Über die Liebe zur Musik…

Wenn eine Violine den Ton angibt: Yellowcard im Grünspan.

Written by admin, 5 Jahren ago, 0 Comments

Yellowcard im Hamburger Grünspan - Foto: Arabell WalterDie besten Konzerte sind die, die man ohne jegliche Erwartungen besucht und die einen dann umso mehr überraschen. Diese Erfahrung durfte ich zumindest vergangenen Mittwoch wieder machen, als Yellowcard in den Hamburger Grünspan einluden. Im Gepäck Set It Off aus Florida und The Blackout aus Wales. Glücklicherweise legte mir mein Arbeitskollege ans Herz, gleich zur ersten Band da zu sein – gut so; andernfalls hätte ich mich wahrscheinlich im Nachhinein geärgert!

Ich war nicht die Einzige, denn als Set It Off um 20:00 Uhr die Bühne betraten, war der Grünspan bereits mehr als voll. Die Band, Anfang 20, war sprachlos, wie herzlich sie empfangen wurde. Es war ihr erster Auftritt in Übersee und gleich an diesem Abend durften sie erkennen, warum Rockbands immer so gerne nach Deutschland kommen. Hier ist es nicht wichtig, dass man die Band kennt – wenn die Musik knallt, dann knallt sie eben. Und dann wird die Band auch abgefeiert. Zusätzlich dazu suchte der junge Sänger immer wieder Kontakt zu Publikum, stellte sich auf die Absperrung und gab jedem einen Handschlag, der einen haben wollten. Die Band hatte Spaß, das konnte man ihnen ansehen. Und genau das übertrug sich auch an alle anderen – sogar die Securities im Graben grinsten beeindruckt. Set It Off? Gerne wieder!

The Blackout im Hamburger Grünspan - Foto: Arabell WalterThe Blackout waren mir zwar musikalisch bekannt, dass die Band allerdings zwei  Sänger hat, war mir jedoch entgangen. Umso heftiger war dafür mein Lachanfall, als Sean mit seinen knallroten Haaren plötzlich aus dem Publikum auftauchte und sich zur Bühne tragen ließ – die Überraschung war geglückt! Die Jungs aus Wales waren zwar im Gegensatz zu Set It Off nicht zum ersten Mal in Deutschland, aber laut eigener Aussage unglaublich froh, wieder hier zu sein. Man hätte meinen können, dass ihr Motto für den Abend dem Titel ihres aktuellen Albums „Start The Party“ glich. Nicht nur musikalisch, sondern auch Showtechnisch lieferten die Waliser an diesem Abend einiges ab. Hauptverantwortlich dafür war mit Sicherheit Entertainer und Rampensau Sean, dem man sogar dabei beobachten konnte, wie er in die Luft spuckte und seine Körperflüssigkeit noch im Flug wieder auffing. Es war eine wahre Freude den Jungs zuzusehen und die Tatsache, dass das Publikum hier und da textsicher war, baute die perfekte Stimmung für den Yellowcard-Auftritt auf.

Yellowcard im Hamburger Grünspan - Foto: Arabell WalterAbsolute Stimmungsbremse waren zunächst dann jedoch Yellowcard selbst. Die Menge war am Kochen, die Bühne bereits fertig umgebaut, doch die Band kam nicht. Es dauerte schließlich eine knappe halbe Stunde bis sich die Jungs aus Florida dazu bequemten, ihr Konzert zu spielen. Eine Verzögerung, die unnötiger nicht hätte sein können. Als Sänger Ryan dann jedoch fragte, ob alle Anwesenden da seien, um verdammt noch mal Spaß zu haben, war die Antwort seitens des Publikums eindeutig positiv. Ryan nahm es gelassen und antwortete mit einem „Proof it!“, ehe er die ersten Akkorde von „Awakening“ anstimmte. Vom ersten Wort an, sang der Grünspan so verdammt laut mit, dass ich trotz schwüler Luft im Graben eine verdammte Gänsehaut bekam. Der Band schien es ganz ähnlich zu gehen, denn glücklicher hätten sie nicht drein blicken können.

Schnell wurde klar, dass keiner der Anwesenden der Band die lange Umbaupause mehr krumm nahm – alle waren sie gekommen, um den Auftritt dieser Band abzufeiern. Und zwar gehörig! Zugegeben, hatte ich mich im Vorfeld nicht allzu sehr mit der Band beschäftigt, doch sie benötigten nicht einmal drei Lieder, um mich bis aufs Äußerste zu überzeugen. Man musste einfach nur die Augen schließen und Seans Violine lauschen, die jedes einzelne Lied perfektionierte. Wer die Band noch nicht live gesehen hat, sollte das nachholen – ich hoffe zumindest, dass es auch für mich ein nächstes Mal geben wird, denn bei einer Spielzeit von knapp zwei Stunden hatte am Ende auch ich die lange Wartezeit nach The Blackout wieder so gut wie vergessen.

Arabell Walter.

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