Über die Liebe zur Musik…

Kurz geschnackt mit Itchy Poopzkid (+T-Shirt Verlosung)

Written by admin, 4 Jahren ago, 0 Comments

Panzer | Foto: Eileen NeubertAls wir spontan gefragt wurden, ob wir nicht Itchy Poopzkid noch einmal gegenüber sitzen wollen, konnten wir natürlich nichts anderes als ‚ja‘ sagen. Die lustige Kapelle aus Eislingen an der Fils verschlug es auf Grund von Promotionzwecken in der letzten Woche nach Berlin. Anbei findet ihr ein nettes Gespräch bezogen auf ihr neuen Albums „Ports & Chords“ und zum Schluss gibt es sogar noch etwas zu gewinnen.

LT: Ihr habt je heute so einen Promotag, ne? Ist das nicht voll langweilig? – Wie läuft das ab, kommen dann nicht ständig irgendwelche Heinis rein und stellen die gleichen Fragen?

Panzer: Also wir sind jetzt schon seit langer Zeit auf Promotour und waren bei vielen Radiosendern.
Sibbi: Wir sitzen jetzt seit 20 Tagen hier auf der Couch (Gelächter).
Panzer: Ja, manchmal ist es schon so, dass wenn sich ein Redakteur nicht besonders viel Mühe gibt und dann halt so die Standardfragen abrattert, dann ist es manchmal schon auch so, dass ich die Antworten von Sibbi mittlerweile mitsprechen kann.
Sibbi: Aber es gibt halt auch meistens nur eine Antwort auf eine Frage, wenn jemand fragt ‚wie seid ihr denn zu diesem Feature auf dem Album gekommen?‘, dann ist halt die Antwort so und so und so und wenn die im nächsten Interview wieder gefragt wird,  dann sagt man wieder dasselbe natürlich. Aber wir sind jetzt so zwei Wochen durch die Republik unterwegs und es geht schon noch.
Panzer: Noch zumindest!
Sibbi: Wir freuen uns ja auch vom neuen Album erzählen zu dürfen.

LT: Wenn ihr eure Band mit wenigen Wörtern beschrieben solltet, welche wären das?

Panzer: Talentiert.
Sibbi und Panzer: (gleichzeitig) Gut.
Sibbi: Lebensinhalt, würde ich noch sagen.
Panzer: Trinkfest.
Sibbi: Gut.
Panzer: (lacht) Gut wieder. Muss man schon ein paar Mal bringen.
Sibbi: Sehenswert.
Panzer: Hörenswert auch, oder?!
Sibbi: Ja, auch hörenswert. Die normalen halt: Legendär, sensationell usw.

LT: Welche Einflüsse gaben euch den Input für das neue Material?

Panzer: Unterschiedlich… Also bei mir ist es schon so, dass ich 75 % Punkrock zuhause höre. Aber schon auch viele andere Sachen. Sibbi hört auch ganz unterschiedliches Zeug, hat ein Banjo mitgebracht zum Proberaum und hat damit ein Lied geschrieben. Da haben wir uns auch gedacht… Aber es ist schön geworden. Ich glaube daran liegt es auch, dass unser Album „Ports & Chords“ auf jeden Fall ein Punk-Rock Album geworden ist, aber mit unterschiedlichsten Einflüssen: von Folk-Songs bis wirklich ganz ruhigen Nummern, wie unsere Single „I Believe“. Alles dabei.

LT: Euer Artwork geht ja voll mit diesem Anker-Trend mit…

Panzer: Ja, wir haben damit angefangen! Und dann haben alle gedacht, sie müssen jetzt alles mit Ankern bemalen.

LT: Also ist das keine Verkaufsstrategie, mit der ihr mehr Hipster anziehen wollt?

Panzer: Nein, also für Marketingstrategien sind wir eigentlich zu doof. Soweit denken wir nicht. Nee, diese maritime Schiene kam daher, dass Sibbi irgendwann den „Pirate Song“ geschrieben hat. Das ist der zweite Song auf dem Album und in dem gehts es darum, dass es zwischen dem Seemannsleben und dem Musikerleben total viele Gemeinsamkeiten gibt. Dass man ständig zusammen unterwegs ist, die gleiche Crew hat, immer neue Häfen anfährt und so – Da schreibste: ‚macht Anführungszeichen in die Luft‘. Da haben wir gedacht, dass wir das ganze Album mit so einem maritimen Hintergrund machen. Haben dann ein Video in Hamburg gedreht und ein Fotoshooting dort gemacht und dann hatten wir diesen Ankernotenschlüssel, aber hat jetzt nichts mit Hipstertum oder so zu tun. Aber unsere Zuschauer sind auch keine Hipster, nee. Wir sind ja auch nicht so. Doch, Max schon. Obwohl, ich weiß nicht ob Hipster mit Converge-Shirts rumlaufen. Wahrscheinlich auch nicht.

