Über die Liebe zur Musik…

  • Die Toten Hosen - Foto: Tobias Henze

Mit einem Knall
in die Pause: Die Hosen in Ddorf!

Vor 4 Jahren gepostet,von Ara

Letztes Wochenende war es also soweit. Nachdem die Toten Hosen über 18 Monate lang auf kleinen und großen Bühnen vor mehr als einer Millionen Menschen gespielt hatten, musste die Krach der Republik Tour schließlich ihr wohl verdientes Ende finden. Zugegeben, auch mir hat es nicht immer gefallen, die Band vor 20.000 Leuten und mehr zu sehen und jeden einzelnen Abend auf Perlen in der Setlist zu hoffen. Doch die Hosen wären nicht die Hosen, wenn sie sich für ihren Tourabschluss nicht etwas besonderes überlegt hätten.

 

Den ersten Teil des Tourabschlusses gab es am Freitag in der ausverkauften Esprit Arena seitens der Broilers. Sieben Mal waren sie 2013 im Vorprogramm der Hosen aufgetreten und hatten sich nach und nach in die Herzen derer Fans gespielt.  Da die Broilers das zu schätzen wussten, krönten sie ihren Auftritt mit Stücken wie „Paul der Hooligan“ oder auch dem Slime-Cover „Zusammen“, welche sie bedauerlicherweise auf keiner der vorherigen Support-Shows gespielt hatten. Doch legen wir unseren Schwerpunkt auf den Samstag:

Die Toten Hosen - Foto: Tobias Henze

Mein Samstagabend begann mit dem Auftritt der Donots: Geschätzte zwei Songs hielt ich es am Rande des Innenraums aus, bevor ich mich ins Getümmel stürzte. Dort, wo man sich bewegen konnte, ohne doof angeschaut zu werden, fühlte ich mich wohl. Wenn die Donots etwas drauf haben, dann innerhalb von 30 Minuten das Publikum voll und ganz auf ihre Seite zu ziehen! Binnen kürzester Zeit war das Stadion am Kochen. Irgendwo zwischen „Wake The Dogs“, „Stop The Clocks“ und „Dead Man Walking“ regte sich in mir der Wunsch, die Jungs baldmöglichst wieder zwei Stunden lang am Stück anzusehen.
Nach einem gewohnt großartigem Auftritt incl. Ingos Bad in der Menge, folgte mit „So Long“ der finale Song. Zugegeben, ich hatte Gänsehaut, als ich auf den Schultern eines Kumpels sitzend, feststellen durfte, mit was für einer Lautstärke die 47.000 Menschen im Stadion das Lied mitsangen. Kein Wunder, dass die Herren Donots da nur noch kopfschüttelnd und grinsend auf der Bühne standen. Merkt euch den 13.12.2014 schon einmal vor – da spielen die Jungs in der Halle Münsterland (und bisher haben sie sich für die Münsterland Konzerte immer die größte Mühe gegeben!)

 

 

[media url=“http://www.youtube.com/watch?v=JkRjydvI9pQ“ width=“600″ height=“400″]

Je später es wurde, desto deutlicher konnte man feststellen, dass die erste Welle um einiges voller war als am Vortag. Was anfangs zugegeben noch ein wenig störte, entpuppte sich über den Abend hinweg als Indiz für eine weitaus bessere Stimmung.

Als nächstes stand eine Band auf der Bühne, von denen ich nie erwartet hätte, sie noch einmal live in Deutschland zu erleben – erst Recht nicht als Vorband von den Hosen. Die Rede ist von den großartigen Madness! „Our House“, „It Must Be Love“, „One Step Beyond“ oder  „House Of Fun“  – ihre Lieder sind berühmt, ihre Lieder sind Evergreens. Und nun standen sie leibhaftig auf der Bühne der Düsseldorfer Esprit Arena und gaben all ihre Hits zum Besten.  Zugegeben: Ein wenig unrealistisch war das schon. Dass sie dann auch noch als Persiflage den AC/DC Kracher „Highway To Hell“ in einer Playback-Version von sich gaben, gab dem Ganzen die Krönung. Mit „Night Boat To Cairo“ verabschiedeten sie sich schließlich von der Bühne und wir konnten entgeistert feststellen: Wir haben gerade Madness live gesehen! Großartig!

 

 

[media url=“http://www.youtube.com/watch?v=TH20uQo-cPY“ width=“600″ height=“400″]

 

Langsam wurde es dann wieder unruhig im Stadion – das Finale, auf das man sich einerseits freute und andererseits nicht wahrhaben wollte, stand unmittelbar bevor. Ein letztes Mal ertönte das Intro „Drei Kreuze“ und trotz der vielen Menschen um einen herum, kam Gänsehaut auf. Einzig und allein eine Schlägerei direkt hinter uns beim ersten Lied, trübte die Stimmung für einen Moment, doch als alle bei „Altes Fieber“ einstimmten und zeitgleich ihre Becher in die Luft reckten, war die Gänsehaut wieder da. Und in diesem Moment wurde mir wieder bewusst, warum ich dieses Lied seit dem Tag seiner Veröffentlichung großartig fand.

