Über die Liebe zur Musik…

  • Scheibenwischer-Pogo!

  • Findus in Jena!

  • Feine Sahne: Freudige Trinkumpanen!

Findus/Egotronic/Feine Sahne
Fischfilet Teil III: Orkan-Stürme & Trinkfreude!

Vor 4 Jahren gepostet,von Ara

Ten Years From Now Audiolith geht in die dritte Runde, und  Findus-Schlagzeuger Timo berichtet wieder fleißig über die vergangenen Tage mit Egotronic und  Feine Sahne Fischfilet. Doch bevor es am Freitag nach Jena ging, gab es noch einen kleinen spontanen Trip nach Bremen…

Mittwoch, 04.12.2013

 

Seit dem ersten Audiolith Geburtstagswochenende sind nun drei Wochen vergangen. Dass es ein unheimlich großes Vergnügen ist, mit Feine Sahne Fischfilet und Egotronic auf Tour zu sein, war jedem schnell klar und nun wartete man gespannt auf die Fortsetzung des Dreiteilers. In der Woche direkt danach waren wir noch alleine auf Tour, dann wurde es aber ein wenig ruhiger – oder sagen wir besser theoretischer. Jeden Tag standen Aufgaben in Bezug auf unser neues Album an. Testmixe gegenhören, Artwork Entscheidungen, verschiedene Kalender auf einen gemeinsamen Nenner bringen und so weiter. In dem Moment, als wir abquatschen wollten, wann wir vor den Konzerten in Jena und München proben, kam eine SMS von Turbostaat. Auxes, deren Vorband für Bremen war krank geworden und sie fragten, ob wir Lust hätten einzuspringen. Telefonkette! Wir fünf konnten  unsere Jobs verschieben, der von uns für das Wochenende gemietete Tourbus war schon früher abholbereit und auch unser Tonmann Bocky hatte Zeit. Also, vergiss die Generalprobe, wir spielen einfach ein Konzert mit Turbostaat!

 

Findus - Foto: Timo Meinen

Donnerstag, 05.12.2013

 

Für den Donnerstag gab es eine Sturmflutwarnung und der Orkan Xaver fegte übers Land. Ganz Norddeutschland wurde verrückt gemacht und in Städten wie Flensburg oder Kiel wurden sogar Konzerte abgesagt. Ich selbst bekam mindestens 5 Nachrichten, dass wir bloß vorsichtig fahren sollen. Auf der Autobahn herrschte Scheibenwischer-Pogo und es regnete wie aus Eimern. Man merkte, wie der Bus ordentlich durchgeschüttelt wurde, aber Gefahr bestand keine. In Bremen angekommen waren Turbostaat gerade dabei aufzubauen. Für uns hieß es jetzt erst einmal abhängen und warten. Die Freude über das spontane Wiedersehen war groß. Schon komisch, dass wir manche Bands gerade öfter sehen, als unsere Freunde zuhause.

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Bis wir Soundcheck machen konnten zog es sich eine Weile hin. Irgendwas stimmte mit der Anlage nicht. Als wir dann an der Reihe waren, merkte ich gleich, dass auch der Sound auf der Bühne ziemlich uncool war. Außerdem rannten wir gegen die Zeit an. In 30 Minuten sollten die Türen aufgehen und bis dahin mussten wir fertig sein. Es war dann alles soweit am Start, dass wir das Konzert spielen konnten, doch man hätte definitiv noch 10 Minuten mehr gebraucht um alles wie gewünscht einzustellen. Ging aber nicht. Ätzend.

 

 

Ich war den ganzen Tag über müde und der miese Bühnensound vervollständigte das Gefühl, irgendwie neben mir zu stehen. Ich boxte mich durchs Konzert und konnte mich nicht richtig fallen lassen. Jeder Song fühlte sich an wie eine Ewigkeit und ich war froh, als die Setliste durchgespielt war. Tage wie diese kotzen mich an. Ich habe mir mal vorgenommen, bei jedem Konzert 110% zu geben und bin richtig genervt, wenn das mal nicht funktioniert. Dann hilft meistens nur schlafen – am nächsten Tag sieht alles wieder anders aus. Turbostaat spielten wie gewohnt fantastisch. Ich könnte mir diese Band jeden Tag angucken.

