Über die Liebe zur Musik…

Throwback sunday
mit Panic! At The Disco

Vor 4 Jahren gepostet,von joscha

Das Panic! At The Disco-Konzert welches am 06.05.2006 im Bürgerhaus Stollwerck stattfand, war eins der besten Konzerte was ich je besucht habe. Das Konzert im kölner Palladium was im Oktober des selben Jahres stattfand war eins der schrecklichsten. Teenies die Schilder hochhielten und sich die Kehlen aus dem Hals schrieen waren nicht das was ich mir vorgestellt hatte. Nach diesem Unentschieden habe ich kein Konzert der Truppe mehr besucht. Da ich es aber nicht bei diesem Patt belassen wollte, machte ich mich am vergangenem Sonntag (10.11.2013) auf in die Werkstatt um mir ein neues Bild zu machen. Sind ja schließlich ein paar Jährchen vergangen…

 

In den Jahren hat sich viel verändert und damit meine ich nicht nur, dass Brandon Urie erwachsen geworden ist. Mittlerweile ist er der ‚last man standing‘ und hat eine neue Band um sich versammelt. Auch wenn das neue Album bei mir für gemischte Gefühle sorgte, habe ich mich auf das Konzert gefreut. Denn ganz ehrlich, wer kriegt kein schönes Gefühl im Bauch wenn man wieder die Musik hört, die man mit 17 gehört hat? Leider begann der Abend für alle Besucher anders als erwartet.

 

IMG_6984Als ich 45 Minuten nach angekündigtem Einlass zum Veranstaltungsort fuhr, wurde ich von einer Schlange empfangen die um den kompletten Block ging. Der Einlass hatte also noch nicht begonnen. In der Erwartung, es würde bald losgehen reihte ich mich bei knapp über 0°C ans Ende der Schlange ein. Satte 90 Minuten später war ich in der maßlos überfüllten Werkstatt. Grund für den späten Einlass war wohl ein verspäteter Flieger aus Moskau, wo sie bei der Wahl zur Miss World gespielt haben. Die Vorband New Politics hatte schon begonnen. Bis ich mich mit Kamera-Equipment nach vorne durchkämpfen konnte und dabei von allen gehasst wurde, war der dritte Song schon fast vorbei. Immerhin zwei Fotos konnte ich machen. Das Publikum war trotz unschönem Start top gelaunt. Sie ließen sich richtig von der Vorband mitreißen. Diese wussten auch wie sie ein unbekanntes Publikum entertainen konnten. Während der Schlagzeuger mit einer unfassbaren Energie in die Felle schlug, machte der Sänger Handstände oder hing sich vom Stahlträger in der Mitte des Raumes übers Publikum. Nicht schlecht. Nach sieben Songs war schon Ende und die Band musste ihr komplettes Equipment durch den ohnehin überfüllten Raum schleppen. Liebe Werkstatt, das geht doch bestimmt auch anders, oder?

 

IMG_7120Dann ging es zum Hauptact über. Wer Panic! At The Disco schon mal live gesehen hat, weiß dass Brandon Urie nur für die Bühne geschaffen wurde. Die markante Stimme, die charakteristischen Bewegungen und das komplette Auftreten machen ihn zum perfekten Entertainer. Das Publikum war sofort auf 180. So textsicher wünscht man sich die meisten Konzertbesucher. An diesem Punkt muss ich nochmal gestehen, ich war früher der absolute P!ATD-Fanboy. Ich habe „A Fever You Can’t Sweat Out“ geliebt, umso schwieriger hatten es alle anderen Alben bei mir. Und was soll ich sagen, die Songauswahl an diesem Abend war einfach nur großartig. Es war für jeden Fan etwas dabei und vor allem die alteingesessenen wurden mit den Hits des ersten Albums belohnt. Erstaunlich wenig Lieder vom neuen Album wurden gespielt, obwohl es erst vor kurzem erschienen ist.
Als ein paar Kinder im Publikum begannen die Melodie von Seven Nation Army zu gröhlen wollte ich schon im Strahl kotzen. Dann kam aber etwas womit keiner (wahrscheinlich nicht mal die Band selbst) gerechnet hat: Der Gitarrist stimmte mit ein und plötzlich coverte die komplette Band die erste Strophe inklusive Refrain, als ob sie es schon hundert Mal geprobt hätten. „That was weird“ kommentierte Urie das Geschehen lachend. Im Laufe des Abends folgten weitere angespielte Cover-Versionen wie „Du hast“ (Rammstein), „Don’t Stop Believing“ (Journey) oder einem für mich nicht identifizierbarem Metalsong. Sehr witzige Aktion die ich bei der Band auch noch nie mitbekommen habe. Vielleicht bin ich naiv, aber es schien mir alles sehr spontan und ungeprobt.

 

 Keine Zugaben sind gute Zugaben!

Ich hasse Zugaben. Ich finde nichts dämlicher, als wenn Musiker ihre angeblich letzten Songs ankündigen, die Bühne verlassen und sich zurück auf die Bühne rufen lassen um die Lieder zu spielen, die sie so oder so gespielt hätten. Deswegen machte sich ein weites Grinsen in meinem Gesicht breit als Brandon erklärte, dass sie das nicht tun werden. Er meinte, sie wollen lieber direkt ihre drei letzten Lieder spielen und dann komplett Schluss machen damit jeder zufrieden nach Hause gehen kann. Ich applaudiere immer noch für diese Worte!

Ein toller Abend der viele Erinnerungen geweckt hat. Panic! At The Disco sind zwar was Personen betrifft nicht mehr das was sie mal waren, aber liefern live immer noch bestens ab. Die Größe des Raumes war auch perfekt. Nächstes Mal bitte mit ein wenig mehr Plan seitens Veranstalter.

 

 Text & Bilder: Joscha

 

 

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About joscha

1988er Jahrgang, verliebt in Schallplatten, wohne und lebe in Köln und mache irgendwas mit Medien.

  1. Anne13. November 2013, 15:38

    Es war wirklich genial! 🙂 Es war mein erstes P!ATD Konzert und ich bin absolut hin und weg. Aber ich fand auch super, dass (ich meine) nur zwei neue Songs gespielt wurden, da war wirklich für jeden was dabei. Klasse Artikel und tolle Bilder! 😉 Sollte der auf fb erscheinen würde ich den wohl stolz teilen! 😉

    Liebe Grüße

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  2. Sarah13. November 2013, 21:50

    (ich bin die von instagram just so you know)
    Da hast du in den Jahren echt einiges verpasst 😀 Von der Emo Phase in die Blümchenwelt des zweiten Albums, dann die komplette Veränderung und jetzt wieder ganz anders. Ich fand die Setlist okay, wobei ich mir echt mehr neues gewünscht hätte…ich hab die jungs echt schon oft gesehen inzwischen und irgendwie war die Setlist doch immer sehr ähnlich 😉 Aber was solls.
    Covern tun die eigentlich immer gern und Seven Nation Army haben die auf meinen letzten zwei Konzerten immer gemacht (warum auch immer nur DAS angesungen werden muss-.-), aber die anderen Cover waren genial.
    Gehasst hat dich keiner, nur die Security Typen waren elendig nervig! 😉

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