Über die Liebe zur Musik…

  • Die Killerpilze im Interview - Foto: Eileen Neubert
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„Wir sind die Justin
Timberlake des Rock“ – Ein Interview mit den Killerpilzen

Vor 4 Jahren gepostet,von admin

Am 23.3.2013 haben wir uns mit den Killerpilzen vor deren Konzert im Maschinenhaus der Kulturbrauerei in Berlin getroffen, um ein bisschen zu plaudern und ein paar Hintergründe zu Tour und zum Album zu erfahren.
Was die Jungs von Facebookumfragen, Fanbooking und noch besseren Bandnamen halten, erfahrt ihr jetzt:

LT: Heute ist das dritte Konzert von der Tour. Wie war der Auftakt?

 

Jo: Gut!
Mäx: Super!
Jo: Also, einerseits super, anderseits waren wir natürlich vor der ersten Show immer noch so ein bisschen… also da ist immer noch so ein bisschen Restunsicherheit, wie das Ganze dann wirklich vor Publikum wird. Aber es hat sich alles ganz gut herauskristallisiert, dass die Setlist so funktioniert, wie wir es uns vorstellen und dass die Leute schon tatsächlich das neue Album gehört haben und eben auch die Texte mitsingen können, weil wir die Show natürlich schon größtenteils um Grell, also das neue Album, rumstricken. Aber uns macht es einfach unfassbar viel Bock jetzt endlich wieder live zu spielen und auf Tour gehen zu dürfen.
Mäx: Und das erste Feedback war wirklich super. Wir stehen ja danach immer noch am Merchandisestand und reden mit den Leuten, trinken noch ein Bierchen und unterschreiben, machen Fotos und da kriegt man natürlich das direkte Feedback ab. Und das ist echt super. Die Leute feiern die neuen Songs richtig ab und spüren da ’ne richtige Weiterentwicklung, auch live, das ist schön.

 

LT: Hat sich von den neuen Songs auf den zwei Konzerten ein Livefavorit entpuppt? Oder ist das noch zu früh?

Fabi: Funktionieren alle gut! Ne, Quatsch. Grell, der Titelsong von Album kommt ziemlich gut an.
Jo: Dann so was wie Atomic. Das ist auch so ’ne Midtempo Nummer.
Mäx: Lauf.
Jo: Lauf, das ist so unser Bandfavorit. Das ist mit die härteste Nummer auf’m Album, die macht natürlich auch live ganz viel Spaß. Da kann man so bisschen das Metalriff raushauen. Das macht dann auch Bock. Also den feiern wir ab, aber generell ist das ja ’ne gute Mischung zwischen neuem Album und natürlich den Songs die sich jetzt schon über Jahre bewährt haben in unserem Liveset und das gefällt uns gut, dass wir jetzt wirklich keinen Song dabei haben wo wir sagen, den müssen wir jetzt irgendwie spielen für was-weiß-ich, dass das Set länger ist, sondern wir spielen halt einfach was gut passt.
Fabi: Die Hits aus 80er, 90er und von heute…

 

LT: Gibt es eine Band, die ihr gerne mal supporten würdet?

Jo: Madsen, und das machen wir jetzt. Wir spielen am 16. Juli als Support von Madsen und da freuen wir uns sehr drauf. Gibt natürlich viele Künstler. Ich würd‘ gern mal mit den Beatsteaks spielen. Natürlich war es immer ein großer Traum vor den Ärzten zu spielen. Das würde ich auch immer noch gerne machen.
Fabi: Das ist aber auch glaub ich schwierig, da zu bestehen.
Jo: Ja, klar. Das wird jetzt eher so ’ne Frage: Welche Künstler wir natürlich gerne haben. Casper finden wir auch cool. Und die Toten Hosen, wie du vorhin schon gesagt hast. Kraftklub. Das wären alles Künstler, mit denen wir natürlich gerne die Bühne teilen. Mit Kraftklub zum Beispiel haben wir auch schon in Bochum mal zusammen gespielt auf ’nem Festival.

 

LT: Eure Fans in Frankreich haben jetzt mehr oder weniger eine Tour für euch ermöglicht. Was ist das für ein Gefühl solche Fans zu haben? 

