Über die Liebe zur Musik…

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  • Touché Amoré - Foto: Seelisch Photography

Volles Haus
bei Touché Amoré in Wiesbaden!

Vor 3 Jahren gepostet,von Ara

Touché Amoré in der Wiesbadener Räucherkammer – bereits im August 2012 war das eine traumhaft gute Kombination gewesen. Und so war es selbstverständlich, dass ich mir die Wiederholung zusammen mit Dad Punchers und Self Defense Family letzten Dienstag nicht entgehen ließ! Also direkt nach der Arbeit bei strömenden Regen 150km gen Westen gedüst und gegen acht am Schlachthof angekommen. Drinnen angekommen der erste Schock: Es war bereits jetzt schon brechend voll – völlig anders als beim letzten Mal, als die Mehrheit so lange wie möglich die Frischluft genossen hatte.

 

Nun musste man sich bereits bei der ersten Band Dad Punchers Richtung Bar durchkämpfen. Von dort aus erkannte ich schließlich auch bekannte Gesichter auf der Bühne. Sowohl Schlagzeuger als auch einer der Gitarristen von Touché Amoré standen da bereits mit auf der Bühne. Während mir die Musik gefiel, schienen die Meisten um mich herum ein wenig enttäuscht. Man war gekommen, um eine Hardcoreshow zu sehen und dann stand da eine Punkband auf der Bühne, zu der man nicht abgehen konnte. Manche begannen, sich zu unterhalten – andere verließen direkt den Raum. Schade – ich werde die Band weiter auf dem Schirm behalten.

Self Defense Family - Foto: https://www.facebook.com/Seelisch.Photography

Self Defense Family – Foto: Seelisch Photography

 

Als nächstes standen Self Defense Family auf dem Plan. Für mich die perfekte Mischung aus Joy Division und La Dispute. Achtung Aufschrei; darf man aktuelle Bands mit Joy Division vergleichen? Egal, – sowohl Artikulation als auch Gestik des Sängers erinnerten mich stark an Mr Curtis – nur, dass es bei Self Defense Family noch eine Spur Hardcore mit oben drauf gab. Und eine ganze Portion Humor! „The next song we play is a really long song. So you can listen to it – or if you don’t like our music, you can just take a bottle of water and drown yourself!”, ertränkt hat sich niemand – dafür gab es auf Aufforderung des Sängers einen Taschentuchregen gen Bühne. Bei anderen Bands gäbe es BHs oder Kuscheltiere, bei ihnen eben Taschentücher, scherzte er und putzte sich geräuschvoll die Nase. Eine Band, die definitiv anders als alles anderes war und ist!

 

 

Touché Amoré - Foto: Seelisch Photography

Touché Amoré – Foto: Seelisch Photography

Und dann der Headliner: Touché Amoré! Während die kleine Räucherkammer bei beiden Supportacts die Füße noch ungewöhnlich lange still gehalten hatte, setzte sie sich mit den ersten Akkorden des Hauptact schlagartig in Bewegung.  Erst „Pathfinder“ dann „Just Exist“ – die ersten Reihen kippten erwartungsgemäß auf die Bühne, während man sich die Seele aus dem Leib schrie. Seid froh, wenn ihr kein Belastungsasthma habt; schon nach dem zweiten Song brannte mir die Lunge wie nach einem 500m-Sprint. Nachdem mein All-Time-Favorit „Method Act“ bereits an vierter Stelle gespielt wurde, verdrückte ich mich an den Bühnenrand. Es gibt nichts schlimmeres, als sich bei einem Konzert bewegen zu wollen und es nicht mehr zu können. (Außer vielleicht wegen sowas wie Asthma direkt umzukippen.) Verdammt!

 

Die Räucherkammer tobt und schreit – wenngleich nicht ganz so ekstatisch, denn es gibt deutlich weniger Stagediver und auch Sänger Jeremy entdeckte das Klettern am Stangensystem erst gegen des Ende des Sets für sich. Dafür kommen die neuen Songs von der Platte „Is Survived By“  mindestens so gut an wie die älteren Stücke. Vor allem „Harbor“ und „Anyone/Anything“ werden mit offenen Armen angenommen. Nach 21 Stücken verlassen die fünf für eine kurze Verschnaufpause die Bühne. Das Wiesbadener Publikum klatscht und ruft solange, bis Touché Amoré  wieder vor ihnen auf der Bühne steht. „We often get asked about the difference of the hardcore scene between Europe and the United States…“, beginnt Sänger Jeremy. Und erzählt dann, dass es hier bereits Fans gibt, die ihnen für eine ganze Tour hinterher fahren, sie supporten, wo sie nur könnten – so etwas sei in den Staaten nicht vorhanden und deshalb kämen sie immer wieder gerne zurück nach Europa.

Es bleibt die einzig wirklich lange Ansage des Abends, doch jegliches Gequatsche wäre hier auch überflüssig gewesen. Auf „Non Fiction“ folgt „Honest Sleep“:  „I’m losing sleep. I’m losing friends.  I’ve got a love/hate/love with the city I’m in.  I’ll count the hours, having just one wish. If I’m doing fine, there’s no point to this!“ – Jeremy verschwindet in der Menge, das Mikro wandert ein letztes Mal durch die Runde. Dann ist alles vorbei. Herzlichen Dank, Touché Amoré!

Fotos: Dennis Seelig (Seelisch Photography)
Mehr Foto gibt’s hier!

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...