Über die Liebe zur Musik…

  • flatliners - dead language

The
Flatliners – Dead Language

Vor 3 Jahren gepostet,von blacksoot

Im September veröffentlichten The Flatliners ihr neues Album „Dead Language“. Als mich die Info über eine neue Platte erreichten war ich sofort Feuer & Flamme. Was hatten die vier Kanadier mit dem Vorgänger „Cavalcade“ doch für eine Mörderplatte rausgehauen! Das Album strotzte vor Energie und war prall gefüllt mit Hits. Gleiches trifft auch auf „Dead Language“ zu, allerdings hatte ich große Anlaufschwierigkeiten damit.

Zugegeben, wirklich aufmerksam auf diese Band wurde ich erst durch Calvacade, was hauptsächlich daran liegt, dass mir die Vorgänger musikalisch nicht wirklich zusagen. Denn seit ihrem Debüt 2005 hat sich der Stil der Flatliners doch sehr verändert. Von Album zu Album verschwand der Ska-Punk Einfluß bis sie schließlich die Transformation zur reinen Punk-Rock Band mit Dead Language abgeschlossen haben. Nicht verändert hat sich, neben Chris Cresswells unverkennbaren Stimme, der unglaubliche Berg an Vielfalt, den The Flatliners hingebend auf einem ganzen Album verteilen. Man bewegt sich artistisch durch die Trickkiste des Punkrocks;  ein bisschen Midtempo hier, ein bisschen Skate-Punk da, Ohrwurmverdächtige Refrains und wütende Sing-alongs. Das sind alles altbekannte Methoden, doch die vier Kanadier drücken dem ganzen ihren eigenen Stempel auf.

flatliners - dead languageSo eindeutig sich meine Meinung über Dead Language hier rauslesen lässt, war ich zu Anfang weit davon enfernt. Ich hatte trotz großer Euphorie meine Probleme mit dem Album, weshalb diese Review auch so lange auf sich warten lies. Nach dem ersten Durchlauf war ich ziemlich nervös. Irgendwie war nichts hängengeblieben, weder ein Textfetzen noch eine Melodie, als hätte jemand den Vorspulknopf gedrückt. Wo waren denn jetzt die Hits von denen man sich sofort mitreißen lässt, euphorisch die Hände in die Luft wirft und mit voller Hingabe mitsingt? Das zweite Mal Durchhören brachte auch keine neuen Erkenntnisse und etwas enttäuscht ließ ich die Platte ein paar Tage ruhen. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Natürlich hatten The Flatliners mit Calvacade die Meßlatte weit nach oben gelegt, aber ich hatte dieser Band locker zugetraut da mindestens noch eine Bagger-Schaufel oben draufzulegen. Doch da waren sie zu diesem Zeitpunkt für mich weit von entfernt. Hätte ich dieses Album in einem Supermarkt gekauft, ich hätte es enttäuscht mit der Angabe „Dieser Artikel entspricht nicht meiner Vorstellung“ zurückgegeben. Aber auch um mich herum waren die Meinungen geteilt, der eine Teil feierte das neue Album von Anfang an, aber vielen ging es anscheinend ähnlich wie mir, da wurde Dead Language häufiger vor Enttäuschung wütend durch’s Zimmer gepfeffert, gedanklich natürlich. Man gab die Hoffnung allerdings nicht auf, dann ist Dead Language eben einer dieser „Grower“, der seine Zeit braucht und wächst…

 

Und tatsächlich machten sich die 13 Songs von Durchlauf zu Durchlauf besser und es begannen sich mit Birds of England und Dead Hands sogar Lieblingssong rauszukristallisieren. Gerade der Refrain in Dead Hands hatte es mir angetan. Auch Tail Feathers überzeugte durch runtergeschraubtes Tempo mit eher ruhigerem Charme. Heute würde ich mich gerne in portionsgerechte Stücke zerteilen und den Löwen zum Fraß vorwerfen, wenn ich an die Schwierigkeiten denke die ich mit diesem Album hatte. Davon ist jetzt nichts mehr zu spüren, meiner Meinung nach schwimmt Dead Language Hitmäßig mittlerweile auf einer Welle mit Calvacade, mit der Ausnahme, dass Dead Language seine Perlen dem Hörer eben nicht auf einem Silbertablett serviert, sondern dieser sie Stück für Stück finden muss. So sind die einzigen Probleme die ich jetzt mit diesem Album habe Luxusprobleme wie „Verdammt! Ich kann mich nicht mal auf einen Lieblingssong beschränken!“.

 

New Damage Records / Uncle M / Soulfood Release: 13 September 2013

THE FLATLINERS Dead Language

About blacksoot