Jo: Das ist ziemlich geil. Also das kristallisiert sich grade raus, dass wir nicht nur in Frankreich, aber auch in anderen nicht deutschsprachigen Ländern, aber auch in Deutschland, Fans haben, die eben was auf die Beine stellen. Zum Beispiel die Show gestern in Erfurt, die kam eigentlich auch zu Stande, weil da jemand war, der sich schon seit Jahren mit den Killerpilzen beschäftigt hat. Also war es auch ’n Typ, der 22 Jahre alt ist oder 23 und einfach Bock hatte die Killerpilze dahin zu buchen. Und hat das gemacht und uns somit ermöglicht, dass wir da spielen. Das ist auf jeden Fall so ein Weg den wir uns vorstellen können zu gehen.
Wir arbeiten da grade an so einer Idee, die auch an uns herangetragen wurde, so eine Art Fanbooking Tour zu machen. Dass man halt Fans beauftragt, wenn ihr uns, was-weiß-ich, in Bielefeld sehen wollt, dann müsst ihr Leute organisieren und dann, wenn das genügend sind, verwandelt sich eure Stimme in ein Ticket. Und dann findet die Show statt.
Das wär‘ auf jeden Fall ein Ansatz, den wir im Herbst gerne verfolgen würden. Uns geht’s jetzt nicht drum irgendwie immer in fetten Clubs oder so zu spielen, wir spielen auch gerne in JuZes. Einfach diese Bindung zu verstärken. Gestern war auch in Erfurt ein Fan aus Tschechien da, der gesagt hat, wir reden die ganze Zeit mit Agenturen, dass die euch nach Tschechien buchen und so.

Die Killerpilze im Interview - Foto: Eileen Neubert
Fabi: So muss es laufen.
Jo: Das ist halt der Hammer.

 Mäx: Das ist perfekt.
Jo: Näher an der Band… Und die Zusammenarbeit kann gar nicht enger sein. Und das ist für uns auch sch
ön. Also weil wir dann nicht immer diesen bürokratischen Weg gehen müssen.
Mäx: Genau, weil wir wollen einfach spielen. Wir wollen auf Tour gehen. Die Leute wollen uns hören. Und wenn man das dann einfach eins zu eins direkt mit den Leuten machen kann, die uns dann auch sehen wollen, dann ist das natürlich der direkteste und beste Weg eigentlich.

 

LT: In ‚Nimm mich mit‘ heißt es: Wo jeder Tag ein Lied ist. Was für ein Lied passt zu heute?

Jo: Zu speziell heute?
LT: Zu heute…
Jo: Irgendwas…
Mäx: konfuses…
(Lachen)

 

Jo: Irgendwas mit Pannen, weil unser Soundcheck war echt heute ganz… der war überschattet von technischen Pannen. Ich weiß nicht, was da für ein Song passen würde… vielleicht…
Mäx (leise): Arbeit nervt!
Fabi: Nothing else Matters!
Jo: Arbeit nervt! Ne, Quatsch! Aber Soundcheck nervt würde eher passen. Ne. Ansonsten… Irgendwas schönes zur Show… Der Druck steigt, von Casper.

 

LT: Wie entstehen eure Lieder? Woher nehmt ihr euere Inspiration für die Songs?

Jo: Bei uns ist es größtenteils so, dass die Lieder musikalisch bei Mäx entstehen. Der beschäftigt sich ja auch außerhalb von der Band viel mit Musik, weil er auch Gitarre studiert und dementsprechend viel Input gibt. Er produziert ja auch und hat auch diese Platte produziert. Wir sind auch eine Band, die über mehrere Zeiträume so Songs entstehen lässt, wobei wir glaub ich fürs nächste Album…

Mäx: Da brauchen wir keine zwei Jahre mehr…

Jo: Wir haben jetzt für Grell zwei Jahre gebraucht, weil die Songs auch so lange gereift sind, aber nächstes Mal soll es schneller gehen. Texte kommen dann eigentlich meistens danach. Es ist selten so, dass wir ’nen Text zuerst haben. Wir sind halt ’ne Band, die an unterschiedlichsten Orten mit unterschiedlichsten Gegebenheiten arbeitet. Wie du vielleicht schon im Trailer vor diesem Album gesehen hast, wir haben auf einer Hütte aufgenommen, in unserem Proberaum, in Köln mit Curse zusammen getextet. Das ist aber auch unsere Herangehensweise mit dem eigenen Label. Wir können ja machen worauf wir Bock haben. Wenn wir Lust haben in ein Studio zu gehen, was aber eigentlich sinnlos ist, dann können wir das machen, wir können aber genauso gut auch bei Mäx im Zimmer zu Hause produzieren und so entstehen eigentlich auch die Songs. Die Inspiration, vor allem jetzt für Grell, für das Album, war 100%, so klischeehaft das klingen mag, das Leben, weil die Geschichten, die da drauf passieren oder erzählt werden, die Songs, die sind wirklich so Themen, die uns beschäftigt haben und das ganze Album ist unter diesem Kontext Abschied an die Jugend und Aufbruch Richtung was Neues. Alles was da drauf passiert, war uns ein Anliegen in die Songs zu packen.

