Über die Liebe zur Musik…

  • Fettes Brot - 3 Is Ne Party

Nach wie
vor Berufsjugendliche: Fettes Brot!

Vor 4 Jahren gepostet,von Ara

Fettes Brot - 3 Is Ne PartyAls sich Fettes Brot vor mehr als 21 Jahren gründeten, hatten sie beschlossen eine große Portion Spaß in die sonst so ernste HipHop-Landschaft Deutschland zu bringen.  Dass ihnen das gelungen war, zeigte sich spätestens im Jahre 2004 als man um die drei Jungs aus Hamburg und ihren Hit „Emanuela“ nicht umhin kam. Doch mit dem damaligen Album „Am Wasser Gebaut“ kamen auch die ernsteren Songs, die mir persönlich noch viel stärker imponierten als diejenigen, die für gute Laune sorgten. Lieder wie „Kuba“, „Soll das Alles Sein“ oder „An Tagen Wie Diesen“ finde ich sowohl live als auch auf Platte um Längen besser als ein „Lauterbach“ oder „Wie Immer“. Gleiches galt für den Nachfolger „Strom und Drang“.

 

Nun erscheint am kommenden Freitag mit „3 Ist Ne Party“ das siebte Studioalbum der Hamburger – das erste nach zwei Jahren Bandpause und der nicht gerade gelungenen Solo-Kariere von König Boris als „Der König Tanzt“. Frei nach Andy Warhols Zitat „One’s company, two’s a crowd and three’s a party“ war auch der Albumtitel „3 is ne Party“ gefunden.

 

Der Name ist Programm; wer darauf wartet, dass Fettes Brot ihre jugendliche Leichtigkeit hinter sich lassen und endlich erwachsen werden, darf dies noch eine ganze Weil tun. Die Mehrzahl der 13 Songs handeln einzig und allein vom Partyleben, das vorwiegend in ihrer Heimatstadt Hamburg stattfindet. Und auch musikalisch gesehen, ist nahezu jeder Track fähig von den DJs dieses Landes aufgelegt zu werden. „Diese Party ist noch lange nicht zu Ende. Es muss geschehen, nicht irgendwie sondern extrem! Es muss passieren, endlich wieder eskalieren!“ (Toten Manns Disco)  – Nein, textlich gesehen gibt es keine große Glanzleistungen.  In „Kannste Kommen“, das musikalisch wie die Neuauflage von Trios „Da Da Da“ klingt, reimt man da auch schon einmal „Schalom“ auf „Balkon“ und „Amazon“.  Es scheint, als hätte man den Schwerpunkt eher auf frisch klingende Beats gelegt, anstatt den Texten zumindest ein klein wenig Inhalt zu geben.

 

Von insgesamt dreizehn Liedern finden leider nur zwei Stück („Wackelige Angelegenheit“ sowie „Echo“) wirklichen Anklang bei mir. „Echo“ womöglich auch nur wegen der Zeile „Hamburg, Landungsbrücke. Warten auf die S-Bahn, Mütze auf dem Kopf und The Clash im Ohr.“, die in mir einfach nur unendlich große Sehnsucht nach der Hafenstadt auslöst.  Ich bin mir sicher, dass das Album live unglaublich gut ankommen wird, da die Songs sich allesamt tanzbar anhören und Fettes Brot es mit Sicherheit drauf angelegen, kaum mehr Ernstes von sich zu geben. Ein wenig schade finde ich es dennoch, dass die Jungs das Potenzial, das sie definitiv haben, nicht nutzen. Aber hey, immerhin gab’s Konfetti in der CD-Hülle! Ist ja auch mal was…

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Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...