Über die Liebe zur Musik…

Break The Silence
– mit Lygo, Flyktpunkt & Co.

Vor 1 Jahr gepostet,von Eileen

Am vergangenen Samstag fand im Berliner Tiefgrund das zweite Mal das Solikonzert mit dem schönen Namen „Break the Silence“ statt. Die Einnahmen sollen zum einen an die Kontakt- und Beratungsstelle (KuB) in Berlin gespendet werden – ein Projekt, das unter anderem Straßenkindern hilft – und zum anderen an eine lokale Flüchtlingshilfe. Organisiert wurde das Ganze von Nicole Carter Cash und aus Sicht einer Zuschauerin kann ich sagen, dass sie ganze Arbeit geleistet hat.

 

Unerwartet spät schlug ich im Club auf. Zu dem Zeitpunkt hatte bereits die Hälfte der Bands gespielt und gerade waren Colored Moth auf der Bühne, eine Post-Hardcore Band. Ich muss zugeben, dass ich von der Band nur bedingt viel mitbekommen habe, weil ich mehr damit beschäftigt war das Publikum zu beobachten. Ich neige zum vorn stehen, aber hielt mich erst einmal weiter hinten auf und konnte von dort sehen, wie der gut gefüllte Theatersaal bebte. Alles tanzte, die Leute hatten Spaß und eigentlich ist das alles, was man über eine Band wissen muss.

lygo

Nach der Umbaupause ging es weiter mit Lygo, einer deutschsprachigen Punkband aus Bonn. Anfang des Jahres wurden mir ihr Lied „Kraftakt“ mit den Worten „Hör das mal. Das ist deine neue Lieblingsband“ vorgestellt. Daraufhin sah ich sie ihrer Heimatstadt und habe sie schnell lieben gelernt, weswegen ich mich ganz besonders auf den Auftritt von ihnen gefreut habe. Zwar läuft ihr Album Sturzflug seit einem halben Jahr bei mir rauf und runter, aber ich habe damit gerechnet, dass sie nicht sonderlich bekannt sind. Doch schon bei den ersten Tönen von „Eskapismus“ drängte sich die Masse nach vorn und vor der Bühne entstand recht schnell eine Traube tanzender Menschen.

 
Mein Eindruck war, dass die Band nicht damit gerechnet hat, so gefeiert zu werden. Zumindest war es das immer wieder erstaunte und beeindruckte Lächeln von Sänger Simon, das mir dieses Gefühl vermittelte. Bei „Störche“, dem vorletzten Lied vor der Zugabe, sind schließlich alle total ausgerastet. Ich habe keine Ahnung, wie textsicher die Leute um mich herum waren, weil ich selber die ganze Zeit mitgesungen habe, aber von den zwei Komma sieben fünf Bands, die ich an dem Abend erleben durfte, glaube ich, dass Lygo Publikumsliebling war. Berechtigterweise, möchte ich hinzufügen. Wer sie noch nicht gehört hat, sollte dies dringend nachholen.

flykt

Den Schlussakt bildeten Flyktpunkt, die ich wiederum gar nicht kannte, die mir aber von vielen Seiten schon ans Herz gelegt wurden. Frei nach dem Motto, dass der erste Eindruck im besten Fall live geschehen sollte, stellte ich mich also ganz unwissend vor die Bühne. Ich wünschte mir dann aber doch, dass ich die Lieder kennen würde, um mehr von Text und Melodie zu verstehen. Es war schon eine Ecke nach Mitternacht und die Leute schienen etwas einzuknicken. Die positiv aufgeladene Stimmung, die zuvor durch den Raum schwang, wurde von Müdigkeit oder Trunkenheit oder einer Kombination davon abgelöst. In erster Linie tat mir das sehr leid, weil ich das immer schade finde, auch wenn ich sicher selbst schon oft an diesem Punkt war. Vor allem aber fand ich Flyktpunkt vom ersten Lied an ziemlich groß und habe mir daher mehr vom Publikum gewünscht, da meine Erwartung auch die war, dass sich die meistens wegen dieser Band im Tiefgrund eingefunden haben. Da die Punkband aber oft und viel in Berlin unterwegs ist, wird sich für mich schon in der kommenden Woche erneut die Möglichkeit bieten, sie live zu sehen. Und da ich sie so super fand, konsumiere ich bis dahin so viele ihrer Lieder wie möglich.

 

Als ich gegen ein Uhr den Club verließ war ich ziemlich glücklich. Gute Musik und das auch noch für einen guten Zweck – was kann man sich eigentlich mehr wünschen?

 

Ling.

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"Eigentlich wollte ich ja nicht mehr über Musik reden... "