 

LT: Wie würdet ihr selbst die Entwicklung von ‚Ein bisschen Zeitgeist‘ zu ‚Grell‘ beschreiben?

Fabi: Wir haben lustigerweise heute im Auto mal wieder ‚Ein bisschen Zeitgeist‘ angehört, weil wir das schon ewig… Also zumindest Mäx und ich haben das schon echt, also ich glaub ein Jahr oder so nicht mehr gehört. Und es ist echt krass! Das ist echt ja ’ne richtig harte Platte, die letzte. Und es war auch geil, weil wir… wie Mäx irgendwie gesagt hat, wir haben uns da echt unsere Hörner abgespielt, quasi.


Mäx: Wir haben ganz viel ausprobiert. Ganz ungestüm, ganz progressive Herangehensweisen an die Songs. Das war auch so von den Arrangements her, krumme Takte, richtig progressiv. Ich glaub wir haben im Songwriting viel mehr dazugelernt. Das wir viel klarer, so wie wir jetzt auch textlich klarer geworden sind, irgendwie, viel mehr auf den Punkt, so sind wir auch musikalisch. Wir haben uns auch getraut diesmal einfach Melodien zuzulassen und nicht unbedingt so immer voll auf die zwölf, sondern wenn’s dann mal ne poppige Nummer geworden ist, dann haben wir das auch zugelassen.
Jo: Verglichen mit der Tour jetzt auch, war die letzte Tour so ’ne Art Hardcore Show, wo wir nur geschrien haben und einfach uns zu den Songs auch hart präsentieren wollten und das auch getan haben. Heute haben wir, glaub ich, ne gute Balance gefunden, für uns, für 2013. Wie das dann weite
rgeht wissen wir nicht, aber das, glaub ich, wird schon jetzt eher so in dieser Grell-Richtung bleiben.

 

LT: Das Album ist ja zweigeteilt. Zum einen ‚Das kann doch nicht alles sein Pt 1‘ bis ‚Das kann doch nicht alles sein Pt 2‘. und dann ‚Himmel‘.

Jo: Genau.

 

LT: Was hat es damit auf sich?

Jo: Dadurch, dass Himmel halt ein besonderes Thema ist, das für uns auch persönlich und sehr speziell ist und wir das trotzdem auf die Platte packen wollten, sind wir dann auf die Idee gekommen, das eben in drei Teile zu unterteilen, Teil 1 ist quasi diese Überleitung aus der vorherigen Geschichte des Albums, weil die Songs davor sind natürlich auch musikalisch anders uns behandeln auch wirklich andere Themen. Himmel ist ja wirklich ’ne explizierte Auseinandersetzung mit Tod und das war uns halt… Wir wollten es nicht in so einem Kontext haben, dass es irgendwie ein Song auf’m Album ist, Hauptsache mal drauf gemacht, sondern der sollte schon Gewicht haben, deswegen die drei Teile und innerhalb dieser drei Teil ist ja auch der letzte Teil der positive Ausklang und das war das wichtige für das Album, dass das eben positiv endet und davor ist halt so dieses Abschied – Neuanfang Ding, dieses Abrechnen mit dem Bisherigen, was man so gemacht hat, dass man sich auch selber ändern muss oder ändern möchte und vielleicht auch unzufrieden ist, mit dem was man bisher gemacht hat und diese Orientierungslosigkeit, wo geht’s hin, was soll ich studieren, jetzt mal als ganz explizierte Frage.
Fabi: Verantwortung übernehmen, einfach auch Abschied von der Jugend, vielleicht besser, Abschied von der pubertären Jugend, weil ich mein‘ wir sind ja immer noch echt jung.
Jo: Richtig alt!
Fabi: Es wäre jetzt falsch zu
sagen, dass wir erwachsen sind. Aber es sind doch andere Themen als vor sechs, sieben Jahren, wo wir über Schulhofpunk gesungen haben und über Lehrer, wie auch immer, jetzt mittlerweile ist wie gesagt die erste ernsthafte Beziehung, oder wo geht man hin zum Studieren, man lebt zum ersten Mal alleine, muss wie gesagt Verantwortung übernehmen. Da stellen sich schon ein paar Weichen im Alter zwischen 20 und 25, in dem wir uns auch grade befinden. Darum geht es in dem ersten großen Gesamtteil.

