Über die Liebe zur Musik…

Happy
Release-Day Spaceman Spiff!

Vor 4 Jahren gepostet,von Ara

Neues Konzertjahr, Neues Glück, alte Bekannte – denn die Würzburger Kellerperle lud zu „Perlen Unplugged“ ein. Einer Veranstaltung die ein wenig der Berliner Ausgabe von TV Noir ähnelt und am gestrigen Donnerstag Cynthia Nickschas und Spaceman Spiff im Programm hatten. Quasi kein richtiges Konzert, sondern eine Mischung aus Podiumsinterviews und akustischen Zwischeneinlagen. Da mein letztes Spaceman Spiff schon knapp drei Jahre in der Vergangenheit lag und sein heute erschienenes Album „Endlich Nichts“ schon seit Weihnachten in Dauerrotation auf meinem Laptop lief, gab es Anlass genug, dieser Art von Event eine Chance zu geben. Bereits im Vorfeld hatte sich über die Facebook-Veranstaltung ein ungewöhnlich hoher Andrang angekündigt und gestern Abend war ich letztendlich froh, die Karte bereits im Vorverkauf erworben zu haben. Auch wenn so viele Menschen wie möglich, in die Perle gelassen wurden – irgendwann ging nichts mehr: Einlass-Stop! Ausverkauft! Kein Wunder, immer ist Hannes aka. Spaceman Spiff einer der wenigen Musiker dieser Region, die man auch über die Grenzen Unterfrankens hinweg kennt.

 

Cynthia Nickschas - Foto: Arabell WalterTrotz ausverkauftem Laden wurde es kurz nach 20 Uhr ruhig und Moderatorin Annika betrat mit ihren beiden Gästen die Bühne. Womöglich setzten sich die drei mit einer zu großen Portion Schwung auf das dort positionierte Sofa – KRACH – die Erhöhung, auf der das Sofa stand, knickte auf einer Ecke weg. Das Gelächter war groß und die Aufregung bei beiden Musikern wortwörtlich mit einem Schlag verflogen. Statt den Abend mit einem Gespräch zu beginnen, gab es erst einmal Musik; Hannes machte den Anfang mit Milchglas (früher einmal Gedankenstricke III). Danach der fliegende Wechsel: Cynthia griff ihrerseits zur Gitarre und offenbarte uns ihr Stimmvolumen. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir die Sängerin, die zur Zeit in Bonn lebt, gänzlich unbekannt. Meine Meinung über Cynthia ist zweigespalten. Auf der einen Seite finde ich sie sowohl stimmlich als auch an der Gitarre großartig – ihre Stimme erinnert mich sehr an Cäthe. Auf der anderen Seite finde ich aber auch, dass ihre Texte – oftmals politisch – nicht ganz zur musikalischen Untermalung passten.

 

Nachdem sich also beide musikalisch vorgestellt hatten, ging es mit einer Talk-Runde weiter. Es wurden Wein und Schnaps  auf die Bühne gebracht und der Zuschauer erfuhr, wie die Hannes und Cynthia zum Musikmachen gekommen waren. Für meinen Geschmack gestaltete sich dieser Teil der Veranstaltung ein wenig zäh. Kleiner Einblick? „Hannes, dein neues Album heißt „Endlich Nichts“.“ Spaceman Spiff - Foto: Arabell Walter– „Ja.“ – Stille. – „Ach, du willst, dass ich das jetzt ausführe?“. Zum Glück überwogen jedoch die musikalischen Momente und Mr. Spiff bewies mit der Darbietung von Songs wie „Oh Bartleby“, „Wände“ und „Dem Tag, An Dem Ich Nicht Verrückt Wurde“, dass sein drittes Album nicht nur auf Platte, sondern auch – oder ganz speziell – live voll und ganz überzeugen kann. Cynthia hat mich mit ihrem Auftritt immerhin dazu bewogen, einmal genauer hinzuhören – dieses Jahr soll ein Livealbum erscheinen, dass im vergangenen Jahr aufgenommen wurde.

 

Der Rest der Veranstaltung war zwar hin und wieder durchaus unterhaltsam aber gleichzeitig auch durchzogen von Pannen und peinlichen Momenten. Idee: Gut. Umsetzung: Mangelhaft. Dennoch behaupte ich nicht, wie einige andere Besucher, dass die sechs Euro Eintritt verschwendetes Geld waren. So kann ich mir wenigstens jetzt sicher sein, dass ich am 24. Januar wenigstens noch einmal zu Spaceman Spiff gehen werde, wenn er dann mit Band auf der Bühne des Cafe Cairos steht. Ihr solltet das auch tun – nicht unbedingt in Würzburg, aber Hannes tourt ja glücklicherweise durch das ganze Land:

 

17.01. Münster – Amp
18.01. Rees – Haldern Pop Bar
19.01. Essen – Zeche Carl
20.01. Bielefeld – Bunker Ulmenwall
21.01. Hannover – Lux
22.01. Berlin – Magnet
23.01. Leipzig – NaTo
25.01. München – Ampere
26.01. A – Wien – B72
28.01. Stuttgart – Keller Klub
29.01. Wiesbaden – Schlachthof
30.01. Köln – Blue Shell
31.01. Hamburg – Uebel & Gefährlich
01.02. Lüneburg – Salon Hansen

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Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...