LT: Inwieweit habt ihr euch mit dem neuen Album weiterentwickelt…

Panzer, Sibbi, Max (kopfschüttelnd): Garnicht. Nada.
Sibbi: Nee, so ca. 10 Meter (alle Lachen). Na gut, um die Frage mal ernsthaft zu beantworten: Also wir können das so ja gar nicht sagen. Also wir haben versucht wieder ein abwechslungsreicheres Album zu machen und uns songwriterisch weiterzuentwickeln und das geht, glaub ich, automatisch. Weil wir schreiben jetzt seit 13-14 Jahren schon Songs. Und dass die dann automatisch besser, erwachsener, reifer – sind worte, die man benutzt – werden, ist einfach normal und wir versuchen uns nicht auf der Stelle zu bewegen und neue Sachen auszuprobieren und zu trauen. Sachen die wir vielleicht bisher noch nicht gemacht haben. Deswegen haben wir z.B. auch „I Believe“ als erste Single ausgekoppelt, die eher ruhig ist – für uns auf jeden Fall. Und wenn man die fünf Alben von uns am Stück hört, merkt man es ist eine homogene Weiterentwicklung da.

Panzer: War es bei dir eigentlich eine bewusste Entscheidung die Uhr passend zu deiner Haarfarbe anzuziehen? Das ist ganz schön cool.
LT: Ja, das habe ich immer so.
Sibbi: Ist dir bewusst, dass die Zeiger auf deiner Uhr gleich sind wie die Streifen auf deinen Schuhen?
LT: Nein (Lachen).
Panzer: Die hat sich was überlegt heute morgen! Hipster!
Sibbi: Und ist dir bewusst, dass dein Piercing die gleiche Farbe hat wie dein Oberteil? (Alle lachen.)

LT: Seid ihr denn zufrieden was da raus gekommen ist bei eurem neuen Album?

Sibbi: Total!
LT: .. wäre ja auch scheiße wenn nicht.
Panzer: Wenn man nicht zufrieden wäre, dann sollte man es auch nicht herausbringen.
Sibbi (zu Panzer): Hast du dich heute heute rasiert?
Panzer: Nee.
Sibbi: Sieht relativ schön, akkurat aus.
Panzer: Ähm… ja. Also wir müssen natürlich total zufrieden sein damit, sonst würden wir uns nicht trauen das rauszubringen. Und wir checken das auch schon bevor wir’s dann rausbringen in unserem Freundeskreis und unserem Management, ob die es gut findet. Und das ist schon wichtig.
Sibbi: In unserem Freundeskreis und unserem Management, ob die es gut findet‘ – ja, das ist cool. Unser Management ist also unsere einzige Freundin (alle lachen).
Und wenn die Leute das gut finden, dann ist es schonmal so, dass wir fundiert dahinter stehen und hoffen, dass die Leute da draußen es dann auch mögen.

Panzer & Max | Foto: Eva FaustLT: Und was sind eure Favoriten vom Album?

Sibbi: Alle 14 Stück! Das geht, denn es gibt immer einen anderen Song, den man dann am liebsten hört. Gerade weil die Songs so unterschiedlich sind, gibt es für jede Stimmungslage einen anderen Song. Wenn ich ausrasten möchte, gibt es einen harten Song, den ich super finde. Wenn ich irgendwie melancholisch zu Hause auf der Couch sitze…
Panzer: … Zum Weinen…
Sibbi: … Zum Weinen, dann gibt es einen anderen Song, zu dem weine ich dann. Nee, am Anfang ist es im besten Fall eh immer so, dass es halt wechselt. Wäre ja auch blöd, wenn jetzt alle drei sagen würden: ‚Lied Nummer sieben auf dem Album ist super‘ und die anderen sind so Füller bzw. okay.
Max: Ich glaube es wird noch interessant wie das auf der Tour laufen wird, weil da christallisieren sich nochmal Lieder raus, die dann mit Publikum total funktionieren, die besonders abgefeiert, oder mitgesungen werden. Schaun wir mal.

LT: Wie kam es denn zu dem Feature mit Charlotte? Ich finde ja, dass sich das eher nach einem Subways Song anhört, statt nach einem Itchy Poopzkid Song.