 

LT: Zum Artwork von der Platte. Woher kommt die Idee?

Mäx: Wir waren da auf der Hütte, wo wir auch die Gitarren aufgenommen haben. Da gibt’s ja auch zwei Studiotrailer, da sind eigentlich die Ideen für diese ganze Grell-Kampagne entstanden. Mit den drei Kreisen. Jo hat gesagt, was mit Kreisen. Mein Bruder war dabei, mit dem als visuellen Leiter, so gesehen, das dann entwickelt. An ’nem Tisch gesessen, was könnten wir machen mit Farben, dass das dann so in die Mitte geht…
Jo: Uns war halt wichtig, das Logo in verschiedenen Sachen umzusetzen. Da kamen dann befreundete Mitstudenten von Mäx Bruder auch mit ins Spiel. Das waren 24 Kunststudenten, wir haben einfach nur gesagt, hier ist das Logo, mach draus was du willst. Wir haben auch wirklich jeden Entwurf, den wir bekommen haben genauso genommen und abgedruckt. Das war auch eine bewusste Entscheidung keine Texte ins Album zu drucken, weil wir gesagt haben, wer aufmerksam zuhört und vielleicht sich die Plat
te auch öfter anhört, wird früher oder später die Texte dann auch können.
Fabi: Das sollte eher ein Kunstprojekt werden, das Ganze. Das ganze Album auch mit diesen Trailern. Dass das so eine Einheit ist, und dass es nicht nur ein zwei Videos dazu gibt, die so sehr outstanding sind, sondern, dass das alles irgendwie in sich geschlossen ist. Da zählt das Artwork natürlich mit am meisten dazu und das war uns auch wichtig wirklich ein dickes Booklet zu machen, dass die Leute auch was für ihr Geld bekommen. Für das unfassbar teure Geld, das wir für unsere CDs verlangen, nämlich 10 Euro.
Jo: Wir wissen ja nicht, wer es alles illegal runter lädt, dem entgeht auf jeden Fall was, so mit diesem Booklet. Das ist einfach für die Leute, die wirklich noch CDs gerne haben, dazu gehören wir auch, für die ist das glaub ich was cooles, einfach was zum Blättern, das war früher, bei Pink Floyd zum Beispiel, das ist natürlich auch ’ne Inspirationsquelle gewesen, da gab’s dann noch so ein Booklet, oder halt ’ne Vinyl, wo man dann ganz viel verschiedene Seiten hat.
Fabi: Wo jeder dann auch seinen Bezug dazu auch herstellen kann. Jeder findet da bestimmt auch ein Lieblingsbild. Hoffentlich… Von den drei Kreisen…

 

LT: Also ist das dann auch der Grund, warum kein Foto von euch auf der kompletten CD zu finden ist.

Jo: Genau.
Mäx: Auch in den ersten Trailern oder auch jetzt im ersten Video sind ja nur wir zwei mal ganz kurz zu sehen. In dem ersten Video. Wir wollten wirklich, dass das von diesem Personenkult irgendwie weggeht, sondern wir wollten, dass die Leute sich die Musik anhören, sich mit den Texten beschäftigen und dass wir das wirklich ganz klar in den Vordergrund gestellt haben.
Jo: Ich glaub für viele Fans war es am Anfang schon was ungewohnt, weil wir ja sonst in Videos oft zu sehen waren, aber …
Mäx: Aber dafür haben wir ja jetzt so was wie diese Akustikperformance, wo wir dann auch wirklich beim Musik machen sind. Oder bei diesem Studiotagebüchern, wo die Leute uns dann schon sehen, aber genau in dem Kontext wie wir auch arbeiten, was wir auch machen, wenn wir Musik machen zusammen.

 

LT: Bei Facebook habt ihr geschrieben, dass ihr eventuell eine Vinylversion von dem Album rausbringen wollt.

