Über die Liebe zur Musik…

Touché Amoré:
Ein Album, Drei Stimmen!

Vor 4 Jahren gepostet,von joscha

ta_is-survived-byViel Zeit ist ins Land gegangen seitdem „Is Survived By“ von Touché Amoré angekündigt wurde. Gestern erschien es bereits in verschiedenen Ländern; die deutschen Mailorder verschicken es erst kommenden Freitag. Damit ihr wisst was euch erwartet gibt es diesmal statt nur einer gleich drei verschiedene Meinungen! 

 

 

Drei Meinungen

Joscha sagt…

Dadurch dass ich dieses Album schon seit seiner Ankündigung heiß erwartet habe, lagen meine Erwartungen auch dementsprechend hoch. Beim ersten Hören machte sich Enttäuschung in mir breit und ich dachte, meine Erwartungen wären vielleicht zu hoch gewesen. Dabei musste ich mich nur erst einmal reinhören. Eigentlich bringt „Is Survived By“ genau das Tempo, die Epik, die Abwechslung, die Stimme, das Schlagzeug und die Spannung die ich mir gewünscht habe. Kurze knackige Songs auf den Punkt gebracht. Drummer Elliot ackert wie blöde und prügelt sein Instrument wie ein Bekloppter – ich liebe es einfach.

ABER: Mit Musik verkauft man Alben, mit Texten gewinnt man Fans. Erster und letzter Song bilden vom Text her thematisch einen tollen Rahmen. Also nicht nur zuhören, ab und zu auch mal die Songtexte mitlesen. Trotzdem finde ich das Album „nur“ gut und nicht überwältigend. Leider sind die Texte kaum melodisch wie es beim Vorgänger war. Oft stehen die Texte so stark im Vordergrund, dass sie schnell runtergerasselt werden damit sie zur Musik passen. Mein einziger Kritikpunkt.
Lieblinge: „Non Fiction“, „Blue Angels“ und „Is Survived By“(!!!).

Arabell sagt….

Zugegeben: Als ich hörte, dass die Texte der neuen TA Platte weniger depressiv werden würden, war ich skeptisch. Denn genau diese Art der Texte in Verbindung mit Jeremys Stimme machten für mich Touchè Amoré zu dem was sie sind. Dennoch war die Vorfreude auf das dritte Album riesig! Nun gut, die Lieder wurden im Schnitt länger, der musikalische Teil einen Ticken verspielter und melodischer.

Aber ist das wirklich schlimm und ein Grund nun gegen die Band zu wettern? Nein, im Gegenteil! Gerade die Verspieltheit in „Anyone/Anything“ oder das in einem Duett endenden „Blue Angels“ zeigen, dass sie auch für die eine oder andere Überraschung zu haben sind. Mein absoluter Favorit auf dem Album bleibt aber nach wie vor „Just Exist“ – der Song war schon hat sich von Anfang an als ein echter Ohrwurm entpuppt!

 Annika sagt…

Bei mir hat „Is Survived By“ nach dem ersten Durchhören direkt gezündet.  Schon die Vorabsingle „Just Exist“ ließ Herzen höher schlagen und legte die Erwartungs-Messlatte ziemlich weit oben an. Doch trotz Vorfreude schwang da auch ein bisschen Skepsis mit. Können die Jungs das Level ihrer letzten beiden Longplayer halten, sogar übersteigen? Oder wird es ein Griff ins Klo? Ihre energetische Spielweise haben sie in keinem Fall verloren, so wird „Is Survived By“ auch live perfekt mit den alten Songs harmonieren. Insgesamt klingt alles aber etwas verspielter und geordneter und erstmals knacken Touché Amoré auch die Drei-Minuten-Marke; also mehr Platz für das musikalische Knaller-Brett, das wir aus den Vorgänger gewohnt sind. Aber kein langweiliges Ausschlachten des vorhanden Materials, sondern viel mehr der Drang, das musikalische Können noch besser zu nutzen und zu zeigen. Bleibt nur zu hoffen, dass Sänger Jeremy da nicht die Luft ausgeht. Sollte es allerdings doch mal soweit kommen, gibt es genug Textstellen die in bekannter Manier mit Herzblut mitgebrüllt werden können. Aber bitte gebt dem Mann nachher sein Mikro wieder!

Trotz der anfänglichen Skepsis empfinde ich die Richtung in die sich „Is Survived By“ bewegt hat als genau richtig. Es ist nicht wie der Vorgänger „Parting The Sea Between Brightness And Me“ geworden, aber auch nicht skandal-schlagzeilenverdächtig anders. Touché Amoré zeigen, wie viel Talent und Möglichkeiten in ihrer Musik stecken und bleiben dabei ihrem Stil treu. Solange Gesang, Sound und Text vereint mir Gänsehaut verschaffen ist es das Touché Amoré-Gefühl.

 

About joscha

1988er Jahrgang, verliebt in Schallplatten, wohne und lebe in Köln und mache irgendwas mit Medien.