Über die Liebe zur Musik…

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  • Northcote in Frankfurt - Foto: Arabell
  • Dave Hause in Frankfurt - Foto: Arabell
  • Dave Hause in Frankfurt - Foto: Arabell
  • Dave Hause in Frankfurt - Foto: Arabell

„These’re the last
songs I will ever play here!“

Vor 3 Jahren gepostet,von Ara

Wenn ich spontan einen Grund nennen müsste, warum ich immer noch an der Idee dieses Blogs festhalte, würde mit „Wegen Musikern wie Northcote oder Dave Hause“ antworten. Denn es sind Menschen, wie diese beiden, die ihre Träume leben und an das, was sie tun, glauben. Und nicht nur das – obendrauf ermutigen sie auch noch andere, es ihnen gleich zu tun. Und für mich persönlich gibt es nichts schöneres, als mit Reviews und Galerien wie diesem Beitrag meinen kleinen Teil beizutragen.

 

Northcote in Frankfurt - Foto: Arabell

Northcote zum Beispiel, der eigentlich Matt heißt und aus Kanada kommt, ist zumindest auf den ersten Blick kein Typ, dem man die Musik zutraut, die er zur Zeit im Vorprogramm von Dave auf die Bühne bringt. Und doch hat er das Publikum nach wenigen Minuten auf seiner Seite. Man hat sofort das Gefühl, man würde einen langjährigen Freund vor sich auf der Bühne stehen sehen. Wie er da steht und davon erzählt, dass er immer Sänger werden wollte und keiner an ihn glaubte und nun hier in Deutschland mitunter die beste Zeit seines Lebens hat. Oder indem er seine eigene Bühnen-„Performance“ durch den Kakao zieht, indem er seinen Sturz vor wenigen Tagen in Amsterdam mit einem Auftritt der Spice Girls vergleicht.  Er steht da, spielt seine Lieder mit geschlossenen Augen und bedankt sich, mit der Faust auf seinem Herzen, für jeden Chor, der seitens der Zuschauer eifrig mitgesungen wird. Ich hab ihn ins Herz geschlossen und sein Song „How Can You Turn Around“ von seiner aktuellen Platte „Northcote“ hat sich bereits als Ohrwurm in meinem Gehörgang eingenistet.

 

Eine kurze Umbaupause – der Banner von Northcote wird weggeräumt, eine Kerze entzündet – dann verstummt die Musik wieder, das Intro ertönt und „Shorty“ aka Dave Hause betritt zusammen mit seinem Produzenten Mitch die Bühne. Während sich das Publikum bei „Damascus“ noch ein wenig in Zurückhaltung übt, scheint es bei „Melanin“ im wahrsten Sinne Dave Hause in Frankfurt - Foto: Arabelldes Textes aufzutauen und ab dem Sing-Along in Austism Vaccine Blues wird auch in voller Lautstärke mitgesungen. Am Nachmittag hatte Mr Hause noch verkündet, dass auch das Frankfurter Konzert kurz vor dem Ausverkauf stand – und tatsächlich; die Hütte ist voll!

 

Und das völlig verdient! Anfang des Jahres hatte ich Dave das erste Mal beim Groezrock Festival in Belgien gesehen – seine Musik kannte ich schon ein wenig länger – doch schon damals hatte mich seine Bühnenpräsenz umgehauen. Und nun auf der kleinen Batschkapp-Bühne war ich einmal mehr fasziniert – eine kleine Bewegung seitens des Amerikaners und schon klatscht der gesamte Laden!  Und natürlich teilt der kleine Mann auch wieder grinsend auf Kosten des Publikums aus – dieses Mal in Richtung Bar. Was fällt den Menschen am anderen Ende des Raumes auch ein, bei einem Lied wie Time Will Tell nicht mitzusingen? Also wirklich!

 

Den Lacher des Abend geht an einen Zwischenruf mit dem Wunsch „We Could Be Kings“ der von Dave als „We Could Be Twins“ missverstanden wird. „I guarantee you, we can not be twins!“, kommt es von der Bühne zurück. „You’re my evil twin, maybe!“  Doch es warden auch weniger komische Töne angeschlagen. Zum Beispiel als sich Mr Hause an seinen letzten Dave Hause in Frankfurt - Foto: ArabellBesuch in der Batschkapp – als Roadie für die Band Sick Of It All –  erinnert:

 

„I walked in today and it was such a trip to know that this place is not gonna be here anymore. You guys heard it’s gonna be shutten down and that’s a drag. So let’s try to make these next few count here – these are gonne be the last couple of songs you may hear in this place. And they’re definitely the last songs I will ever gonna play here.“

 

Für mich ist es das letzte Konzert in der sogenannten „alten“ Batschkapp und ich bin froh, dass es so ein besonderer Abend wie dieser geworden ist.  Ein Abend mit dem guten alten The Loved Ones Song Bridge in der Setlist.  Ein Abend, an dem die Gitarre mitten bei C’Mon Kid den Geist aufgibt – das Publikum aber zusammen mit Dave und zwischenzeitig ohne Gitarre weitersingt. Ein Abend an dem sich Dave zusammen mit Northcote und Mitch mit einer unglaublich schönen Version von Benediction verabschiedet. Verdammt, danke für so viel großartige Musik! Dave Hause in Frankfurt - Foto: Arabell

 

Und um noch einmal auf meinen Einleitungstext zurück zu kommen. Nachdem ich in den Tagen vor dem Konzert immer wieder Daves Musik im Büro laufen ließ, entschied sich meine Arbeitskollegin kurzerhand mit nach Frankfurt zu kommen, kaufte sich an der Abendkasse ein Ticket und verließ das Konzert als frischer Dave Hause Fan. Es gibt nichts schöneres, als seine Freude über gute Musik zu teilen und wir freuen uns jetzt schon auf das kommende Jahr, wenn Dave vermutlich mit Band zurück nach Deutschland kommt!

 

Fotos: Arabell Walter

 

 

 

 

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...