Mäx: Gestaltet sich schwierig.
Jo: Ich bin dran. Wir wollen wenn dann ’ne kleine Auflage machen, ich mein die Kleinstauflage ist meist 300 oder 500. Wir sind jetzt nicht so, dass wir sagen, wir verkaufen auf jeden Fall 500 Vinyls, weil wir wissen halt nicht wie groß der Markt ist. Oder die Nachfrage… Wir wissen, so ein paar Leute hätten gerne eine, unter denen auch wir selbst sind. Aber wenn man jetzt mal sagt, ok, man lässt sich 50 Vinyls machen, das geht dann nur bei einem, der die alle einzeln überspielt, dann kostet das Stück 78 Euro. Das ist dann ein bisschen viel.
Fabi: Dann müssen wir minde
stens 79 verlangen…
Jo: Also wir sind da noch grade am ausprobieren, das wär‘ auf jeden fall noch ein Traum das zu machen. Ich mein, die Grell Kampagne ist ja für uns noch lange nicht vorbei, da kommt ja noch einiges. Und vielleicht schaffen wir es irgendwie noch in dem Kontext dessen, so was zu machen. Vielleicht sollten wir echt auch mal auf Facebook ’ne Umfrage machen, wer sich definitiv so was kaufen würde…
Mäx: Das auf Facebook ist ja auch megaverbindlich…
Jo: Das ist alles total verbindlich! Ein Like ist ein Kauf!
Mäx: Wenn wir das so machen, dann machen wir das auf jeden Fall! Dann bestellen wir so viele, wie wir Likes haben!
Jo: Das macht Sinn!

 

LT: Die CD erinnert ja auch schon ein bisschen an eine Vinyl.

Mäx: Das würde sich schon sehr gut dafür eignen. Auch mit diesem Booklet eben.
Jo: Das ist ja auch alles schön quadratisch.
Fabi: Es wär‘ schön, aber vielleicht bleibt’s…
Jo: Aber gut, dass du uns auch noch mal das Feedback gibst, vielleicht sollten wir die Idee noch intensiver verfolgen.

 

LT: Des öfteren konnte man ja jetzt lesen: ‚Man sind die groß geworden!‘ Das ist ja so ein typischer Verwandtenspruch. Bekommt ihr den zu Hause auch noch zu hören?

Jo: Zu Hause nicht. Das wär‘ ja schlimm, wenn dass zu Hause auch noch so wär…
Fabi: Unsere Mutter sagt zu uns ‚Mensch seid ihr groß geworden‘ wenn wir von Tour kommen.
Mäx: Für viele war es schon so, dass wir jetzt einfach lange aus der Öffentlichkeit weg waren und jetzt mit dem Album Grell irgendwie schon wieder sehr in der Öffentlichkeit stattfinden. Viele kennen uns vielleicht noch von 2006/2007, da waren wir 14/15, wo der reisen Hype war und jetzt kommt das langsam wieder zurück. Klar sind wir groß geworden in der Zeit.
Fabi: So wie jeder andere auch.
Jo: Also einerseits ist es cool, weil man sieht auch, ok man kann die Leute tatsächlich noch überraschen. Und andererseits wie gesagt, ’ne ganz natürliche Entwicklung und wir haben uns jetzt selber nie groß Gedanken drüber gemacht. Uns ist es wichtig so diese Vorurteile, die es über die Killerpilze gibt, warum auch immer, natürlich weil wir in der Bravo waren… Trotzdem haben wir uns ja nie verbogen. Wir sehen das auch ganz klar als Teil unserer Geschichte, diese Zeit. Aber es hat sich einfach alles um 180º gewendet. Das ist auch so unser Ding als Band, wir wollten halt immer Musik machen und uns da weiter entwickeln und ich glaube das ist auch der Weg den wir gehen, in der Zwischenzeit werden wir älter, vielleicht entdecken uns auch manche Leute erst in 10 Jahren wieder und sagen ‚Hä, die waren doch mal ganz klein… und jetzt haben die schon Bart‘ oder so…
Fabi: Deswegen auch der Name, also auch bewusst. Wir werden natürlich auch sehr, sehr häufig, jetzt auch mit dem Album drauf angesprochen, ‚Ja, krass und musikalisch jetzt echt ’ne Weiterentwicklung, aber warum habt ihr …
Jo: Warum heißt ihr noch Killerpilze?
Fabi: Warum habt ihr noch diesen beschissenen Bandnamen. Aber es sind ja trotzdem immer noch wir drei. Das ist auch ’ne ganz natürliche Weiterentwicklung gewesen, so wie es vielleicht bei anderen Bands auch ist und natürlich ist es bei uns irgendwo ein krasser Weg, weil wir natürlich von da kommen und dahin wollen.
(gestikuliert wild in der Gegend…)
Aber ich glaube wir sind auf ’nem guten Weg. Und da gehört aber auch unsere Geschichte dazu und da sind wir auch stolz drauf. Wir waren da früh drin und haben da auch megaviel Erfahrungen sammeln dürfen, die uns jetzt auch zu Gute kommen. Und wir sind ja immer noch voll jung. Es kann ja auch noch weitergehen. Andere gute deutsche Bands haben ja auch beschissene Namen. Da müssen wir uns nicht ganz…
Mäx: Da müssen wir uns nicht verstecken.
Fabi: Da stehen wir jetzt nicht ganz alleine da. Auch wenn unserer natürlich schon noch mal… noch mehr… besser ist.