Sibbi: Vielleicht weil Charlotte mitsingt. Vielleicht liegt das daran.
Also das ist dann wahrscheinlich echt Zufall. Das war jetzt nicht so, dass wir gedacht haben ‚hmm, wir können ja mal die Charlotte fragen, weil wir einen Song geschrieben haben, der eigentlich hätte von ihnen kommen können‘ – so war es nicht. Und dass die ‚ja‘ sagt ist schon das Größte. Wir haben den Song so fertig gehabt und ich dachte schon beim Schreiben an einen weiblichen Duettpartner natürlich, weil sich das anbietet. Und da war die Charlott gleich in meinem Kopf, weil die so eine besondere Stimme hat. Und dann haben wir gefragt, ob sie nicht Lust hat, weil wir kannten sie von Festivals, haben ein paar mal mit denen gespielt und verstanden. Dann haben wir sie halt gefragt, hat ‚ja‘ gesagt und es sogar als Ehre bezeichnet mit uns aufzunehmen. Und wir so: ‚Spinnst du..‘.

LT: Hat man denn vor jeder Albumveröffentlichung noch Angst, dass die Leute es nicht gut finden könnten?

Sibbi: Angst nicht, aber man ist total gespannt, weil man weiß es nicht. Es könnte ja theoretisch schon sein, dass die Hälfte die neuen Songs nicht gut findet und saget: ‚okay, früher wart ihr besser‘, deswegen ist man da eher nervös oder angespannt. Also Angst nicht.
Panzer: Das ist ja auch so, dass man da wirklich ein Jahr dran arbeitet. Also von der ersten Idee bis zum Aufnehmen. Dann haben wir noch unsere eigene Plattenfirma, d.h. wir machen auch die ganze Label-Arbeit selber. Man arbeitet dann natürlich das ganze Jahr auf diesen Tag hin, bis es dann raus kommt. Und dann ist man natürlich aufgeregt. Aber die ersten Reaktionen sind so positiv und super, dass wir total happy sind.

LT: Ihr habt ja letztens in bestimmten Quiksilver-Stores gespielt. Was habt ihr euch davon erwartet und wie war’s letztendlich?

Sibbi: Erwartet haben wir uns einen lustigen Nachmittag / Vormittag / Abend – je nachdem wie die Zeit war. Das war eigentlich nur zum Spaß und um den Leuten etwas Besonderes zu geben. Und wenn wir jetzt eh rumfahren und Interviews geben, dann haben wir auch noch ein bisschen Zeit und können uns in die Läden stellen. Wir haben halt einen Klamotten-Sponsor, der uns seit Jahren ein bisschen unterstützt, und wir geben das zurück. Wir haben das vor vier Jahren schon einmal ausprobiert und das hat einfach Spaß gemacht. Weil du stehst da in so einem Klamottenladen und dann war das so, dass die Läden fast geplatz sind. In Hamburg haben die ganzen Leute die gekommen sind noch nicht mal alle rein gepasst. Das ist geil, weil die stehen genau vor dir / neben dir / hinter dir, und wir spielen dann fünf, sechs Songs unplugged und das macht einfach total Spaß und ist voll unvorhersehbar was da passiert. Eine lustige Sache halt.

LT: Ihr seid ja jetzt schon mehr als zehn Jahre zusammen unterwegs und hockt immer aufeinander. Wie macht man das, dass man sich da nicht in die Quere kommt…?

Sibbi: Man kommuniziert nur mit Anwälten
Max: .. und Alkohol.
Sibbi: Nee, wir verstehen uns relativ… na ja, medium sag ich mal (alle lachen). Für Arbeitskollegen ganz ok. Nee,wir verstehen uns echt gut, auch dafür wie oft wir uns sehen, weil wir sehen uns wirklich ständig. Ich kenne ihn (zeigt auf Panzer) schon seit 25 Jahren und habe ihn wahrscheinlich öfter gesehen als meine Eltern. Was mir fast die Tränen in die Augen treibt (Gelächter).
Panzer: Schreib im Interview dazu: Panzer fängt an zu weinen.
Sibbi: Nee, keine Ahnung, Gott sei dank! Sonst würde das ja gar nicht funktionieren, wenn wir uns nicht verstehen würden, dann könnten wir nicht 250 Tage im Jahr aufeinander hängen. Jeder hat natürlich seine Macken, aber die kennt man mittlerweile. Und dann wenn einer einen schlechten Tag hat, dann weiß man ‚okay, den lassen wir jetzt mal in Ruhe‘, oder bohrt halt richtig rein (Gelächter). Das ändert sich dann, auf wem rumgehackt wird. Das funktioniert wunderbar.
Max: Ja, dadurch haben die anderen beiden dann auch dementsprechend ihren Spaß.

