Über die Liebe zur Musik…

  • Die Toten Hosen am 14.05.2013 in Bielefeld - Foto: Tobias Henze (dth-dta.de)

    Am ersten Tag waren noch alle Finger dran...

Toten Hosen Sänger verliert Kampf
gegen die Tür – gestriges Konzert mit nur neun Fingerkuppen.

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  • Toten Hosen Sänger verliert Kampf gegen die Tür – gestriges Konzert mit nur neun Fingerkuppen.
Vor 5 Jahren gepostet,von admin

Es klingt nach einem schlechten Scherz, doch es ist keiner. Nachdem die Toten Hosen am Dienstagabend ihre Tour offiziell in der Bielefelder Seidenstickerhalle eröffnet hatten, geschah das Unglück. Sänger Campino verlor den Kampf gegen eine Brandschutztür und musste sich auf schmerzhafte Weise von einer seiner Fingerkuppen verabschieden. Unter starken Schmerzen wurde der Düsseldorfer ins dortige Krankenhaus gebracht – zunächst stand aus, ob das gestrige Konzert in der gleichen Halle überhaupt stattfinden würde. Schließlich entschied man sich jedoch gegen eine Absage – auf der Bühne nahm es der Sänger mit Humor und witzelte: „Ein Teil von mir bleibt nun immer hier!“ und er wolle noch ein wenig in dieser Stadt bleiben, da er sich nur ungern von seinem Finger trenne.

Doch auf Anfang – die Jungs von Kopek konnte ich mir nicht anschauen. Zu weit war die Anreise aus Hamburg gewesen und ich war froh, dass wir die Halle immerhin noch vor Beginn der Toten Hosen erreichten. Pünktlich um neun enterten die Herren aus Düsseldorf dann die Bühne. Drei Kreuze (dass wir hier sind), Ballast der Republik & Altes Fieber – der Beginn war routiniert. Was letztes Jahr funktionierte, klappt auch an diesem Abend in Bielefeld. Dicht gedrängt steht man im vorderen Drittel. Sauerstoff? Bereits zu Konzertbeginn nur noch ein Wort aus dem Duden.

Die Toten Hosen am 14.05.2013 in Bielefeld -  Foto: Tobias Henze (dth-dta.de)

Am ersten Tag waren noch alle Finger dran…

Wer die Toten Hosen in diesem Jahr noch nicht live gesehen hat, darf sich darauf freuen (oder wahlweise ärgern), dass sie die Spielart ihrer Songs an die kommenden Stadionkonzerte angepasst haben. Immer wieder spielten sie einen klassischen Breakdown. Soll heißen, Gitarren und Bass setzen aus, das Schlagzeug spielt die Basedrum und Campino lässt das Publikum singen. Der breiten Masse mag das gefallen und auch ich hätte nichts dagegen, wenn man es bei eins, zwei Liedern belassen würde. Meiner Meinung nach kommt es zu häufig vor – ganze acht Mal, zusätzlich zu den üblichen Songs, in denen dies die letzten Jahre vorkam. Allerdings bin ich mir sicher, dass das die Stadionkonzerte so richtig zum kochen bringen wird. (Gut finden muss man es deshalb trotzdem nicht.)

Der Mehrheit der ca. 7.000 Besuchern machte dies aber nichts aus. Sie feierten, pogten und surften durch die Menge, als gäbe es nur diesen einen Abend. Einmal im Getümmel gewesen, wirkte man dezent durchnässt und freute sich umso mehr, dass die Wasserversorgung aus dem Graben recht großzügig von Statten ging. Höhepunkte im Set gab es mit Alles Wird Gut, Reisefieber, Verschwende deine Zeit und Niemals einer Meinung Sein. Zwischendurch konnte man bei den Akustiknummern Draußen Vor der Tür und Ertrinken den Versuch unternehmen, ein wenig abzukühlen.

Alles in allem konnte man sich weder über die Stimmung noch über die Setlist beschweren. Jetzt heißt es nur abwarten und hoffen, dass sich Campino (oder besser gesagt sein Finger) schnellst möglichst regeneriert und wir nicht um die kommenden Konzerte bangen müssen.

Arabell Walter.
Fotos:  Tobias Henze.

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