 

Die Killerpilze im Interview - Foto: Eileen NeubertLT: Jetzt seid ihr ja den ganzen Frühling auf Tour. Und du hattest auch erwähnt, dass ihr für den Herbst noch was plant. Stehen im Sommer irgendwelche Festivals an?

Jo: Ja, also es sind definitiv ein paar Festivals geplant. Wie vorhin schon erwähnt, werden wir vor Madsen mal spielen, was uns persönlich ganz arg freut. Dann haben wir unser eigenes Festival in Dillingen an der Donau, unserem Heimatort. Das haben wir letztes Jahr zum erstem Mal veranstaltet und da waren irgendwie 1000 Leute da, mal gucken ob das dieses Jahr tatsächlich noch mal so wird, oder vielleicht sogar noch ein bisschen größer. Und wir spielen so vereinzelt noch Shows und wir sind auch grade noch dabei Sachen zu booken. Also da kommt bestimmt noch die ein oder andere Festivalshow. Aber was sich für uns auch rauskristallisiert hat, das ist eben auch so ein Erfahrungswert, meistens spielt man die vielen Festivals dann erst im Jahr nach dem Album, weil es dann auch bei den Leuten mal angekommen ist.
Mäx: Wir haben es ja Anfang März jetzt veröffentlicht, das Album. Da sind natürlich auch schon einige Türen wieder zu. Also viele Booker…
Jo: Die haben dann halt schon alles.
Max: Die buchen im Februar oder im Januar. Und zum Teil schon das Jahr davor, deswegen sind wir da recht entspannt, aber wenn noch Festivalleute auf uns aufmerksam werden, gerne, wir fahren los.
Jo: Könnt ihr gerne als Überschrift schreiben: Wir kommen überall hin!

 

LT: Welches ist der triftigste Grund, den ihr dem Leser nennen könnt, auf eines von euren Konzerten zu gehen?

