Über die Liebe zur Musik…

Eine Runde
Achterbahn mit den Hosen…

Vor 4 Jahren gepostet,von Ara

An Tagen wie diesen, an denen die Toten Hosen die größten Openair Bühnen Deutschlands bespielen, ist es gar nicht so üblich, dass man als Fan die Chance hat, sie auch im kleinen Rahmen zu sehen. Vergangenen Mittwoch ließen die Düsseldorfer die alten Zeiten noch einmal aufleben und zeigten, dass sie sowohl die alten Songs als auch das mit der Spontanität nach wie vor drauf haben.

 

[singlepic id=623 w=320 h=240 float=left] Radio Havanna bekamen die Ehre zugeteilt und durften den Supportslot des Abends übernehmen. Das erste Highlight des Abends, denn ich für meinen Teil wollte die Jungs schon seit drei Jahren live sehen. Geklappt hatte es bisher nie. Umso schöner, dass sie ihr Set ohne große Ankündigung seitens der Hosen und mit ihrem Song „Stimme In Dir“ eröffneten. Gleichzeitig öffnete sich auch die Sauna, doch das Hosenpublikum zeigte von Beginn an von seiner besten Seite und empfing die Berliner mit offenen Armen. Mit „Rettungsboot“, „Unvergänglich“ und „Flüstern, Rufen, Schreien“ gab es für alle, die Radio Havanna noch nicht kannten, den perfekten Einblick ins aktuelle Album. Behaltet die Jungs im Auge!

 

Noch einmal kurz Luft schnappen. Wenige Minuten vor 21 Uhr ging es zurück ins Huxleys. Spätestens als anstatt „Drei Kreuze“ „Blitzkrieg Bop“ als Intro ertönte, konnte man sich sicher sein: Dieser Abend würde wieder einer der ganz besonderen Sorte werden. Und dann ging es Schlag auf Schlag! Auf „Strom“ folgte ein ganz und gar nicht erwartete „Modestadt Düsseldorf“ und auch beim anschließenden „Altes Fieber“ konnte ich nur von einem Ohr zum anderen grinsen. In diesem Moment passte dieser Text wie die Faust aufs Auge! Danke!

 

[singlepic id=642 w=320 h=240 float=right] Nach den ersten drei Songs ging es dann endlich in die Menge, in der ich nur auf strahlende Gesichter traf. Kein Wunder, wenn da die Hosen auch auf einmal wieder „Halbstark“ auspacken! Spätestens bei „Alles Wird Gut“ konnte auch ich mich nicht mehr halten und stürzte mich in die tanzende Mitte – um mich herum schrie jeder diese Zeilen aus längst vergangenen Zeiten mit und sobald wer stürzte, wurde ihm oder ihr innerhalb weniger Sekunden wieder hoch geholfen. Ausgerechnet wenige Sekunden vor meinem absoluten Lieblingslied „Glückspiraten“ verabschiedete sich irgendwo zwischen Pogen und Crowdsurfen mein Handy – scheiße. Meine Stimmung war vorerst gedrückt und so passte auch hier der nächste Song wieder perfekt: Schade, Scheiße, Wie kann das passieren!?

 

Viel Zeit für Trübsal blieb allerdings nicht bei all den alten Songs, die die Düsseldorfer da wieder ausgekramt hatten: „Verschwende Deine Zeit“, „Wir Sind Bereit“, „Mehr Davon“!? Pure Euphorie gepaart mit großer Ungläubigkeit. Doch das Beste kam erst noch! Als die Hosen ein zweites Mal die Bühne verließen, stimmte die Menge kurzerhand „Achterbahn“ an. Und das in einer Lautstärke, wie ich es lange nicht mehr gehört hatte. Grinsend kam die Band zurück und ging tatsächlich darauf ein. Sie können es also doch noch; das mit der Spontanität. Da störte es auch keinen, dass Campino den Text nicht drauf hatte und die zweite Strophe zwei Mal gesungen wurde.

 

[singlepic id=639 w=320 h=240 float=left]Kurz vor Ende wurde all die Euphorie noch einmal gedrosselt und vor dem Lied „Freunde“ noch eine eher traurige Nachricht verkündet. Wenige Stunden vor dem Konzert war ein langjähriges Crewmitglied verstorben. Der nun schon zweite Todesfall innerhalb kürzester Zeit in der Hosen-Familie. Ein Moment der zeigte, dass alles mal vorüber sein wird. Umso schöner, wenn man den Abend mit seinen Freunden und einer dennoch super gelaunten Band feiern kann. 1000 Dank an die Hosen für diesen besonderen Abend und geschlagene elf Lieder aus den 80ern! (Und mein Handy tauchte Gott sei Dank auch wieder auf!)

 

Arabell Walter.

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Ganz egal, ob die Welt jetzt untergeht - ich will mein Tape nur noch zu Ende hören...