Über die Liebe zur Musik…

Ein Solikonzert
für den Schokoladen: Turbostaat

Vor 4 Jahren gepostet,von Eileen

Der Schokoladen in Berlin fasst 100 Leute, bis er aus allen Nähten platzt. Mittlerweile spielen Turbostaat in Läden, die zehnmal so groß sind. Als dieses Soli-Konzert verkündet wurde, war für mich natürlich klar, dass ich unbedingt anwesend sein will.

Das Ticket zu ergattern war die erste große Hürde, die es zu meistern galt. Der Vorverkauf lief ausschließlich über Koka36, wo ich zum Start Punkt 10:00 Uhr anrief, in der Warteschlange hängen blieb, und mir zwei Minuten später gesagt wurde, dass das Ganze ausverkauft sei. Wie war denn das möglich? Nie hätte ich gedacht, dass da so eine Sturmwelle auf die Tickets zugerollt kam.

Wie auch immer, meine verbliebene Hoffnung ruhte nun auf den Schultern einer Freundin, die sich vor Ort befand. Zwei Tickets durfte sie noch kaufen und so hielt sie einige Sekungen später mein Glück im Papierformat in den Händen. Danke.

 

5. Februar, 19:00 Uhr: Vor dem Venue haben sich eine handvoll Leute versammelt als wir schon den kleinen Schuppen betraten. Der Raum füllte sich gemächlich, wärend ich mir mein Astra für zwei Taler schmecken ließ.

Den Abend eröffneten „My Kung Fu“, die in poppiger Singer/Songwriter Manier ihre Instrumente bespielten (wenn man zu dem Gebilde aus Mülleimer, Schneebesen, Kästen, Trommeln und sonstigem Ramsch überhaupt Schlagzeug sagen kann). In meiner riesigen Deutschpunk Vorfreude, ließ mich das Geschehen aber leider kalt. Eine Dreiviertelstunde später bin ich erleichtert. Schnell die Sachen gesichert und dann ging’s los.

 

Während die Fünf durch die Menge auf die Bühne stapsten, lehnte auf meinem Hals sicher nicht das einzige Gesicht, durch das sich ein breites Grinsen bahnte. Fast zwei Monate lang musste ich ohne meine Lieblingsband auskommen. Das hält doch kaum einer aus!

 

Es war warm, es stank nach Qualm und die Meute hüpfte. Jedoch tropfte der Schweiß weder von der Decke, noch fielen die Männ- und Weiblein um wie Dominosteine oder verstauchten sich die Handgelenke. Die Stimmung war friedlich aber keineswegs vorsichtig oder schüchtern. Die Stimmen der Zuschauer gröhlten nach vorn und Fäuste erhoben sich im Takt. Gut, dass wir unseren Standpunkt sorgsam wählten und in der vorderen Hälfte unmittelbar vor der Bühne Platz fanden. Denn da die Bühne so tief nach Hinten verlief, war es für die Leute auf den billigen Plätze schwer den ein oder anderen Musiker überhaupt auszumachen.

 

So, was soll man jetzt noch sagen. Das Konzert war ganz wunderbar, trotzdem die Bandeumel fast keine Songs spielten, die ich auf der letzten Tour nicht gehört habe – außer Bossbax, da freute ich mich.

Dadurch, dass ich keine Setlist in den Händen halte, und mich während der einzelnen Stücke auch fast nie an die Namen der Lieder erinnere, kann ich nun leider nicht die ganzen Hits aufzählen, die wir geboten bekamen.

Geht das eigentlich noch jemandem so, dass man 99% der Texte mitsingen kann, ohne aber den passenden Songtitel zu wissen?

 

Wie dem auch sei: Eine Biedusche und eine Zugabe später, war dann auch schon wieder alles vorbei, obwohl Turbostaat ihr gängiges 1 1/2 Stunden Set zum Besten gaben.
Diese kleinen Clubkonzerte bleiben einfach immernoch ein besonderes Schmankerl.

Danke dafür und alles Liebe für den Schokoladen!

 

 

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"Eigentlich wollte ich ja nicht mehr über Musik reden... "