Über die Liebe zur Musik…

Herzen statt
viel Action – Findus in Berlin

Vor 3 Jahren gepostet,von Eileen

Eigentlich wurde man vom Wetter dazu veranlasst, sich mit Tee und guter Musik ins warme Bettchen einzukuscheln. Wenn da nicht dieser Pflichttermin im ://about blank gewesen wäre! Die Gruppe Findus aus Hamburg solltet ihr schon vor einiger Zeit im Vorprogramm von Frau Potz oder Turbostaat kennen- und lieben gelernt haben. Von mir wurden jedenfalls gerne die nassen Füße in Kauf genommen, um zum Konzert zu gelangen.

Vor Ort waren nur eine handvoll Leute anwesend und ich wünschte mir, dass noch mehr Menschen schnellstmöglich ihren inneren Schweinehund bekämpfen um zur Feier des Tages jene Hütte aufzusuchen. Nichts leichter als das, auf die Berliner ist Verlass – auch bei Schietwetter.

 

Als erstes sollten Leoniden ein bisschen Wärme in die vier Wände bringen, was spätestens geschah, als der Anstandsabstand mit „Ihr könnt ruhig ein bisschen näher kommen, das stört mich nicht“ überwunden wurde. Vielleicht hatte die Menge aber auch erst Angst vorm zappeligen Gitarristen, der sich sehr viel und sehr ruckartig bewegte. Aus sicherer Entfernung hat dies auf jeden Fall für Amüsement und Gestaune gesorgt.

Von den ebenfalls Nordlichtern war ich anfangs nun abgeneigt, verwirrt und angetan zugleich. In erster Linie, weil der ausgereifte Gesangspart für mich eher Boybandpotenzial hatte, was einen Gegensatz zur punklastigen Musik darstellte. Nichtsdestotrotz fanden meine Ohren von Minute zu Minute mehr gefallen daran, was sicher auch an den außergewöhnlichen Instrumenten, abseits von GitarreBassSchlagzeug, lag. Wenn man sich mit den Jungs länger beschäftigen könnte, wäre das von ihnen Fabrizierte sicherlich ganz dufte.

 

Findus sind an der Reihe. Endlich. Die Berliner mussten ja einige Zeit auf deren Präsenz warten. Mit „Die Delle Im Entertainment Programm“ wird gestartet und ich warte nur darauf von der tobenden Menge gegen die Wand gedrückt zu werden. Aber 15 Lieder lang soll das nicht passieren. Die Stimmung ist gut, zwar schon etwas winterschläfrig aber dennoch herzlich und voll Mut zum Mitgesang.

Findus spielen sich durch ihre beiden veröffentlichten Alben und präsentieren sogar zwei nagelneue Stücke, an denen ich direkt Gefallen fand. Bis zum Frühjahr und dem neuen Tonträger müssen wir uns aber leider noch gedulden.

 

Während Sänger Lüam das ein oder andere Mal in der Menge verschwindet, hält ein junger Mann ein Findus-Pappschild mit Herzchen, Küsschen und Einhorn in die Luft und neben ihm fangen direkt vor der Bühne ein paar Girls an zu tanzen. Doch am Ende von „Erdebebenwarnung“ und vor der Zugabe muss das Publikum noch einmal zu seinem Glück gezwungen werden und die Band animiert regelrecht zum mitmachen. Drei Lieder bekommen wir noch zu hören und mir kam der Abend schon jetzt viel zu kurz vor. Bei „Feuer in Paris“ zuckt noch das letzte Tanzbein im Takt, ehe sich Findus in den Feierabend verabschieden.

Schön war’s trotzdem – auch ohne Abriss.

 

Text & Fotos: Eileen Neubert

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"Eigentlich wollte ich ja nicht mehr über Musik reden... "