des neuen Albums war also bereits vorab bekannt. Und natürlich, wer die Band im vergangen Jahr live erleben durfte, kennt sicherlich auch noch die weiteren Songs.

 

Thematisch handeln die Lieder vom Erwachsen werden, dem verlieben und anschließendem entlieben. Dem Wunsch nach der gemeinsamen Wohnung und mit Umzug ins neue WG-Zimmer. Eben die Themen, mit denen man sich Anfang 20 rumschlägt und das sollte man bei all dem Tratra um die Band nicht außer Acht lassen! Alle Bandmitglieder sind eben in diesem Alter, was sicherlich auch dazu beiträgt, dass sie besonders viele Fans in dieser Altersklasse haben. Man kann sich mit den Liedern und ihren Texten identifizieren und fühlt sich verstanden.

 

 

Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Band ein wenig mehr Zeit zum Schreiben des Albums gelassen hätte. Acht von zwölf Liedern finde ich mehr als gelungen. Sie haben das Potenzial die Platte zu DER Platte des Jahres zu machen. Dann jedoch kommen die Lückenfüller „Mir wär’ lieber du weinst“ (ich habe es aufgegeben zu zählen, wie oft Henning diese Zeile wiederholt), „Bitte bleib“ (auch hier: unzählige Wiederholung der beiden Worte, die den Song sehr zäh rüber kommen lassen), „Länger Bleiben“ (der Grundstimmung des Songs geschuldet) sowie „Das Korkodil“ (zu viel gesprochen, zu wenig gesungen) dazwischen, um eben genau dies zu verhindern.

 

Schade, aber wenn wir hier bei Lieblingstape Sterne vergeben würden, wären es immerhin noch 3,5/5. Einen halben Stern Abzug gibt es für die Tatsache, dass es die Vinyl ausschließlich in einer Holzbox zu kaufen gab. Für Fans sicherlich eine schicke Idee – für Menschen, die einfach nur die Platte besitzen wollen aber ein wenig überflüssig.

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...

  1. Hugo19. März 2016, 14:15

    „nun von der hiesigen Musikpresse zerfetzt“:

    Bei Intro auf dem Titel, Platz 1 der Redaktions-Charts, beim Musikexpress auf dem Titel. Dort auch eine eher mittelmäßige Review. Große positive Story im Rolling Stone. Noch nix dazu in Spex und Visions. Ja, da fetzt es richtig dolle in der „hiesigen Musikpresse“.

    Und die Vinyl gibts ganz normal überall zu kaufen:
    http://www.amazon.de/Alles-Konkretes-Vinyl-inklusive-Downloadcode/dp/B018HEK7BM/

    Reply
  2. namrehsiF19. März 2016, 15:53

    Faire Kritik, bei der ich größtenteils zustimme. Jedoch weiß ich nicht, wo ihr eure Vinyl kauft, aber ich habe eine ganz normale Doppel-LP mit obligatorischem Downloadcode – ohne Holzbox.

    Reply
  3. Henni19. März 2016, 19:03

    Ich gebe dir in allen geschriebenen Dingen Recht. Zum Vinyl muss ich dich allerdings verbessern. Das gibt es sehr wohl auch einzeln über den AMK-Shop! 😉

    Reply