Über die Liebe zur Musik…

  • Simone Bauer - Matsch Memorien

Ein Buch
über Festivals & den Ausnahmezustand

Vor 4 Jahren gepostet,von Ara

Wer bereits einmal in seinem Leben ein Festival besucht hat, wird mindestens eine verrückte Geschichte zu diesem Erlebnis parat haben. Obwohl ich nicht der typische Festivalgänger bin (oftmals nur ein Tag, lieber im Hotel als im Zelt), fallen mir spontan mehrere Erlebnisse ein. Wie zum Beispiel damals, als man mir beim Taubertal sagte, ich sei mit meinen 14 Jahren noch zu jung; ich solle doch meine Karte verkaufen und mir die Ärzte von draußen anhören. (Letztendlich war ich doch auf dem Gelände!) Oder ein Jahr später, als ich beim gleichen Festival auf einmal mit den Toten Hosen auf der Bühne stand und „Paradies“ singen durfte. Und nicht zuletzt das vergangene Vainstream Festival, bei dessen Organisation und Durchführung ich von Anfang an dabei sein durfte.

 

Simone Bauer - Matsch MemorienSimone Bauer, gerade einmal drei Jahre älter als ich, ging es ganz ähnlich. Nachdem sie sich wieder einmal ein Festivalticket gegönnt hatte, erinnerte sie sich zurück an all die lustigen Geschichten, die sie im Rahmen von Festivals bereits gehört und erlebt hatte. Kurzerhand fasste sie den Entschluss, ebensolche Geschichten in Buchform zu veröffentlichen.

 

 Matsch-Memoiren

33 ganz unterschiedliche Erlebnisse sind auf diesem Wege zusammen gekommen. Mal ist es der 50-Jährige Josef, der sich an das Schützenjäger Open Air in Finkenberg 1993 und seinen damaligen Filmriss zurück erinnert. Dann wieder der 26-Jährige Raphael, der beim Hurricane vor zwei Jahren statt einem One Night Stand von seiner flüchtigen Bekanntschaft einen Schwall Kotze abbekam. Aber auch Musiker wie die Killerpilze kommen zu Wort und erzählen, wie so ein Festival aus der Künstlerperspektive ablaufen kann.

Zugegeben, man kann sich nicht mit jeder Geschichte identifizieren. Wie denn auch, wenn das Festival, das Dieter besuchte bereits knappe 40 Jahre in der Vergangenheit liegt oder wenn Green Day Fan Susi es aber auch wirklich abscheulich findet, dass Kraftklub da „Auf Green Day ist geschissen“ singen, obwohl die Kalifornier nur ein paar Slots später auf der gleichen Bühne stehen werden. Alles in allem sind die Geschichten aber verdammt lustig und bei der ein oder anderen hofft man einfach nur, dass sie einem nicht selbst einmal widerfährt.  Wie zum Beispiel die von Regina, die beim Southside 2011 eine Urin-Wasserbombe abbekam.

 

Alles in allem kann ich das Buch an Festival-Neulinge weiter empfehlen, denen die eigenen Erfahrungen noch bevorstehen. Immerhin sind sie dann für den Ausnahmezustand „Festival“ gewapptnet. Wer schon seit Jahren auf Festivals geht, der wird viele solcher Geschichten bereits selbst erlebt haben. Dazu sei gesagt, dass die eine oder andere Geschichte sich sehr lange hinzieht oder immer wieder abdriftet – man merkt, dass sie nicht von Autoren geschrieben wurden. Wen das nicht weiter stört, der sollte zugreifen! Das Buch erschien am 15. Juli 2013 über den Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag und ist 296 Seiten dick!

 

Was bleibt ist ein Buch voller Erinnerungen und der große Wunsch in mir, mal wieder das Taubertal zu besuchen. Aber dann fünf Tage lang mit zelten und allem, was dazu gehört!

 

Arabell Walter.

About Ara

Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...