Über die Liebe zur Musik…

Lauschangriff
#20: John Allen

Vor 4 Jahren gepostet,von Ara

Leinen los – der Hamburger Singer/Songwriter John Allen startet im März seine erste große Headliner-Tour durch Deutschland, die ihn nicht nur in kleine Bars und Clubs, sondern auch in gemütliche Wohnzimmer führen wird. Doch bevor es soweit ist und er gemeinsam mit Ghost Of A Chance und Southerly getreu dem Tourmotto „No More Empty Bars“ unterwegs sein wird, haben wir ihn noch ein wenig zu den Platten ausgefragt, die aktuell auf seinem Plattenteller rotieren:

 

 

The Gaslight Anthem – The ’59 Sound

Van Morrison hat einmal gesagt, es gäbe schon seit den späten 70ern keine guten Alben mehr. Er schloss seine eigenen Machwerke in dieses Statement ein und ich glaubte ihm. Wer widerspricht schon Van the Man? Meine Skepsis war also groß als eine Freundin mir von dieser Band erzähle, die “eigentlich Punk macht, aber auch akustisch sau gut ist”. Mehr oder minder widerwillig hörte ich mir einen Song namens “Great Expectations” an und musste mich und schon bald darauf Van Morrison korrigieren. Der Typ der da für diese Radiostation sang hatte etwas zu sagen und in seiner Stimme lag genau die Art Zerbrechlichkeit die ich bei Tom Waits liebte. Schon wenige Wochen später hatte ich alle Gaslight Alben. Nur um Brian Fallon zu sehen ging ich dann zur Revival Tour nach Wiesbaden und entdeckte Dave Hause und Chuck Ragan… ohne “Great Expectations” wäre das alles nicht passiert. Abgesehen davon ist 59 Sound eine tolle Scheibe zum Sporttreiben, voller rauher Energie. Melancholisch und doch optimistisch. Danke, Brian!

Lieblingszeilen:        

„The pounding in the street was your heart in 4/4 time / And the taste of defeat was never too far from your mind.“ (High Lonesome)

 

 

Thelonious Monk – Straight, No Chaser

Ich habe kürzlich angefangen Homeland zu schauen, großartige Serie übrigens. Die Protagonistin hört in der ersten Staffel ausgesprochen viel Jazz und ich dachte, ich müsste mich auch einmal wieder etwas mehr damit beschäftigen. Vor zwei Wochen habe ich mir daher ein paar Jazz-Alben gekauft. Oscar Peterson, Miles Davis, John Coltrane, Thelonious Monk. Bei diesem hier bin ich hängen geblieben. Monk war ein großartiger Pianist und die Riffs die er entwirft sind schlichtweg fantastisch. Es müssen nicht immer Songs mit Texten sein, die Botschaften vermitteln. Ich werde wohl kein Freund von irgendwelchen Hardcore-Freejazz Sessions werden, aber trotzdem läuft Monk im Moment hoch und runter. Großartiger Künstler, der nebenbei noch einiges für die Integration von Schwarzen in den USA getan hat.

Anspieltipp:    Straight, No Chaser

 

 

Tom Waits – Glitter & Doom

Ich liebe Tom Waits. Gleichzeitig verstehe ich jeden, der mit ihm nichts anfangen kann. Seine Stimme… nunja… sie ist wohl mit “eigenwillig” gut umschrieben. Bob Dylan hat einmal gesagt, Tom Waits Stimme sei durch den Konsum von täglich mehreren Litern Whiskey, zwei Packungen Reißbrettnägeln und  akutem mehrwöchigem Schlafmangel zu erklären. Es gibt viele Momente in denen ich mir Wünsche wie Tom Waits zu sein. Eigenwillig verschroben, der Realität irgendwie entrückt. Im Moment höre ich viel “Glitter & Doom”, sein Livealbum von 2009. Es bietet die perfekte Mischung aus den Piano-Bar Shantys wie “Lucky Day” oder auch absurde Rauschfantasien wie “Singapore”. Abgesehen davon gibt es eine Bonus CD mit all den herrlich absurden Geschichten (“Tom’s Tales”), die Waits auf seinen Konzerten so erzählt. HIe erfährt man warum er Henry Fords letzten Atemzug bei eBay erstanden hat und wie man mittels einer Schrotflinte eine Frau schwängern kann. Mein Lieblingssong ist übrigens “Falling Down”.

Lieblingszeilen:

  When I opened my eyes, I was as blind as can be / When you give a man luck, he must fall in the sea / She wants you to steal and get caught / And she loves you for all that you are not / When you’re falling down. (Falling Down)

 

 

Frank Turner – Tape Deck Heart

Ich bin Tagebuchschreiber. Auf die Innenseite meines 2014er Tagebuches habe ich eine Zeile aus “Polaroid Pictures” geschrieben. Ich habe zuletzt des Öfteren gelesen, TDH sei nicht unbedingt Frank’s beste Platte, sogar von einer “Enttäuschung des Jahres” war zu lesen. Bei mir läuft sie im Moment rauf und runter und es gibt genug Songs darauf die nach jedem Hören wachsen. “Broken Piano” ist so eine Nummer. Am Anfang fand ich sie schlichtweg langweilig, inzwischen grandios. Mein persönlicher Favorit bleibt allerdings “Polaroid Pictures”, vielleicht weil ich sentimental bin, vielleicht weil ich gerne Fotografiere, vielleicht weil er mir den Song auf unserem letzten Konzert zusammen gewidmet hat. Wie dem auch sei, ganz großes Album!

Lieblingszeilen:        

In the stillness of the moment it takes for a Polaroid Picture /To capture our faces forever and /The world has turned a touch on its axis / And the only thing certain is that everything changes. (Polaroid Picture)

 

 

The Weakerthans – Reconstruction Site

Ich habe die Weakerthans erst kürzlich für mich entdeckt. Sie sind mir zigfach empfohlen worden, aber irgendwie habe ich einfach nicht die Zeit gefunden reinzuhören. Als ich es dann tat offenbarte sich mir ein Kosmos. Ich liebe die Bilder die John K. Samson in seinen Songs zeichnet. So absurd wie Bob Dylan in seiner Hochphase, so lyrisch wie Leonard Cohen. Mein Lieblingssong ist glaube ich tatsächlich “Reconstruction Site”. Wundervolle Melancholie!

Lieblingszeile:   

Throw away my misery / It never meant that much to me / It never sent a get-well card (Reconstruction Site)

 

 

Präsentiert von Flix Records & Cardinal Sessions

+ akkordarbeit, Lieblingstape, Schallhafen.de – Das Magazin für Musik & Popkultur:
01.03. Dortmund, House Show*
02.03. Krefeld, House Show*
03.03. Kiel, Subrosa*
04.03. Hamburg, House Show*
05.03. Berlin, Schokoladen*
06.03. Leipzig, Substanz*
07.03. Altenburg, Finnegans*
08.03. Koblenz, House Show*
09.03. Aachen, AZ
10.03. Köln, House Show
11.03. Mönchengladbach, KulTube
12.03. Düsseldorf, Tube
13.03. Aulendorf, Irreal Bar
14.03. St. Gallen (CH), Flon
15.03. Mainz, House Show
17.03. Hamburg, Grüner Jäger # (w/ Pilot to Gunner & Barrels)

*= /w Ghost Of A Chance
Krist Krueger from Southerly ist auf der gesamten Tour mit an Bord!

#= John Allen solo

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...