Über die Liebe zur Musik…

KMPFSPRT/Idle Class
Teil II: Obstkörbe & Gelbe Autos

Vor 4 Jahren gepostet,von Ara

Gerade erst den Bulli bepackt und schon spielt man vorerst das letzte Mal zusammen. Vergangene Woche machte sich die Reisegruppe Kmpfsprt/Idle Class auf den Weg. Hier geht es noch einmal zum Bericht von Tobi über die ersten beiden Tourtage. Im zweiten Teil berichtet  uns Josua über alltägliche Tourthemen wie dem Zeitvertreib im Auto, singende Merchmenschen und Phantasien über Obstkörbe.

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Daniel und ich haben in unserem Hotelzimmer die halbe Nacht damit verbracht Dokumentationen über Brückenarchitektur zu gucken, während ein großer Teil der Reisegruppe KMPF CLASS recht erfolglos versucht hat Stuttgarts Nachtleben zu finden.

Am nächsten Morgen ziehen wir – wieder auf der Suche – durch die Innenstadt um uns Frühstück zu besorgen. Nachdem wir den scheinbar einzigen Bäcker gefunden haben der am Sonntagmorgen in Stuttgarts Zentrum geöffnet hat,sitzen wir in der Morgensonne auf dem Schlossplatz und genießen das süße Tourleben.

 

Danach geht´s wieder in den Van und wir machen uns auf den Weg ins Ruhrgebiet, genauer gesagt Essen. War das Wetter in Süddeutschland noch Sonnig-warm, zieht es sich auf dem Weg immer weiter zu… Der Bulli schwimmt teilweise mehr, als dass er fährt, während Daniel und Ich das „Gelbe Auto“ Spiel (Wenn man ein gelbes Auto sieht, muss man laut „Gelbes Auto!“ rufen und darf dann seinen Nebenmann schlagen) aus pazifistischen Gründen abändern und uns fortan mit einem Marker gegenseitig Punkte ins Gesicht malen. Am Ende der vierstündigen Fahrt steht es 11 : 10 für Daniel und wir sehen beide aus wie Idioten.

Nahezu gleichzeitig kommen wir mit KMPFSPRT am heutigen Venue an: Der Weststadthalle in Essen. Die gut organisierten Veranstalter verkabeln gerade die Bühne während wir es uns im riesigen Backstagebereich bequem machen, wo zum Empfang der Frischobst-Korb auf uns wartet, von dem beide Bands unabhängig voneinander phantasiert haben. Nach dem Soundcheck gibt es übergutes Essen während sich draussen ernste Unwetter einregnen.

 

Trotz des miesen Wetters haben sich an diesem Abend etwa 50 Zuschauer auf den Weg gemacht, darunter Freunde und Freundinnen von uns aus Münster. Der Raum ist gut gefüllt und die Atmosphäre super. Das Konzert wird heute von TEAM STEREO aus dem Ruhrgebiet eröffnet – melodischer Poppunk im Stil von A Day to Remember #ATOMROFL Für uns läuft die Show ohne nennenswerte Pannen, das Publikum und wir haben viel Spaß. Nach dem Besuchertiefpunkt von gestern natürlich noch mal erfrischender in einem gefüllten Raum zu spielen. Ein Highlight für mich persönlich waren Alex´ (Merchmensch, gute Seele und Reisebegleitung) lyrische Neuschöpfungen als er spontan bei Johnny B das Mikrofon übernimmt…

 

KMPFSPRT überzeugen auf ganzer Linie, so langsam werden wir Textsicher 😉

 

Während die Jungs nach der Show nach Köln fahren um ihre alten Knochen in heimischen Betten auszuruhen, kommen wir spontan bei Kai – einem guten Freund von Benny – unter und lassen den Abend mit einer Kiste Hansa ausklingen.

Am nächsten Morgen fahren wir über Mülheim nach Köln. Bennys Mutter hat uns zum Frühstück eingeladen (oder haben wir uns eingeladen?). Viel geiler kann ein Frühstück eigentlich nicht sein: vom selbstgemachten Zwiebelkuchen bis zu den Antipasti alles da! Danke noch mal! Danach Kurzstreckentouring nach Köln: Heimspiel für KMPFSPRT im Underground. Wir freuen uns wie Schneekönige auf diesen Abend, da wir auch in der Vergangenheit schon viele gute Erfahrungen in Kölns Adresse #1 sammeln durften. Wir spielen im „kleinen“ Raum, da in der nebenliegenden Halle Abends noch eine Dubparty stattfinden wird.

 

Nach dem Soundcheck trudeln altbekannte Gesichter und einige Neuzugänge ein, der Laden füllt sich stetig. Als AHAB, eine deutschsprachige Punkrock-Band aus Köln, den Abend eröffnen ist der Raum schon voll mit Menschen. Gutes, kompaktes Set – danach sind wir an der Reihe. Es ist ein inneres Blumenpflücken zwischen den vielen Anwesenden textsichere Menschen zu sehen! Wir spielen das anstrengenste Set der Tour in einem praktisch sauerstoff-leeren Raum voller Menschen und Scheinwerfer, es macht unglaublich viel Spaß. Anschließend spielen KMPFSPRT ihr Set in einem praktisch ausverkauften Raum und man sieht auch ihnen die Freude in jeder Sekunde an. Erfolgreicher kann der Abend eigentlich nicht verlaufen, ein würdiger Tourabschluss für unseren Techniker Schiwo, der leider ab hier keine Zeit mehr hatte. Wir schlafen in der angrenzenden Bandwohnung, teilweise mit Umwegen über KMPFSPRTs Lieblingskneipe. (Während die alten Herren natürlich wieder ihre heimischen Privatgemächer den durchgelegen Backstage-Matratzen vorziehen)

 

Am nächsten Morgen geht es nach der üblichen Duscherei pünktlich um 11:00 nach Hamburg. Man merkt allen an, dass der gestrige Abend voll (und) erfolgreich war. Wir sind alle etwas Müde und nutzen die Fahrt zum arbeiten am Laptop, Schlafen, Stefan telefoniert unterwegs kurz mit Jörg. Wieder fast zeitgleich kommen wir in Hamburg am HAFENKLANG an. Wer noch nicht da war: Der Club ist unfassbar schön direkt am Elbufer – Höhe Reeperbahn – gelegen. Das Ambiente könnte schöner nicht sein. Einladen, kurzer Hafenspaziergang für die einen, chillen für die anderen, aufbauen, Soundcheck… das Übliche halt. Gut organisiert und sehr sympathisch gewinnt der Abend an Fahrt. Eine besondere Erwähnung sollte hier noch mal das hervorragende Essen bekommen: Veganes, Indisches Essen der Extraklasse! Highlight!

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Leicht übersättigt gucken wir uns den Opener des Abends an: KAZIMIR aus Hamburg spielen punkigen Indie mit deutschen Texten. Danach spielen wir in einem gut gefüllten Laden, 70 Besucher zählt die Strichliste und wir genießen den Auftritt aus vollen Zügen – wohlwissend, dass es der vorletzte dieser Tour ist. KMPFSPRT scheinen perfekt nach Hamburg zu passen, referieren über unsere Postpubertäre Geruchsnote und augenscheinliche Unbeflecktheit („My worst enemy is my virginity“). Nach dem Konzert ziehen der große Teil ins nahegelegene MOLOTOW um das baldige Ende der Tour zu befeiern, ein Teil geht schon in der nahegelegenen Bandwohnung schlafen, ich zieh noch alleine meine Runden ums Hafenbecken…

 

Over and out. Josua

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...