Über die Liebe zur Musik…

Turbostaat
– Stadt der Angst

Vor 4 Jahren gepostet,von admin

Stadt der Angst“ heißt das neue Baby von unseren liebsten Nordlichtern namens Turbostaat und kommt am 05. April erstmalig durch Mutti Clouds Hill auf die Welt.

Wenn eine Lieblingsband ein neues Album veröffentlicht liegen die Gefühle von Freude und Angst dicht beieinander. Können die alten Platten getoppt werden? Kann die neue Scheibe überhaupt mit den anderen mithalten? Sind meine Erwartungen zu hoch? Das sind wohlmöglich die Gedanken, die in den Köpfen kreisen, während die aufgeregten Hände vorsichtig die Lieder in Richtung Abspielmedium schicken. Auf diesen Moment haben wir schließlich drei Jahre gewartet.

Zuerst war da die Anspannung, die während des gesamten ersten Durchlaufes nicht nachlassen wollte. Und dann kam die Leere. Liebe auf den ersten Klang solle es schon einmal nicht werden.
Es vergingen drei Wochen in denen sich die Scheibe heißlief und kaum Zeit hatte abzukühlen. Und von Mal zu Mal wurde auch ich wärmer mit ihr.

Während der Albumname im Gegensatz zu seinen Vorgängern thematisch zum ersten Mal auf den Punkt getroffen wird, ohne dabei auf die typisch queren Gedankengänge zu verzichten, bleibt die Musik dabei trotzdem so dunkel wie das Island Manöver. Inzwischen sind die Texte klarer, doch der maritime Hintergrund hat ausgedient.

„Eine Stadt gibt auf“ leitet mit einem typischen Intro ein – man weiß direkt um welche Band es sich hierbei handelt. Und dann geht es mit ganz viel Krieg weiter, ein großes Thema auf der Platte. Doch nicht nur. Natürlich nicht. Es folgen Gesellschaftskritik, Melancholie und vor allem einen dicker Tritt in Richtung braune Masse:

Freie Wilde in euren Hallen, unter dem Mantel die alte Idee. Sucht man weiter die Erben der Scheiße. Ich kann nur hoffen ihr verendet dabei.

Ein Hit kristallisiert sich nicht heraus, was definitiv nicht als negativ aufgefasst werden soll. Eher spricht es für das durchgängig hohe Level der Songs. Turbostaat bleiben noch immer ihrer Linie treu, ohne auf einem Fleck stehenzubleiben. Die symbolträchtigen Methaphern werden an einigen Stellen mit einem Hauch von Pop gemixt, aber verhelfen Turbostaat gerade jetzt dazu, den Platz der spannendsten Deuschpunkband der Republik zu verteidigen.

Schreib einfach, dass es phänomenal ist. Und dass es gefälligst von allen geliebt werden soll! – Eva Faust

So und nicht anders. Und immer das gleiche mit denen.

Tracklist:
01. „Eine Stadt gibt auf“
02. „Phobos Grunt“
03. „Tut es doch weh“
04. „Psychoreal“
05. „Sohnemann Heinz“
06. „Fresendelf“
07. „Alles bleibt konfus“
08. „Snervt“
09. „Pestperle“
10. „In Dunkelhaft“
11. „Willenshalt“
12. „Sohnemann Zwei“

Eileen Neubert.

About admin