Über die Liebe zur Musik…

KMPFSPRT / Idle Class
Teil III: Fass für Fass mit den Spice Girls

Vor 3 Jahren gepostet,von blacksoot

Tourabschluss in Wiesbaden im Schlachthof. In den letzten sechs Tagen ist das Tourgespann Kmpfsprt-Idle Class über mal mehr, mal weniger volle Autobahnen geheizt. Man lernte engagierte Veranstalter kennen, traf alte Freunde und machte neue Bekanntschaften. Man suchte das Nachtleben und den örtlichen Bäcker und schleppte die gewöhnlichen Tour-Wehwehchen mit sich herum. In Teil 3 des Tourtagebuchs lässt Tobi die letzten Tage noch einmal Revue passieren.

 

Augen auf, der Blick fällt auf das Panorama des Hafenbeckens und erst einmal checken, ob alle den Weg vom Molotow zurück in die Bandwohnung des Hafenklang gefunden haben. Kurz durchgezählt, keine Verluste zu verzeichnen. Die Ersten quälen sich in die Dusche, als ich an der Reihe bin, stelle ich fest, dass das Wasser scheinbar die Temperatur der Elbe hat und entschließe mich, das kleine Kätzchen in meinem Kopf am frühen Morgen noch nicht mit solchen Schocks zu malträtieren.

Ab geht’s zum Frühstück in den Goldenen Salon und exakt wie beim großartigen Dinner warten hier schon einige Leckereien auf uns. „Das süße Tourleben“ sind hier tatsächlich die Worte, die den Nagel auf den Kopf treffen.

Danach die tägliche Routine, die sich eingeschliffen hat: 12 müde Gestalten schleppen das Equipment zu den Bullis. Dennis und Daniel packen in bester Tetrismanier die Bandgefährte, während Alex, immer noch konsterniert von seiner gestrigen Herbertstraßenpremiere (er ist noch nie drübergelaufen ), auf der Partybank vor dem Club in der Sonne sitzt.kmpfclass4

Noch schnell ein Erinnerungsfoto gemacht und dann geht’s für die längste Strecke der Tour zurück ins Reisemobil. Die ersten anderthalb Stunden vergehen, dank der von Kmpfsprt verordneten Musiktherapie durch einen deutschen Punk Singer Songwriter – ja, das Leben ist auch mit schiefen Tönen schön – recht kurzweilig, nur damit der Rest der Strecke sich bereit macht, die Kaugummis auszupacken, damit sich auch ja jeder Kilometer schön in die Länge zieht. Kurz vorm Ziel folge ich dann doch mal der verzweifelten Anweisung des Navis, dass wir doch bitte die Autobahn verlassen mögen, weil mal wieder ein Stau wartet. Später stellt sich heraus, dass der Kmpfsprt Trupp dieses Glück nicht hatte.

Nach fast 6 Stunden Fahrt kommen wir mal wieder fast zeitgleich in Wiesbaden an, allerdings haben wir zum ersten Mal auf der Tour den 5 Minuten Vorsprung. Händeschütteln, Hallo sagen, ausladen, Soundcheck und bei unserer gemütlichen Runde im Backstage wird dann langsam jedem klar, dass es heute der letzte Abend der gemeinsamen Tour ist. Also werden noch mal die derbsten Witze ausgepackt und die Fotos von die hässlige Model aus Schina mit schallendem Gelächter bewundert, bis Death of Youth den Abend musikalisch eröffnen.

Wenig später heißt es für uns dann Stagetime. Ich merke in den Knochen und vor allem im Hals dann doch, dass der gestrige vorverlegte Tourabschluss seine Spuren hinterlassen hat, aber einige textsichere Zuschauer, geben den nötigen Tritt in den Arsch, um noch eine letzte gute Show hinzulegen. Noch ein letztes Mal bei Kmpfsprt zum Wort zum Freitag die Bierflasche in die Höhe recken, bis sich das Wort zum Sonntag Gefühl einstellt: Schade!

Tourabschlussstimmung macht sich breit, die Vans werden gepackt und zusammen trinken wir noch ein letztes Bier, rauchen eine letzte Zigarette und stellen dabei fest, dass man aus Spice Girls Songs super A Capella Männerchöre machen kann. Im Chor der Songs zu bereits oben erwähntem Deutschen Singer Songwriter liegen wir uns dann laut mitgröhlend in den Armen. Verabschiedungszeit. Das Gefühl, das mal wieder alles viel zu schnell vorbei war, macht sich breit, als ich mich neben Alex ein letztes Mal hinten in den Bulli quetsche. Josua hat die undankbare Nachtschicht auf der Autobahn übernommen.

Während in der ersten Stunde noch einmal alle Anekdoten der Tour durchgekaut werden, stellen wir einmal mehr fest mit was für großartigen Menschen wir in den vergangenen Tagen unterwegs waren und wie schon zuvor in der ganzen Gruppe sind wir uns einig, dass das mit Sicherheit nicht das letzte Zusammentreffen war.kmpfclass5

Zweieinhalb Stunden später wache ich unsanft mit Rückenschmerzen auf. „Wir sind zu Hause!“ schallt es genervt von vorn, da dieser Satz vermutlich bereits schon zehn Mal wiederholt wurde.

Die Sachen zusammengerafft, in die Wohnung geschleppt, um dann neben Stefan einzuschlafen, da Tim Vantol nebst Tillmann Tigeryouth sein Zimmer okupiert haben, nachdem Sie heute in Münster gespielt hatten. „Wenigstens noch ein bisschen Tourfeeling“ denke ich mir, während mir die Augen zufallen.

(Tobi)

Teil I

Teil II

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