Über die Liebe zur Musik…

Ja, das
war also Chuck Ragan?!

Vor 3 Jahren gepostet,von Ara

Lange hatte es gedauert und nun war es Anfang Juni soweit: Auch ich kam in den Genuss, Chuck Ragan einmal live zu erleben. Sämtliche Musiker halten Lobreden über diesen Mann und auch mein Bekanntenkreis ist regelrecht verrückt nach seiner Musik; reisen ihm sogar durch ganz Europa und in die Staaten hinterher. Eigentlich ein Indiz dafür, dass Chuck Ragan irgendetwas Besonderes an sich haben muss. Nachdem ich ihn in den vergangenen Jahren sowohl mehrmals solo, als auch mit Hot Water Music verpasst hatte, klappte es auf der aktuellen Tour – endlich.

 

Zunächst hielt sich meine Vorfreude gegenüber Chuck und Band jedoch in Grenzen – viel gespannter blickte ich dem Auftritt von Billy The Kid aus Kanada entgegen und freute mich wie ein kleines Kind darauf, Northcote wieder zu sehen.  Noch dazu kam, dass das Pfingstwochenende tropische Temperaturen mit sich brachte und das SO36 bereits vor Konzertbeginn zum Kochen brachte. Luft!

 

Billy The Kid

Auf Billy war ich dank dem guten Frank Turner aufmerksam geworden, der zusammen mit Billy ihr neues Album aufgenommen hat. Zuvor hatte ich jedoch nicht übermäßig viel in ihre Musik reingehört – und dennoch; ihr Auftritt machte Lust auf mehr und trotz gewohnter Quatschlaune im hinteren bereich des Raumes, meisterte sie ihren Auftritt auf einer solch großen Bühne mit Bravour. Für einen Song bekam sie Unterstützung von Northcote – da ging direkt die Sonne auf und die Vorfreude auf ihren Landsmann wuchs noch ein wenig weiter.

 

Northcote

Northcote – meine Neuentdeckung des letzten Jahres. Ein guter Freund behauptet, der Kanadier würde auf der Bühne zu viel quatschen und zu wenig Musik spielen. Ich hingegen hatte für den Bruchteil einer Sekunde Tränen in den Augen, als er über den Wert von Musik sprach. Dieser Grundsympath! Und scheinbar ging es nicht nur mir so; viele hatten ihn, wie auch ich, bereits 2013 auf der Dave Hause Tour live erlebt, seine Platte gekauft und konnten Songs wie „How Can You Turn Around“, „When You Cry“ oder „Hope The Good Things Never Die“ problemlos mitsingen. Und Matt? Der freute sich darüber mit der Begeisterung eines Kindes! Wunderbar – man kann nur hoffen, dass der Kanadier schon bald mal auf Solotour nach Deutschland kommt!

 

Chuck Ragan

Und dann kam Chuck. Ich kann es nicht leiden, wenn mir gute Freunde sagen, dass sie diese oder jene Band, die ich gerade neu für mich entdeckt habe und von Herzen feier, nicht leiden können. Und umso schwerer fallen mir daher die nächsten Zeilen: Ich kam, sah und ging wieder. Der gewünschte Effekt, Chuck in den Kreis meiner Lieblingskünstler einschließen zu können, blieb einfach aus. Ja, auch ich habe meine Lieblingslieder des Kaliforniers, die er auch spielte, aber abgesehen davon, beeindruckte mich ein Jon Gaunt mit seiner Violine um einiges mehr als ein Chuck Ragan. Keine Gänsehaut, keine übertriebene Euphorie, kein Wow-Moment. Noch dazu verhielt sich das Publikum einfach ungewohnt asozial – nicht nur, dass immer wieder gequatscht wurde (das ist ja seit jeher Standart auf Konzerten), sondern vor allem, dass sich gegen Ende des Konzertes Leute ganz dreist bis ganz nach vorne durch drängelten – schon lange nicht mehr erlebt. Im Nachhinein bekam ich dann gesagt, dass das eben das typische Berliner Publikum sei, an das ich mich wohl erst noch gewöhnen muss.

Am Ende bleibt nur zu sagen: Chuck Ragan schön und gut, aber den Hype um diesen Musiker kann ich nach wie vor nicht nachvollziehen. Sorry folks!

 

Fotos: Arabell Walter.

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...

  1. absaetze18. Juni 2014, 12:51

    Ich bin absolutes Chuck Ragan Fangirl und muss dir leider zustimmen. Dieses Jahr fehlte irgendwas und ich kann immernoch nicht sagen was. Lag es am Klima? Dem Publikum, dass hauptsächlich aus Mainstreamfans des neuen Albums bestand? Keine Ahnung. Ich hab Chuck das 4te mal gesehen und es war die schlechteste Show bisher.
    All das was dir gefehlt hat kann er allerdings und ich hoffe du gibst ihm noch eine Chance.

    Ps: das war nicht das Berliner Publikum. Das SO hat ab 11 die Türen geöffnet weil sie noch ne Veranstaltung hatten und die fingen an zu drängeln vorne. Der einen Dame hätte ich gern mein Wasser durchs Gesicht gezogen. Absolute Sauerei wenn man mich fragt.

    So long und alles Liebe.

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    • Arabell18. Juni 2014, 13:22

      Gut zu wissen, dass ich mit dem Eindruck nicht die einzige gewesen bin. Wenn er das nächste Mal in der Nähe spielt, werde ich auf jeden Fall noch einmal hingehen – keine Frage. Allerdings werde ich mir jedoch nicht die Mühe machen und heute Abend noch nach Dresden zu fahren (war zuvor meine Überlegung gewesen) 😉

      & danke für die Infos mit der zweiten Veranstaltung; das würde einiges erklären.
      Ara

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  2. Joerg26. Juni 2014, 15:21

    Ich hab den Chuck auf dieser Tour nur in Nürnberg und jetzt noch mal in Wiesbaden gesehen. I
    Nürnberg war ne ziemlich gute Show und meine Freunde dort sahen das genauso. Aber Wiesbaden war der absolute Hit. Im Unterschied zu Nürnberg war dort auch Dave Hause mit am Start und ich kam mir sofort (schon beim Set von Billy The Kid) vor, wie auf einer Revival Tour Show. Ein einziges Kommen und Gehen auf der Bühne, alle „helfen“ sich gegenseitig aus und haben in aller erster Linie einen Riesenspass an dem, was sie tun. Wie sich herausstellte, war die Wiesbaden Show die bislang größte Headliner Show von Chuck Ragan (weltweit) und das sah man ihm und der Camaraderie auch an. Alle total glücklich und dankbar. Die Location kannte ich noch nicht, da es der Neubau des Schlachthofs war. Ich hatte bislang nur mal das Glück Hot Water Music im „eigentlichen“ Schlachthof nebenan zu sehen und auch da ging die Meute ab Sekunde 1 . Fazit: Schade, wenn die Berlin Show nicht so prickelnd war. Trotzdem cool, dass Du das Ticket genommen und die Kritik geschrieben hast. Wäre gern selbst hingegangen, musste jedoch vorher zurück gen Süden…. Cheers.

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    • Arabell1. Juli 2014, 11:05

      Ja, ich hab ausschließlich positives über die Wiesbaden Show gehört und wäre gerne dabei gewesen; einzig und allein um Dave mit Band zu sehen 😉 Lieben Gruß und danke noch einmal!

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