Schlag auf Schlag ging es mit „Alles Wird Gut“ weiter, gefolgt von „Heute Hier, Morgen Dort“, dass für viele das inoffizielle Tourmotto geworden war. Das große Highlight des Abends gab es mit „Helden & Diebe“. Jahrelang war es aus dem Set verschwunden, doch auf den Wunsch vieler Fans hatte man es für die letzten drei Konzerte der Tour wieder ausgegraben.

 

„Und sie fragen sich, ob das noch Punkrock ist, oder wie man sowas eigentlich nennt. Mal sind wir Helden, wir sind Diebe – angeklagt wegen Hochverrat. An uns selbst und der Vergangenheit und dem, was wir mal waren…“

 

Sie hatten damals – 1999 – schon alles auf den Punkt gebracht, was auf den Punkt zu bringen war. Und nie war das Lied aktueller als an diesem Abend und am Ende dieser Konzertsaison, in der die Diskussion um Hochverrat und Kommerzschweine ein weiteres Mal laut geworden war.  Grund zum Meckern gab es an diesem Abend jedoch nicht. Im Gegenteil: Kaum stimmte das Publikum „Verschwende Deine Zeit“ an, stimmte die Band mit ein.  Da darf man im Anschluss auch all die peinlichen „Tage Wie Diese“-Versionen vergessen und das Lied für viereinhalb Minuten wieder toll finden. Denn für Abende wie diesen wurde es damals geschrieben. Punkt.

Für „Opelgang“, „Hang On Sloopy“ und „Der Bofrostmann“ ging es für einen kurzen Moment auf die B-Stage zwischen zweiten und dritten Wellenbrecher. Gerade für die Leute, die weiter hinten stehen ist das großartig – für uns hieß das: Erst einmal Bier holen! In den darauf folgenden zwei Zugaben gab es dann noch einmal Kracher wie „Achtenbahn“ und „Reisefieber“, bevor sich die Band mit „You’ll never walk alone“ von der Bühne verabschiedete.

Die Toten Hosen - Foto: Tobias Henze

 

Das Flutlicht ging an und die ersten Menschen strömten bereits Richtung Ausgang um nach Möglichkeit, die erste Bahn in die Altstadt zu bekommen. Doch die Hosen, wären nicht die Hosen, wenn sie sich nicht noch anständig verabschieden würden. Und so stürmten sie nach einer kurzen Pause ein letztes Mal auf die Bühne. Als hätte uns „Halbstark“ an der Stelle des Abends nicht schon sprachlos genug gemacht, folgte darauf noch das „Wort zum Sonntag“. Jetzt durften die Tränen rollen. Perfekt. Einen besseren Abschied hätte man sich an diesem Abend nicht mehr wünschen können. Es war ein Konzert, das einem würdigen Abschiedskonzert schon sehr nahe kam. Aber liebe Hosen, wir wollen noch mindestens eine Saison lang mit euch feiern!

64 Hosen-Konzerte innerhalb von 18 Monaten. Wie gut, dass die Broilers bald schon auf Tour gehen und ich mir daher nicht extra ein neues Hobby suchen muss. Danke für all die guten Momente, danke für all die lieben Menschen, die man kennen lernen durfte – ich hoffe wir sehen uns alle irgendwo da draußen auf den Straßen und in den Konzertsälen anderer Bands!

 

Broilers On Tour – Tickets hier!

01/03/14 Offenbach, Stadthalle
06/03/14 Rostock, OSPA Arena
07/03/14  Hamburg, Sporthalle
08/03/14 Leipzig, Arena
14/03/14 Ludwigsburg, MHP Arena
15/03/14 Saarbrücken, E-Werk
21/03/14 Hannover, Swiss Life Hall
22/03/14 Berlin, Columbiahalle (Ausverkauft)
28/03/14 Fürth, Stadthalle
05/04/14 München, Zenith
10/04/14 Bremen, Pier 2
11/04/14 Erfurt, Thüringenhalle
12/04/14 Dortmund, Westfalenhalle 1
26/07/14 Berlin, Zitadelle (Zusatzkonzert)

Arabell Walter.
Fotos: Toby Henze.

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...

  1. Wendy16. Oktober 2013, 20:55

    Ara,
    vielen Dank für deine Worte!

    Bei -So long-, was soll ich sagen, Gänsehaut und angeschwollene Tränendrüsen- ganz großartig war das!

    You´ll never walk alone rührte uns dann wohl letztendlich fast alle zu Tränen…
    Es war wunderbar, es war würdig, es war ein schöner Abschied.

    Bis bald :-*

    Reply