Über die Liebe zur Musik…

Goodbye Fairground –
I Started With The Best Intentions

Vor 5 Jahren gepostet,von admin

 Anfang des Jahres berichteten wir schon mit großer Vorfreude über Goodbye Fairgrounds Albumvorboten Western Gold.  Jegliche Artverwandte wie Against me! oder Gaslight Anthem haben nicht nur wir erwähnt, so fand man in quasi jeder Rezension zu I Started With The Best Intentions Vergleiche und Assoziationen zu eben diesen Bands. Berechtigt. Aber irgendwie auch schade, denn Goodbye Fairground klingen mit ihrem neuen Album nach viel mehr als nur der perfekten Schnittmenge aus obenen genannten Kapellen.

Los geht’s mit Nails. Und schon können Fuß und Kopf nicht mehr still halten. Wie man so schön sagt, der erste Eindruck zählt, und dieser Song stimmt perfekt auf die zehn folgenden ein.

I’ve seen so many places, but they don’t feel like home.

Das Album ist eine Art Konzeptalbum. Es erzählt die Geschichte über einen Typen mit Durschnittsleben. Arbeit, Frau, eigenes Heim, gute Freunde und doch wirkt irgendwie alles fremd. Sein altes Leben hinter sich gelassen, macht er sich auf die Suche nach dem freien und wilden Leben seiner Träume. Ganz nach dem Motto Man vermisst, was man nicht hat scheitert der Mann und kehrt mit dieser Erkenntis zurück.

Song zwei kommt mir so unglaublich vertraut vor. Das ist diese großartige Hymne namens Western Gold, die sich mittlerweile fest in mein Hirn gebrannt hat, abgespeichert auf der endlos großen Festplatte im Ordner Musik. Ich erwische mich selbst beim Mitsummen der Gitarrenmelodie und zu Kopf und Fuß gesellen sich wild im Takt tippende Finger, die mich fast vom Schreiben abhalten. Der Refrain sitzt auch schon. Weiter geht’s im Programm mit Crossing the Tan Line und Elephant Graveyard. Meine Füße wippen weiter fleißig im Takt mit, während Gitarre und Schlagzeug versuchen sich gegenseitig zu übertreffen, und Sänger Benjamin sich an der ein oder anderen Stelle die Seele aus dem Leib schreit. Immer wieder begleitet von seinem 50 Mann großen Chor aus bärtigen, Whiskey trinkenden Seemännern. Und weil die bei den Live-Shows ja nie alle auf die pisskleinen Bühnen passen würden, übernehmen diesen Part einfach Gitarrist und Bassist( und gerne auch Menschen aus dem Publikum). Mit Mute und Man Mountain wird das Tempo etwas rausgenommen, passend zu den Eindrücken der gerade erzählten Geschichte. Zu Blame It On The Latency dürfen dann nochmal die Tanzschuhe ausgepackt werden. Einer meiner Favoriten auf dem Album. Und auch wenn ich keine Vergleiche zu Schubladen-Kumpels und Sound-Gesellen machen wollte, fallen mir hier doch derartige Ähnlichkeiten auf, dass Mr. Fallon wahrscheinlich ziemlich neidisch ist, diesen Song nicht selbst geschrieben zu haben. Die Reise des fiktiven Charakters endet mit I’m On Six, belehrenden Worten und der Erkenntis, dass diese Reise vielleicht gar nicht nur reine Fiktion ist und jeder der dieses Album hört, sich in der ein oder anderen Situation wiederfindet, genau wie auch Sänger Benjamin seine eigenen Erfahrungen in diese Geschichte eingebaut hat.

don’t you ever feel the need to change things for the better, even though things are not really bad just normal. Because I did.

goodbyefairground_pic

Mit jedem weiteren Hören hat sich die Platte bei mir zu einem echten Liebling entwickelt und je mehr ich mich an den Sound von Goodbye Fairground gewöhnt habe, desto mehr ist daraus auch ein komplett eigener Sound entstanden, der nicht einfach nur so ähnlich klingt wie der von Against me! oder The Gaslight Anthem, sondern diesem völlig ebenbürtig gegenübersteht.

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