Über die Liebe zur Musik…

KMPFSPRT/Idle Class Teil
I : Zwischen Weinkirche & Zombies

Vor 4 Jahren gepostet,von blacksoot

Wie versprochen liefern wir euch einen kleinen Einblick in die aktuelle Herbsttour von Kmpfsprt und Idle Class. Los geht es mit Teil I, dem Tourauftakt im Arm in Kassel(25.10) und der zweiten Show im Stuttgarter Universum(26.10). Im zweiten Teil erwartet euch dann ein Bericht über die Show in der Essener Weststadthalle und dem Heimspiel für die Jungs von Kmpfsprt in Köln im Underground. Viel Spaß beim Lesen!

 

Wir haben uns lange auf diese sechs Tage gefreut und dann fiel am Freitag endlich der Startschuss. Also zack mit dem Schuhlöffel auch den Letzen aus unserer siebenköpfigen Reisegruppe zwischen das Equipment, den Lunchpaketen und sonstigem Reisegepäck gequetscht und auf ging’s nach Kassel zur ersten Show im ARM (nebenbei: Mit „Arbeitskreis rhythmussuchender Menschen“ haben die Kassel’er wohl einen der besseren Clubnamen erwischt. Ein Schmunzeln ist da zweifellos vorprogrammiert.).

Nach gefühlten 5 Stunden Fahrt durch zähflüssigsten Verkehr, folgte ein erstes Treffen mit den Jungs von Kmpfsprt und schnell war die Marschrichtung, was das rhetorische Niveaulevel (file under: Scheißelaberei in Höchstform) der Tour angeht, schnell abgesteckt. Im ARM wurden wir noch schnell von den wohl liebevollsten Veranstaltern durch den vollständig in Eigenregie renovierten Club geführt. In erfahrener Fremdenführermanier lotste er uns durch ein fast schon katakombenähnliches Labyrinth. Die kleine Sight Seeing-Tour endete dann in der unterirdischen „Weinkirche“, einem weitläufigen Raum mit bombastischem, altertümlichem Gemäuer und Weinflaschen aus einer anderen Zeit (bedeckt von einer Fingerdicken Staubschicht). Mal ein Tourauftakt der anderen Art.

Die Show verlief recht unspektakulär vor gut 30 Leuten ohne Pleiten ,Pech und Pannen – aber um das mit Nachdruck festzuhalten, es war eine grundsolide Show inklusive zufriedenem Kopfgenicke und artigem Applaus. Für den Anfang also erstmal eine gute Dosis Erleichterung in der IDLE CLASS-Crew. Wodurch jedoch der Tourautakt von Jetzt auf Gleich zum Verhängnis werden kann, ist folgender, simpler Grund: Longdrink for free (Kmpfsprt Merchmann Nico, fühl dich gegrüßt/gedrückt). Den Whiskey Cola für Umme heruntergespült und ein paar vertraute Gesichter begrüßt, und schon ließ die Quasi-After Show-Party nicht lange auf sich warten. Im Club gegenüber haben wir noch ein paar Kasseler im Kickern platt gemacht, in der verauchtesten Kneipe der Welt a.k.a. der Lolly-Bar (hier wird man zum aktivsten Passivraucher ever!) in Sardinenmanier abgehangen und uns bei dem Technogeballer im Keller und dem dazugehörigen Klientel wie in einer Szene aus Blade gefühlt.

Im Bett angekommen war dann auch schnell klar, welchen Zweck die auf dem Kopfkissen platzierten Ohrstöpsel erfüllen sollten. Von wegen Schutz vor den Punkrock-Bratgitarren, Schutz vor dem ohrenbetäubenden Geschnarche der KMPFclass-Crew. Das Betreten eines Kollektivschlafgemachs auf Tour geschieht eben immer auf eigene Gefahr.

Gut ausgeruht (die Vibration von Technobässen versetzt einen dann doch in einen säuglingsartigen Schlaf) am Morgen wieder ins Bandmobil, zurück auf die Bahn und ab nach Stuttgart. Den Club zu finden war dann wohl die größte Herausforderung („irgendwo hier muss das sein…“ meets „Wenn Du auf ner vierspurigen Straße spielen willst, dann sind wir wohl angekommen“). Das Universum liegt in einer Stuttgarter U-Bahnstation versteckt – na dann! Das sah ja schon einmal ganz interessant aus (Note: „interessant“ ist die kleine Schwester von „scheiße). Aber wir sind ja immer guter Dinge!

Nach dem Soundcheck dann fast der Herzinfarkt, da sich einige (scheinbar vegane, da Sie kein Stück von uns kosten wollten) Zombies vor dem Club eingefunden hatten. Scheinbar doch zuviel Walking Dead geschaut in letzter Zeit, da einem direkt die Gedanken durch den Kopf schossen, ob sich eine Gitarre als Baseballschlägerersatz eignen würde. Später klärte sich dann, dass in Stuttgart der zumindest für uns ignorante Butterbirnen nicht so populäre Zombiewalk gewesen war.

Bei der Show dann die Kmpfansage von Kmpfsprt’ler und Sänger Richard: „Ihr müsst wissen die Jungs von Idle Class können nichts am Brett“ Das konnten wir wohl schlecht auf uns sitzen lassen, also ging’s für den Großteil des Trupps nach der Show noch in die Stuttgarter Altstadt, um die gegenseitigen Qualifikationen am Brett zu testen. Vermutlich nicht das letzte Mal in den kommenden Tagen… Im Laufe der Show der Kölner brach dann auch schließlich das letzte Eis, besonders was die neuen, so unfassbar schmissigen Songs des kommenden KMPFSPRT-Debüts angeht. Macht euch da auf was Großes gefasst („Es geht immer noch schlimmer, ich könnte Makler sein!“).

Over and out, Tobi

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