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Weil das Konzert so kurzfristig zustande kam, haben wir uns keine Übernachtungsmöglichkeit in Bremen gesucht und sind nachts wieder zurück gefahren. Im Laufe des Abends haben Feine Sahne Fischfilet, welche eigentlich am Wochenende die Backline stellen wollten, uns geschrieben, dass sie aufgrund der Wetterbedingungen den extra dafür angemieteten Anhänger nicht hinter ihren Bus packen dürfen. Wir sind also wieder an der Reihe. Gegen 01:00 Uhr fahren wir in Bremen los und geraten in einen Schneesturm. Xaver is cool as ice. Mit maximal 80kmh kriechen wir zurück nach Hamburg. Trucker-Weihnacht mit Findus. Um 03:00 Uhr kommen wir bei unserem Proberaum an. Die Abfahrt für den nächsten Tag wurde wegen der Backline Geschichte von 10:30 Uhr auf 08:30 Uhr gelegt. Mit knirschenden Zähnen und einem „bis gleich“ macht sich jeder auf den Weg nach Hause um sich dort seine paar Stunden Schlaf abzuholen.

 

Findus - Foto: Timo Meinen

 

Freitag 06.12.2013

 

Wie Zombies treffen wir uns morgens am Bus. Vor uns liegen sechs Stunden Autobahn inklusive Orkan Bespaßung. Das Lenkrad muss stets mit beiden Händen festgehalten werden. Man merkt, dass da Naturgewalten im Spiel sind. Irgendwie beeindruckend, aber auch irgendwie super nervig. Während der Autofahrt hören wir die finalen Mixe unseres neuen Albums. Die Zeit der Änderungswünsche ist vorbei und was wir jetzt gerade hören ist das Ausgangsmaterial für’s Mastern. Man kommt irgendwann an den Punkt, an dem man vor lauter Möglichkeiten ein wenig den Überblick verliert und es ist ein sehr beruhigendes Gefühl, dass jetzt endlich der Deckel auf dem Topf ist.

Findus in Jena!

Egotronic in Jena!

 

Sechs Stunden später kommen wir in Jena an. Das Kassablanca ist ein verdammt herzlicher Ort und  wir bekommen einen traumhaften Arrival-Snack serviert. Wir fühlen uns von Anfang an wohl und warten auf die nach und nach eintrudelnden anderen Bands. 17:00 Uhr – Es ist Zeit für den Soundcheck. Von meinem miesen Gefühl vom Vortag ist überhaupt nichts mehr da. Der Sound auf der Bühne ist traumhaft und man fühlt sich mitten drin. Warum ist das bloß nicht immer so? Unser Konzert hat mir sehr gut gefallen. Man konnte sich fallen lassen. Endlich wieder go with the flow. Egotronic spielten als zweites. Man merkt deutlich, wie diese Band von Konzert zu Konzert besser wird – das gefällt mir!

Feine Sahne Fischfilet haben den Laden danach mal wieder abgerissen. Das Kassablanca war ausverkauft und alle hatten Bock! Monchi sprang gegen Ende des Konzerts sogar von der Empore und bügelte die Besucher wie eine Reihe Domino-Steine nieder. Chrü von Egotronic hat die Kamera draufgehalten (KLICK!). High Five’s gehen an alle Mutigen, die versucht haben, Monchi aufzufangen! Die Party im Backstage geht verdammt lange und ist sehr wild. Erst als wirklich alles leergetrunken ist, löst sich der Mob auf. Egotronic und Feine Sahne Fischfilet schlafen im Hotel. Wir pennen in einem alten Bahnschlafwagon, der direkt neben dem Kassablanca steht. Abgefahren.

