Über die Liebe zur Musik…

  • Foto: Seelish Photography

  • Foto: Seelish Photography

Politische
Großraumdisco mit Enter Shikari!

Vor 3 Jahren gepostet,von Ara

Seit Enter Shikari im Januar 2012 ihr aktuelles Album „A Flash Flood Of Colours“ auf den Markt brachten, war ich von ihrer Musik angefixt und schnell machte sich in mir der Wunsch breit, diese Band auch einmal live zu sehen. Eineinhalb Jahre später fand dann das Konzert statt, auf das ich Monate lang hin fieberte:  Am 14. November 2013 sollten Enter Shikari zusammen mit Hacktivist im Wiesbadener Schlachthof auftreten – hell yes!

 

Foto: Seelish Photography

Foto: Seelisch Photography

Nur dank zweier Schutzengel schafften wir es an dem Abend auch unversehrt in die hessische Landesstadt. Denn kurz vor dem Wiesbadener Kreuz meinte ein Sprinterfahrer, er könne sämtliche Verkehrsregeln missachten und verlor auf diese Art und Weise sowohl Stoßstange als auch Seitenspiegel, die munter Richtung meines Autos flogen. Unfallflucht beging er dann auch noch – wenn du das hier lesen solltest: PENNER! Ohne auch nur einen Kratzer, dafür mit einem gehörigen Schock waren wir Punkt 20 Uhr angekommen.

Hacktivist hatten bereits angefangen. Wir checkten noch kurz den Merchstand beider Bands aus, ehe wir uns in dem bereits ziemlich vollen Schlachthof ein Plätzchen suchten. Ich hatte bereits im Vorfeld mal bei den Jungs aus UK reingehört und bereits auf Platte hatten sie mir sehr zugesagt. Nun live und in Farbe kam die Mischung aus Hip Hop und Hardcore mit zwei Shoutern/Sängern noch einmal besser rüber. Die Menge schien überwiegend begeistert und viele der Anwesenden folgten der Aufforderung, doch nach dem Gig auf ein Bier oder ein kurzes Gespräch kurz am Merchstand vorbei zu sehen.

 

Kurz nach neun verklang die Pausenmusik, das Licht wurde dunkel und Enter Shikari Frontmann Rou Reynolds enterte die Bühne. Ohne Hintergrundmusik, ohne seine restlichen Bandkollegen stimmte er „System“ an. Die Menge setzte sich wie auf Knopfdruck in Bewegung. „So this is such an exciting time to be alive. Our generations got to fight to survive. Its in your hands now, whose future? Our future! OUR FUTURE!“, brüllte man gemeinsam mit gestreckter Faust Richtung Bühne. Im fließenden Übergang folgen „…Meltdown“ und „Sorry You’re Not A Winner“. Hier zeigte sich, wer die Band bereits live gesehen hatte. Ohne Aufforderung bildeten sich in der Menge mehrere Menschenpyramiden – teilweise saßen drei Menschen auf einem Paar Schultern – das sieht man nicht allzu häufig. Ich für meinen Teil war zugleich sprachlos und fasziniert. Rou ließ es sicht natürlich nicht nehmen und hüpfte gleich zu Beginn des Sets mehrere Male in die Menge, ließ sich minutenlang tragen und reichte das Mikrofon weiter. Die Menge kochte!

 

Für das Stück „Ghandi Mate, Ghandi“ wurden kurzerhand eine blaue Mülltonne, sowie ein Kunststoff-Tonne geschafft. „Yeah, Bluemangroup“, gröhlt jemand aus der Menge hinter mir, als Gitarrist Rory und Bassist Batty C im Takt mit Schlagzeuger Rob das Lied einläuten. Passend dazu die Lightshow. „Fuck you, we have no respect. And when tomorrow comes we’re gonna stamp on your head!”, die umgeschmissene blaue Tone wurde kurzerhand zu Rous Surfbrett auf der Bühne; wieder einer dieser Momente, in denen man nur grinsend vor der Bühne stand.

Foto: Seelish Photography

Foto: Seelisch Photography

 

Unterdes gibt es jede Menge Circle Pits, es wird gepogt, gehüpft, getanzt, geschwitzt, geschrien was das Zeug hält. Auch Crowdsurfer gibt es in Hülle und Fülle – ohne mitgezählt zu haben, schätze ich, dass ein Typ mit mehr als 15 Surfaktionen an dem Abend in ungebrochenen Rekord hielt. Ich für meinen Teil habe in diesem Jahr einiges an Konzerten in allen Größenordnungen sehen dürfen, doch bereits vor der Zugabe, stand für mich fest, dass dieser Abend zu den Besten des Jahres zählen würde. Die Lautstärke, die das Publikum beispielsweise bei „Constellations“ aufbrachte, die unfassbare Lichtshow, der wummernde Bass und vor allem Rou Reynolds unantastbare Bühnenpräsenz sprechen ihre eigene Sprache.

 

Vier Tage vor der Show in Wiesbaden, machten Enter Shikari im Rahmen der Vans Warped Tour Halt in Eindhoven. Einen kleinen Einblick in die Setlist gibt es hier in einem Full-Set-Videomitschnitt. Die Stimmung in Wiesbaden war – wie für eine Mainactshow üblich – um einiges besser. Aint no party like a Shikari party! Weitere Fotos aus Wiesbaden gibt’s bei Seelisch Photography!

 

Fotos: Dennis Seelig (Seelisch Photography)

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...