Über die Liebe zur Musik…

Lauschangriff #002: Dennis (Kmpfsprt)

Written by admin, 4 Jahren ago, 0 Comments

Dennis (Kmpfsprt) - Foto: Joscha Häring

Letzten Sonntag haben wir euch eine neue Kategorie namens LAUSCHANGRIFF vorgestellt. Ingo von den Donots war der erste Musiker, der fünf Platten vorgestellt hat, die bei ihm zur Zeit laufen. Heute kommt mit Dennis von Kmpfsprt ein Vertreter einer kleineren Band zu Wort. Im Gepäck hat er eine wunderbare Auswahl an Musik:

Platz 5: Bright Eyes – Don’t Be Frightened Of Turning [2001]

Ich hab mich immer für einen harten Punk Rocker gehalten, jedenfalls bis zu dem Moment in dem „No Lies, Just Love“ mein Herz hat schmelzen lassen, bis heute der traurigste, aber auf aufrichtigste Song der Welt.. Was das „Wunderkind“ Conor Oberst mit seiner fragilen Stimme Anfang des Jahrtausends für Songs und vor allem Texte geschrieben hat ist ein einfach unfassbar gut.

Platz 4: Kvelertak – Kvelertak [2010]

Mit Metal hatte ich eigentlich im Alter von 17 abgeschlossen, aber wenn eine Band eine derart fantastische und klischeefreie Platte veröffentlicht, die vor Spielfreude und verrückten Ideen nur so übersprudelt, dann kann man ja Durchaus mal eine Ausnahme machen. Und eine Band die ihren Namen voller Inbrunst bereits in den ersten Sekunden herausschreit, dann bin ich direkt am Start. Und auch wenn mir normalerweise Texte genauso wichtig wie die Musik sind, mache ich hier eine Ausnahme. Da ich kein Norwegisch spreche, hab ich keine Ahnung was die da Singen.

Platz 3: Boys Night Out – Trainwreck [2005]

Mit „Trainwreck“ hat die kanadische Band ein kleines Meisterwerk geschaffen. Den Ansatz zuerst Texte, oder eher einen Roman, zu schreiben und dann die Musik den Erlebnissen und der Gefühlswelt der Protagonisten den Texten anzupassen, lässt mich auch heute noch dieses Album voller Ehrfurcht vor dem Anspruch und dem Können dieser Band geniessen. Vor allem die Liebe zum Detail, all die kleinen Geräusche, welche im Hintergrund passieren und häufig nur über Kopfhörer herauszuhören sind, machen „Trainwreck“ zu einer großartigen Platte.

Platz 2: Brand New – Deja Entedu [2003]

Nachdem die Band eigentlich als (sehr gute) Pop-Punk Band begonnen hatte, sprengten BRAND NEW auf diesem Album sämtliche Ketten und zeigten was ihn ihnen steckt. Musikalisch wie Textlich hat die Band hier ein Album geschaffen, welches auch 10 Jahre nach Veröffentlichung noch als Meilenstein des Genres durchgehen dürfte. Gnadenlos offene Texte von Jesse Lacey, trotzdem tief lyrisch und musikalisch irgendwo zwischen Pop, Punk und Indie.

Platz 1: Say Anything – is a real Boy [2004]

„…and the record begins with a song of rebellion“ Große Künstler sind häufig nah am Wahnsinn. Siehe Van Gogh. Siehe Max Bemis. Der Sänger, Gitarrist und das Mastermind von SAY ANYTHING in Personalunion hatte während der Aufnahmen zu diesem Album einen Nervenzusammenbruch und wurde mit einer bipolaren Störung diagnostiziert. „Is A Real Boy“ ist genau dies. Eine Achterbahnfahrt durch Bemis‘ Gefühlswelt, textlich verwirrend, dann wieder glasklar und packend. Und mit „Alive With The Glory Of Love“ ist der BESTE SONG ALLER WELTEN geschrieben worden. Im Ernst.. Man kann also aufhören einen besseren Song zu suchen, es gibt ihn nicht. textlich und musikalisch.

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