 

 

Samstag 07.12.2013

 

Wir kommen pünktlich um 15:30 Uhr in München an. Das Gelände des Feierwerks sowie deren Crew sind mittlerweile Bekannte von uns. Es ist immer wieder schön, solche Leute wiederzutreffen, egal in welcher Stadt. Wir bauen die Backline auf und haben jetzt erst mal „Freizeit“, bis wir um 19:00 Uhr mit dem Soundcheck an der Reihe sind. Es herrscht wunderbare Klassenfahrtstimmung. Man merkt, dass man mit den anderen beiden Bands Freundschaft geschlossen hat. Alles fühlt sich so an, als wenn man schon seit zwei Jahren mit diesen Typen unterwegs ist. Für das Konzert heute haben wir uns ein kleines Extra ausgedacht. Die beiden Trompeter von Feine Sahne Fischfilet werden uns heute bei Feuer in Paris begleiten. Auch hier hielt Chrü die Kamera drauf (KLICK). An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an Jacobus und Max!

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Nach unserem Konzert erhielten wir dann die ersten gemasterten Songs, die wir Probehören mussten. Aus diesem Grund habe ich so gut wie nichts von den Konzerten der anderen Bands mitbekommen. Schade, aber die neue Platte geht halt vor.

 

Feine Sahne: Freudige Trinkumpanen!

Feine Sahne: Freudige Trinkumpanen!

Im Backstage entwickelte sich nach den Shows ein ziemlich krasser Partymob. Jede Band hat ihren eigenen Catering-Rider und wir mussten feststellen, dass eine verdammt große Menge Schnaps zusammenkommt, wenn man diese drei Rider zusammenfügt. Torsun legte im Anschluss für ca. zwei Stunden auf und wir gingen runter und tanzten. Die Abfahrt für den nächsten Tag war auf 08:00 Uhr angesetzt, da wir den gemieteten Bus um 18:00 Uhr zurückgegeben haben mussten. Gegen 02:00 Uhr machte ich dann einen polnischen Abgang und legte mich einfach schlafen. Die Nachlager bestanden diesmal aus drei Zimmern mit jeweils vier Betten und einem großen Matratzenlager im Backstage Bereich. Als ich morgens von Stefan geweckt wurde, saß Fred noch in Feierklamotten auf dem Sofa neben mir. Scheinbar ging die Party hier bis 07:00 Uhr morgens. Auf dem Weg ins Badezimmer, sah ich, dass es ganz schön abgegangen sein muss. Die Küche war nicht mehr wiederzuerkennen. Später bekam ich mit, dass die Helden versucht haben, alles Mögliche mit der Mikrowelle warmzumachen, bis sie sich dabei so hochgeschaukelt haben, dass sie das Teil explodieren lassen wollten. Von dieser Idee abgelassen haben sie erst, als die Kaffeemaschine nicht in die Mikrowelle passte. Monchi aß außerdem das komplette Bandfrühstück auf und „schmierte“ sich ungefähr zwanzig Brötchen nur mit seinen Fingern. Obwohl ich eigentlich immer echt gerne bei solchen Sachen am Start bin, war ich dieses Mal irgendwie beruhigt, einfach ins Bett gegangen zu sein. Auf der Fahrt zurück nach Hamburg rafften sich alle noch mal auf. Wir mussten die Liederreihenfolge für das neue Album festlegen. Eine sehr spannende Entscheidung. Diese wurde den Produzenten dann per Email mitgeteilt und steht nun fest. Ein bisschen so, als würde man etwas in Stein meißeln. Stück für Stück wird das Teil immer fertiger. Ein gutes Gefühl. Kurz darauf schliefen alle Leute ein und erholten sich von ihrer Food-Fight-Night. Ich merkte, wie sich mein Körper gerade auf den Tourmodus einstellte und am liebsten noch ein paar Konzerte mehr gespielt hätte. Denkste, morgen ist erstmal wieder Alltag angesagt.

 

Das waren dann drei Konzerte, 1.878km, 18 Stunden auf der Autobahn und nicht mal ansatzweise so viel Schlaf. Als ich Sonntagabend nach Hause kam, ging ich joggen, bestellte mir Pizza und haute mich mit einem guten Buch aufs Sofa. Liebes Universum, vielen Dank für ein weiteres schönes Abenteuer. To be continued…

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...