Über die Liebe zur Musik…

MATULA
– AUF ALLEN FESTEN

Vor 3 Jahren gepostet,von Eileen

„Es rotieren Gedanken, die jemand geschrieben hat“
– Schwarzweißfotos

 

48527f10-matula_cover_LP_webDrei Jahre sind ins Land gezogen, seitdem Matula mit Blinker die Punkerherzen höher schlagen ließen. Dementsprechend strömt bei mir die Aufregung bis in die Zehenspitzen, als ich den dritten Langspieler „Auf allen Festen“ in den Händen halte.

 

Also schmeiße ich die neue Scheibe ein, lausche der rauhen Stimme auf dem sanften Beat und stelle fest, dass das neue Ding ein wenig an „Wumms“ verloren hat, dafür aber sauberer, ausgereifter, melodiöser und damit irgendwie auch hartnäckiger klingt, als das vorher Dagewesene. Mein Puls erhöht sich von Durchlauf zu Durchlauf. Die Platte hört gar nicht mehr auf zu wachsen.

 

„Tapete“ ist der erste und gleichzeitig ruhigste Song, weshalb der bekennende Matula-Hörer vielleicht direkt irritiert scheint. So untypisch das Tempo auch ist, was erst gegen Ende Fahrt aufnimmt, umso schöner ist der Song an sich. Einen besseren Start hätte ich mir nicht träumen lassen. Weiter geht’s mit dem Namensgeber „Auf allen Festen“ und zum ersten Mal können hier Indieklänge herausgehört werden, die sich auf die gesamte Platte ausbreiten, aber eine ordentliche Kombination mit dem gängigen Deutschpunk-Geschrammel ergeben.

 

Es folgt die erste Vorabveröffentlichung „Schwarzweißfotos“ und Gedanken über einen potenziell besseren Song verflüchtigen sich. Da ist der Hit, den es nicht zu toppen geht. (Denkste.)

Dass das ein völlig falscher Gedanke war, erfährt man im weiteren Durchlauf! Es wird immer noch einer drauf gesetzt mit Refrains, die sich tief in die Ohren stürzen und keine Anstalten machen dort wieder hinauszuklettern. Besonders „Paraden“ hat es mir in der Hinsicht angetan.

Textlich spielen Matula immer noch in einer ganz hohen Liga mit, lassen Interpretationsfreiraum, aber scheuen sich nicht direkte Phrasen mit Metaphern zu verknüpfen, in denen so unglaublich viele Wahrheiten stecken, die Thorben mit seiner markanten Stimme versucht an den Hörer zu bringen. Dabei sind einige Sachen so verschlüsselt, dass es ein paar Anläufe braucht um die Story dahinter zu erkennen. Und vor allem das macht das Album so interessant.

„Man hält den Status hoch, wenn schon nicht den Kopf“
– Für ein Leben

 

Nachdem mit der Singleauskopplung „Kolumbus“ nochmal ordentlich aufgetrumpft wird, beruhigt sich die Platte mit „In einem Krieg“ erneut, wird fast poppig, aber schafft auch einmal kurz Zeit um durchzuschnaufen. Last but definitly not least entfalten sich „Drei Minuten“ und ich verliebe mich nochmal schwerstens und möchte an dieser Stelle am liebsten einfach nur noch das grüne Vinyl, wenn ich denn endlich stolze Besitzerin sein darf, umdrehen.

„Ich bleib immer hungrig, wenn ich alleine essen muss“

“Ich will nicht mehr alleine schlafen, weil ich immer an den Beinen frier’”
– Drei Minuten

 

Entschuldigung, ich kann hier nicht das Highlight ausfindig machen. Es gibt einfach zu viele. Mittlerweile habe ich das Album an die 50 Mal gehört und werde noch immer nicht müde.
Eine eilige Notiz auf der Jahresbestenliste später, sei angemerkt, dass ihr auf der Seite vom Fotofuchs Tim Bruening das komplette Album ohne Pipapo auf besondere Art und Weise streamen könnt.

Song + Foto = <3
Klickste hier: http://timbruening.com/

 

Matula auf Tour:

28.02. Magdeburg, Café Central
01.03. Erfurt, Ilvers
02.03. Dresden, AZ Conni
03.03. Berlin, Ramones Museum
04.03. Nürnberg, Club Stereo
05.03. A-Wien, Bach
06.03. München, Sunny Red
07.03. Wiesbaden, Kulturpalast
08.03. Köln, Privat
14.03. Lübeck, Blauer Engel
15.03. Hamburg, Nachtasyl
04.04. Göttingen, Theaterkeller
05.04. Dortmund, Nordpol
17.04. Berlin, Cassiopeia
18.04. Wunstorf, Osterwelt
19.04. Trier, villaWuller
20.04. Saarbrücken, Kleiner Klub

About Eileen

"Eigentlich wollte ich ja nicht mehr über Musik reden... "