Über die Liebe zur Musik…

Panic! At The
Disco – Neue Band, neues Album, neuer Sound

Vor 4 Jahren gepostet,von joscha

Panic-at-the-Disco-Too-Weird-to-Live-Too-Rate-to-Die-2013-1200x1200Am 8.10.2013 erscheint das neue Panic! At The Disco Album „Too weird to live, to rare to die“. Eine Frage die sich sofort stellt, bezieht sich der Titel auf die Band selbst? Wenn man es streng nimmt nicht, denn die echten Panic! At The Disco sind schon längst tot. Aus vier wird eins, beim Poprock wird der Rock weggestrichen und schon steht ein neues Album in den Startlöchern. 

 

 

Mir fällt es schwer bei diesem Album noch über Panic! At The Disco als Band zu reden. Die beiden Gründungsmitglieder Ross und Walker gehen schon seit 2009 andere Wege und nun musste auch Spencer Ross eher unfreiwillig die Band verlassen, da er seine Alkohol- und Drogensucht nicht mehr unter Kontrolle hatte. Bleibt also nur noch Brendon Urie über. Neue Musiker werden kaum noch erwähnt und auch das Albumcover wird nur mit ihm „geschmückt“. Für Urie wurde das neue Album also zum Freibrief: Er konnte machen was er will. Er ist nicht mehr der Frontmann der Band, nein, er ist der Popstar im Rampenlicht. Den Rest erledigen Studiomusiker und Drumcomputer.

 

Too weird to live, to rare to die fährt das Boot Panic! At The Disco weiter auf dem Kurs Popmusik. Der Hafen Chartmusik wird ohne Umwege angesteuert. Von Instrumenten ist nur noch wenig zu hören. Stattdessen gibt es gesampelte Schlagzeugrhythmen, elektronische Musik und „hippe“ Stimmeffekte wie man sie von den Black Eyed Peas kennt. Musikalisch hätte das Album genau so gut von Justin Bieber oder Miley Cyrus eingesungen werden können. Da sehe ich keine Unterschiede. An der Live-Tauglichkeit lässt sich allerdings noch zweifeln. Lediglich die unverkennbare Stimme von Brendon Urie ist noch von den „alten“ Panic! At The Disco geblieben. Besetzungswechsel bei Bands sind in der Musikwelt Gang und Gebe. Wege ändern sich und daran hat man sich auch gewöhnt. Genau so ändern sich auch Bands und klingen von Album zu Album anders. Kritisch wird es aber, wenn Bands komplett das Genre wechseln. Dann handelt es sich nicht mehr um Weiterentwicklung sondern Neuorientierung. Genau mit so einer Neuorientierung haben wir es mit diesem Album zu tun.

[media url=“https://vimeo.com/70361677″ width=“600″ height=“400″]

Für Menschen die der Pop-Musik nicht negativ entgegenstehen ist das Album genau das richtige.  Es ist keine schlechte Platte. Die Songs gehen schnell ins Ohr wie es bei Popmusik der Fall sein sollte. Für mich ist das Album aber eher eine Soloauskopplung von Brendon Urie. Er nutzt lediglich den Windschatten des Namens einer Band, die vor längerer Zeit ihren Höhepunkt hatte, um schneller im Gespräch zu sein. Ich denke nicht dass das Album bei mir verstauben wird aber dennoch würde ich mich über eine Reunion der Band mit Urbesetzung freuen. Soll ja durchaus öfters passieren. Denn nach einer Panic! At The Disco Platte klingt das für mich nicht.

Joscha

About joscha

1988er Jahrgang, verliebt in Schallplatten, wohne und lebe in Köln und mache irgendwas mit Medien.