Über die Liebe zur Musik…

  • Foto: Marvin Böhm

Lauschangriff
#23: Leitkegel

Vor 3 Jahren gepostet,von Eileen
daniel

Foto: Marvin Böhm

Daniel ist der Schreihals von den Punkern aus Essen namens Leitkegel. Obohl es ihm der Entscheidungen wegen ganz schön schwer gefallen ist, stellt er uns heute seine fünf aktuellen Lieblingsplatten vor.

 

Hier kommt Daniels Mischung aus „All-Time-Favorite“, „momentaner Liebling“, „Wiederentdeckt“, „Toursoundtrack“ und „schöne Anekdote“.

Frohes Lauschen!

 

  • Brand New – The Devil and God are Raging Inside me [2007]

BRAND NEW haben mich durch meine Adoleszenz gebracht. Auch wenn „Deja Entendu“ definitiv die größeren Hits auf Lager hat, ist „The Devil and God…“ einfach das viel stimmigere, kohärentere, progressivere und gefühlsbetontere Album. Und deshalb für mich das beste. „Sowing Season“ ist der Inbegriff des perfekten Openers und jede Sekunde auf diesem Album bereitet mir eine Gänsehaut. Auch heute noch. Was habe ich mich im Nachhinein geärgert, dass ich mir damals nicht schon die Vinyl gekauft habe. Und was habe ich mich gefreut, als mir Daniel, unser Gitarrist, das Vinyl Re-Release 2013 zu Weihnachten schenkte. Ich glaube, ich habe vor Glück sogar geweint.

 

  • Queens of the Stone Age – Songs for the Deaf [2002]

Hochsommer 2002. Ich gemeinsam mit Oma und Mutter in einem alten Mazda auf dem Weg nach Südfrankreich in den Urlaub. Als wir in Montpellier angekommen sind, habe ich fast mein ganzes Urlaubsgeld in einem Secondhand-Laden für hässliche Klamotten ausgegeben. Das bisschen Geld, das noch übrig blieb, wollte ich im Plattenladen um die Ecke verprassen. Da lag dann dieses Album in der Auslage. Ich wusste damals nur, dass da dieser Typ von KYUSS mitmacht und der eine von NIRVANA und den FOO FIGHTERS, und ein glatzköpfiger Schreihals auf Drogen. Draußen waren es mindestens 40°C und „Songs for the Deaf“ nun die einzige CD im CD-Player des Autos. Meine Mutter wollte mir auf einem abgelegenen Schotterparkplatz das Autofahren beibringen. Ich habe mich nicht getraut. Aber dank „Go with the Flow“ fühlte ich mich trotzdem wie der König der Landstraße.

 

  • Adolar – Zu den Takten des Programms [2011]

Auf der Suche nach einer Band mit dem Anfangsbuchstaben „A“ hat mir LastFm vor ein paar Jahren ADOLAR vorgeschlagen. Gierig wie ich war, habe ich mir sofort alle kostenlosen Downloads gekauft – und mich dann umgehend verliebt. Dann erschien „Schwörende Seen…“ und ich dachte: „besser werden die nicht mehr“. Dann kam wenig später „Zu den Takten des Programms“ und ich wurde eines Besseren belehrt. Dieses Album ist von vorne bis hinten stimmig, schlägt haken, ist frech, super arrangiert und produziert, und spricht mir bei so ziemlich jedem Satz direkt aus der Seele. Die einzige Platte, die ich mir extra noch mal auf CD gekauft habe, einfach nur, weil ich der Band irgendwie für diese Lieder danken wollte. Geld sagt mehr als tausend Worte.

 

  • Limp Bizkit – Significant Other [1999]

Wenn man als Band unterwegs ist, neigt man dazu, im Auto ziemlich viel Quatsch zu hören. Aber das hier ist purer Ernst. Nie war Fred Durst wütender, nie war er verletzlicher. Das ist Emo für den modernen Redneck. „Significant Other“ ist die perfekte Symbiose aus der kompromisslosen Härte des Metals und dem derben Flow End-90er US-Raps. Das ist so herrlich prollig und wenn ich Wrestler wäre, dann wäre „Break Stuff“ meine Einmarschmusik. Und um den Kreis zum Touren zu schließen: Wenn wir voll beladen mit 60km/h dem nächsten Auftritt hinterherjagen, ist „I’m Broke“ der Soundtrack unseres Lebens.

 

  • Marteria – Zum Glück in die Zukunft II [2014]

Marten Laciny sieht super aus, war mal Fußballprofi, unterstützt Trinkwasserprojekte in Uganda und macht ausgezeichnete Musik. Wie kann man so jemanden doof finden? „Zum Glück in die Zukunft II“ ist der konsequente Nachfolger zum ersten Teil: catchy, abwechslungsreich, angriffslustig, nachdenklich, hymnisch, direkt, und von The Krauts mega dick in Szene gesetzt. Da klingt sogar plötzlich Campino gut. Auf dem Weg zur Arbeit „Bengalische Tiger“ hören und dann aufgeputscht und wütend E-Mails beantworten. Außerdem: Wer Zeilen schreibt wie „Will rauchen, hab’ ne Packung rote Gauloises“ kann einfach kein schlechter Mensch sein.

 

Leitkegel auf Tour:

01.03. – landau, café fatal
02.03. – tübingen, epplehaus
03.03. – tba
04.03. – tba
05.03. – tba
06.03. – berlin, tiefgrund
07.03. – kassel, k19
08.03. – detmold, alte pauline
09.03. – osnabrück, freiraum petersburg
15.03. – mülheim a.d.r., az
22.03. – düsseldorf, weltkunstzimmer

About Eileen

"Eigentlich wollte ich ja nicht mehr über Musik reden... "