Mäx: Das ist das krasseste auf der Welt.
Fabi: Das sagt auch bestimmt kein anderer…
Jo: Ne, das ist schwierig.
Mäx: Das ist echt schwierig, ne schwere Frage.
Jo: Lass mich überlagen, weil das muss schon was treffendes sein. Also der triftigste Grund ist einfach der… Ich glaub es ist wirklich so, wenn man ne Entwicklung bei ’ner Band sehen will, die man vorher wirklich scheiße gefunden hat. Es gibt ja auch teilweise so Künstler, wie bei uns so… Also ich mein, wer hätte vor 15 Jahren gedacht, dass Justin Timerlake mal die coolste Sau der Welt wird und eigentlich echt ein respektabler Künstler ist, für das was er macht. Das muss man jetzt einfach sagen, unabhängig davon ob man die Musik mag oder nicht, aber für das was er macht, macht er es unglaublich gut.
Fabi: Wir sind die Justin Timberlake des Rock.
Jo: Genau.
Mäx: Wir werden’s schaffen, glaub ich und das ist halt einfach unser Ziel. Wir werden den Leuten früher oder später nicht mehr als diese Teenieband im Gedächtnis bleiben, sondern als ein Act, der meinetwegen 20 oder 25 Jahre dabei ist und Bock auf Musik hat. Das unterscheidet uns dann irgendwann, glaub ich, nicht mehr anderen großen Künstlern, wie den Toten Hosen. Die haben vielleicht jetzt nicht als Teenieband angefangen, aber die waren auch jung.
Max: Die Ärzte schon.
Jo: Und die Ärzte irgendwie schon, aber die haben sich auch irgendwie weiterentwickelt, konsequent, das ist eigentlich mit das spannendste was man an uns auch sehen kann.
Fabi: Da ist die Zeit natürlich auch ein großer Faktor einfach. Und ich glaub auch die Gelassenheit. Je weniger wir da bewusst dagegen ankämpfen wollen, wie es vielleicht beim letzten Album war, bei ‚Ein bisschen Zeitgeist‘ und weniger jetzt bei dem Album, wo wir einfach gesagt haben, wir machen einfach das worauf wir Bock haben und es zahlt sich auch aus. Die Leute sehen dann die Weiterentwicklung ganz automatisch und dann wird sich die Frage irgendwann nicht mehr stellen.
Jo: Aber der triftigste Livegrund ist definitiv der, dass wir einfach geil sind. Um es auf den Punkt zu bringen.
Max: Genau, so sieht’s aus! Es ist immer ne geile Stimmung und es geht immer ab und die Leute haben immer Spaß.
Jo: Und unabhängig davon ob 30 Leute da sind oder ob wir auf ’nem großen Festival spielen, wir haben eigentlich immer uns selber das Ziel gesetzt, dass die Leute danach sagen ‚Krass! Das war cool!‘ und das wird auch heute so.
Fabi: Und außerdem zieht sich unser Basser Benni jede Show aus.
Jo: Ja, komplett! Und pisst uns an.

 

LT: Dann komme ich eigentlich auch schon zur letzten Frage. Welche Songs würdet ihr auf euer Lieblingstape packen?

Jo: Also…
Fabi: ‚Shine On You Crazy Diamond‘ von Pink Floyd.
Jo: ‚Der Druck steigt‘ von Casper wär‘ drauf, ‚Wie es geht‘ von den Ärzten, ‚Hello Joe‘ von den Beatsteaks.
Max: ‚Pretender‘ von den Foo Fighters.
Fabi: ‚Gran Torino‘von Jamie Cullum.
Jo: ‚Learn To Fly‘ von den Foo Fighters.
Max: Led Zeppelin ‚Kashmir‘ wär‘ auf jeden Fall drauf.
Jo: ‚Fix You‘ von Coldplay,.
Fabi: Robbie Williams ‚Feel‘!
Jo: Materia ‚Endboss‘.
Max: Killerpilze ‚Grell‘.
Jo: Bon Jovi ‚Runaway‘, Runanway ist ganz groß!
Max: Dann ist die CD schon fast voll!
Jo: Also so Songs, was hat mich so richtig auch noch geprägt…? Wir haben gestern auch mal wieder in Blink-182 reingehört, das war halt auch…
Fabi: ‚Killing In The Name‘ von Rage Against The Maschine.
Jo: Mute Math, ‚Control‘.
Max: Jetzt reicht’s!

LT: War auch schon ne große Kassette…

 

Fabi: Ne Kassette…
Jo: ‚2Pac‘, ey meine erste Kassette, da hab ich ‚2Pac‘ draufgemacht, ‚California Love‘ hieß das glaub ich. Das würde aber nicht drauf kommen!
Jo: Vielen Dank, sehr coole Fragen! Hat Spaß gemacht.

Uns hat es auch Spaß gemacht!

 

Ihr könnt den Killerpilzen diesen Frühling auch noch einen Besuch abstatten.

06/04/2013 Köln – Luxor
11/04/2013 Stuttgart – Universum
12/04/2013 Augsburg – Kantine
13/04/2013 Hannover – Kulturzentrum Faust
14/04/2013 Bremen – Tower Musikclub
24/04/2013 Strasbourg
25/04/2013 Lyon
26/04/2013 Bordeaux
27/04/2013 Paris
28/04/2013 Lille
09/05/2013 Wallsbüll – Wallsbüll Open Air
10/05/2013 Hamburg – headCRASH
11/05/2013 Trier – Exzellenzhaus
17/05/2013 München – Ampere (30 Jahre IN München)
18/05/2013 Kaiserslautern – Kammgarn

Das Interview führte Eva Faust.
Fotos: Eileen Neubert.

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