Über die Liebe zur Musik…

Findus/Egotronic/Feine Sahne
Fischfilet Teil II: Stagediven in Köln!

Vor 3 Jahren gepostet,von Ara
Foto: Timo Meinen

Bromance!

Findus-Schlagzeuger Timo berichtet im zweiten Teil des Tourtagebuchs von der Köln-Ausgabe der Ten Years From Now Audiolith Reihe: Es ist Montagmorgen. Ich sitze ganz schön verballert an meinem Schreibtisch und versuche mich auf die Sachen zu konzentrieren, die heute noch erledigt werden müssen. In der Küche läuft die Waschmaschine und auch die Kaffeemaschine erweist sich wie gewohnt als treuer Kumpane in solchen Situationen. Ein Tag Hamburg, dann geht es morgen schon wieder auf die Autobahn. Der erste Teil des Tourtagebuchs endete beim Soundcheck in Köln. Hier dauerte alles ein bisschen länger, so dass Findus ziemlich knapp vor Doors Open an der Reihe waren. Bocki begleitet uns  aber mittlerweile seit über einem Jahr als Typ hinter dem Mischpult und diese Routine macht sich  bezahlt. Jeder Handgriff sitzt und alle bleiben cool.

 

Die Reihenfolge der Bands ist an diesem Abend eine andere als am Vortag in Bremen. Heute spielen Egotronic als letztes und Feine Sahne Fischfilet befinden im Mittelfeld. Wir sind aufgeregt, denn uns kommen heute viele Menschen besuchen, die wir in den letzten Jahren auf Tour kennengelernt und ins Herz geschlossen haben. Da wären zum Beispiel Valeska, Felix und Ju, die Sisters of Merchi Boys, die Band Lygo und viele mehr.  Unser Konzert beginnt und ich fühle mich von Anfang an verdammt wohl auf der Bühne. Der Sound ist traumhaft, das Licht ist toll und das Publikum hat Bock. Der Funke springt über und die Resonanz der Menge pusht einen auf immer höhere Level. Von diesem Gefühl müsste man etwas in Dosen abpacken und in Momenten rausholen können, in denen der Alltag mal wieder auf einen ein donnert.

Foto: Timo Meinen

Nächste Band. Feine Sahne Fischfilet sind an der Reihe. Ich fange an, nervös zu werden. Bei der heutigen Daily-Challenge habe ich die Aufgabe gezogen, bei deren Akustik-Zugabe Stagediving zu machen. Hierzu muss ich gestehen, dass ich so etwas noch nie in meinem Leben gemacht habe. Kneifen ist aber nicht. Während der Show trinke ich mir mit Sekt Mut an, schaue in Minutenabständen auf meine Uhr und merke wie mein Puls schneller wird. Das Konzert ist mega gut, doch an die Intensität, die uns gestern in Bremen geboten wurde, kommt diese Stunde leider nicht heran. Weder Band noch Publikum machen irgendetwas falsch, doch ein Hexenkessel wie im Schlachthof kommt nicht zustande. Halten wir also fest: Bremen hat gerade die Krone auf, was die Krassheitsskala angeht.

Es folgen aber ja noch vier weitere Gelegenheiten im Zuge der 10 Years From Now Tour, diesen Rekord einzuholen. Lauter Applaus –  jetzt ist es so weit. Alle Bandmitglieder die nicht an der Zugabe beteiligt sind versammeln sich Backstage und man hört die ersten Töne der Akustikgitarre. Ich fülle mein Glas noch einmal auf und gehe zur Bühne. Während des ersten Refrains winke ich Monchi zu und „springe“. Die Leute tragen mich bis hinten in den Raum. Super geil – warum habe ich so etwas eigentlich vorher nie gemacht? Egal, Haken dran. Meine Daily-Challenge für diesen Konzerttag ist im Kasten.

Foto: Timo Meinen

Egotronic sind an der Reihe und man spürt, dass alle Leute verdammt heiß auf die Band sind. Das Gebäude 9 ist ausverkauft und bis in die letzte Reihe wird getanzt. Ich gucke mir den Anfang des Konzerts von hinter der Bühne an und muss dann leider in den Barbereich, um meine DJ-Sachen aufzubauen. Vorne im Café merkt man, wie die Anlage das Dach zum Beben bringt. Man spürt die mächtigen Bässe im Bauch. Für mich eins der schönsten Gefühle überhaupt.

 

Daniel Rade von Get Addicted erwartet mich bereits am DJ Pult. Ich packe meine Schallplatten aus, stelle mir das Mischpult ein wie ich es haben möchte und warte auf das Konzertende. Hier geschieht jetzt das, was wir alle eigentlich am besten können. Feiern und Trinken. Dance, Dance, Dance. Erst lege ich alleine auf, später kommt Daniel dazu. Jeder spielt jeweils immer zwei Tracks, dann passt man den Ball wieder zurück. Es ist ein großes Vergnügen, sich mit diesem Dude ein Mischpult zu teilen. Solltet ihr irgendwann mal die Möglichkeit haben, auf eine seiner Get Addicted Parties zu gehen, lege ich euch diese Abende sehr ans Herz.

Foto: Timo Meinen

Als der Party dann irgendwann die Luft ausging, teilten sich die Lager. Die eine Hälfte machte sich auf dem Weg zum Friesen, wo Spirituosen Fachgespräche wie dieses (http://instagram.com/p/gzFfR7tJHV/) hier gehalten wurden, und die andere Hälfte machte sich auf den Weg ins Hostel. Wir waren in der sogenannten Wohngemeinschaft untergebracht, eine mit super viel Liebe fürs Detail eingerichtete Unterkunft. Top! Dort kommt es einem dann auch schon fast wie Urlaub vor, sich mit sechs weiteren, stinkenden und schnarchenden Personen ein Zimmer zu teilen.

Foto: Timo Meinen

Die Rückfahrt nach Hamburg kam mir unheimlich lang, ätzend und grau vor. Der Nebel draußen veranschaulichte ziemlich gut, wie es zu diesem Zeitpunkt in unseren Köpfen ausgesehen haben muss und auch an die früh einsetzende Dunkelheit muss man sich erst noch gewöhnen. Aber scheiß drauf! Das war ein fantastisches Wochenende und ich bin unheimlich froh, das alles miterleben zu dürfen.

 

Findus sind diese Woche auf kurzer Headliner-Tour in folgenden Städten anzutreffen:

19.11 Dresden – Scheune w/Mikrokosmos23 Tickets

20.11 Berlin – About Blank w/Leoniden Tickets

21.11 Ilmenau – BD-Club

22.11 Rastatt – Art Canrobert

23.11 Hameln – Sumpfblume Tickets

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...