LT: Seid ihr denn mit dem Status eurer Band zufrieden, oder wünscht ihr euch manchmal zurück in die ganz kleinen Clubs bzw. wollt ihr irgendwann noch riesen Hallen füllen?

Panzer: Also ich kann sagen, dass wir in erster Linie total glücklich sind, dass wir es geschafft haben mittlerweile in jeder Stadt spielen zu können und es kommen mehrere 100 Leute und können unsere Texte mitsingen und kennen unsere alten Songs genauso wie die Neuen, und sind immer noch gespannt auf neue Sachen von uns. Deswegen sind wir natürlich super glücklich. Ich muss aber auch sagen, dass unsere ersten Jahre, wo natürlich nicht viele Leute zu den Konzerten kamen und teilweise auch Konzerte waren, wo uns überhaupt gar niemand kannte und wir die Leute von uns überzeugen mussten und danach irgendwo Backstage auf dem Sofa geschlafen haben, total wichtig waren. Das ist nicht so, dass ich denke: ‚Boah, das war so ein knüppelharter Weg, den wir da gegangen sind‘, sondern wir hatten einfach immer Spaß und das war total richtig um uns als Band zu entwickeln wie wir sind und um das schätzen zu wissen, dass da heute einfach viele Leute zu unseren Konzerten kommen. Deswegen sind wir recht glücklich. Wenn wir irgendwann mal in zehn Jahren eine Stadion-Tour spielen können, werden wir das vielleicht auch machen.
Sibbi: Als Hausmeister (alle lachen).

LT: Wir sind ja wieder von Lieblingstape, und deshalb frage ich euch was denn auf eurem Lieblingstape drauf wäre, wenn ihr einen Mix für eure eigene Party zusammenstellen müsstet.

Sibbi: Soll die Party sein, dass alle tanzen, oder dass alle weinen, dass alle aggressiv werden…?
Max: Na es sollte tanzbar sein, das ist ja schwierig.
Sibbi: Na das ist aber scheiße jetzt!
Max: Also ich höre eigentlich nur Rockmusik, die nicht tanzbar ist.
Panzer: Also wir arbeiten auch als DJ’s ab uns zu…
Sibbi (macht Panzer nach): …wir arbeiten als DJ’s (lacht).
Panzer: Also zu dem was ich am liebsten mag, tanzt keine Sau. Das ist schwierig. Aber da es mir ja jetzt auch egal ist, weil es ist ja meine Party, die ich da veranstalte, würde ich auf jeden Fall Ramones spielen, weil man die Ramones immer spielen sollte. Ähm… Joah, vielleicht könnte ich auch vier Ramones Songs nehmen.
Sibbi: Ich würde Schach spielen. Schach kann man auch immer spielen (Max lacht). Ich würde die Avett Brothers spielen, ich würde Silverchair spielen, und ich würde noch spielen… ahh: Matthias Reim.
Panzer: Habt ihr die neue Matthias Reim Single schon gehört? Er hat einen unfassbar guten Reim. Wie geht der nachmal? ‚Du bist kein Stern und kein schwarzes Loch, verdammt ich lieb‘ dich immer noch.‘ Das ist so wahnsinn! Wer so einen Text schreibt, dem gebe ich all meinen Respekt!
Max: Ich würde dann schließen mit Biffy Clyro, mit den Misfits und Slayer.
Panzer: Also vier Mal Ramones, Avett Brothers, Silverchair, Matthias Reim, Biffy Clyro, Misfits und Slayer.

LT: Letzte Frage: Seid ihr sauer, dass euch Heino nicht gecovert hat?

Alle: Ja!
Panzer: Das war ein harter Schlag!
Sibbi: Heino, was ist mit dir los? Seit Jahren!
Panzer: Und dann hat er aber gesagt: Das nächste Album enthält komplett eure Songs. Und dann ist es wieder ok.

Sibbi | Foto: Eva FaustLT: Sehr schön! Vielen Dank!

Und zur Feier des Tages verlosen wir ein handsigniertes „Itchy Who? – Poopzkid Motherfucker“ – T-Shirt in Größe: Girlie L.
(Wundert euch nicht: es ist ein bisschen gesprenkelt, da uns der weiße Edding ausgelaufen ist und zudem fast alle Sofas versaut hat. Individueller geht’s also nicht! 🙂 )

Wer gewinnen will, schickt bis zum 08.03.13 eine Mail an: eileen.lieblingstape@gmail.com

Viel Glück!

Das Interview führte Eileen Neubert am
11. Februar 2013.

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