Über die Liebe zur Musik…

I AM HERESY: Über Gott und die Welt

Written by admin, 4 Jahren ago, 0 Comments

I Am HeresyWer davon ausgeht, dass sich I AM HERESY wie Boysetsfire oder The Casting Out anhören, nur weil sie sich den selben Sänger (Nathan Gray) teilen, hat sich gewaltig geschnitten. I AM HERESY schlagen in eine komplett neue Kerbe ein. Harte Riffs, mehrstimmige Growls und kirchenkritische Texte prägen die musikalische Ebene, auf der sich die Band bewegt.

Die Musik ist progressiv und kombiniert verschiedene Musikstile. Während Prince of the Flies eine Klavierballade mit weiblicher Sängerin ist, erinnert Jesus doesn’t work here anymore an die Akkustik-Lieder von Boysetsfire. The Sycophant klingt dabei eher nach Converge und I AM HERESY (es gibt auch ein Lied mit diesem Namen) dürfte Fans von The Dillinger Escape Plan gefallen.

Ein Lied beginnt mit einer Kirchenorgeln, während ein anderes ein wenig Chorgesang enthält. Und der Bandname, die Songtitel sowie die Texte beschäftigen sich auf eine kritische Weise mit christlichen Themen. Ein Grund dafür: Nathan Gray wurde als Sohn eines Priesters sehr religiös aufgezogen, was er mit den Texten verarbeiten will. Andererseits geht es aber auch darum, politische Ideale und Standpunkte zu äußern. Ähnlich wie man es schon von Boysetsfire kennt.

I Am Heresy - Pressefoto

Jede Band hat ihre Findungsphase und I AM HERESY haben sie meiner Meinung nach auch. Die Lieder vermischen viele verschiedene Musikstile und Richtungen – fast schon zu viele! Jedes Lied klingt anders und erweckt den Eindruck, dass die Band ihren Sound noch nicht gefunden hat. Das „Bäumchen wechsel dich“-Spiel gefällt beim ersten Hören, macht es Einem aber beim dritten oder vierten Hören schwer, eine Stimmung aufzubauen.

Das ist aber kein Grund die Band abzuschreiben! Ganz im Gegenteil, die Band bietet sehr viel Potenzial, das noch lange nicht erschöpft ist. Das erste Material überzeugt mich definitiv und der Albumkauf ist sicher. Allerdings bin ich mehr gespannt, was die Band in Zukunft noch aus sich herausholen wird.

Für Freunde der härteren Gangart sind I AM HERESY definitiv das richtige. Die Musik ist experimenteller als das meiste was es in der Richtung auf dem Markt gibt. Wer allerdings von I AM HERESY die zweiten Boysetsfire oder The Casting Out mit Geschrei erwartet, lässt besser die Finger von der Musik.

Am 22. Februar erscheint das Debüt-Album auf CD und Vinyl (Vinyl auf 500 Exemplare limitiert).

Wer I AM HERESY live erleben will hat im März die Möglichkeit dazu:

17.03. DE – München – Feierwerk
19.03. AT – Wien – Arena
20.03. AT – Salzburg – Rockhouse
21.03. CH – Solothurn – Kulturfabrik Kofmehl
22.03. DE – Wiesbaden – Schlachthof
23.03. NL – Eindhoven – Dynamo
24.03. DE – Bochum – Bahnhof Langendreer
25.03. DE – Hamburg – Hafenklang
26.03. DE – Saarbrücken – Garage
27.03. DE – Berlin – Cassiopeia
28.03. DE – Osnabrück – Bastard Club
29.03. BE – Antwerpen – Trix Bar
30.03. DE – Stuttgart – 1210

Joscha Häring.

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